Meedia
Sie sind hier:
  1. HOME
  2.  » Meedia-Blogs
  3.  » Dirk Manthey

  • NEWS
    • Internetweiter
      • Aktuell
      • Top 100
    • Fernsehenweiter
      • Aktuell
      • TV-Quoten
    • Printweiter
      • Aktuell
      • Top 100 Zeitschriften
      • Cover-Check
    • Musik & Radioweiter
      • Aktuell
      • Top 100 Sender
    • Werbungweiter
      • Aktuell
  • BACKGROUND
    • Meedia-TVweiter
      • Neue Medien-Videos
    • Meedia-Blogsweiter
      • Georg Altrogge
      • Christian Meier
      • Alexander Becker
      • Daniel Bouhs
      • Felix Disselhoff
      • Nils Jacobsen
      • Nina May
      • Dirk Manthey
      • Dirk Kunde
      • Jens Schröder
      • Stefan Winterbauer
      • Henning Ohlsen
      • MEEDIA Buzzer
    • Meedia-Galerienweiter
      • Wie die Presse die Steuer-Affaere aufarbeitet
      • Spiegel-Superstar 2013
      • Wired
      • Siegerbilder des PR-Bild Award 2012
      • PR-Award 2011
      • Google vs Facebook
      • Eurovision 2011
      • Best of Leserreporter
      • Köpfe des Jahres 2010
      • Zitate des Jahres
      • iPhone Apps
      • Neue Sites
      • Neue Zeitschriften
      • Newssites 50
      • People & Parties
      • Top Bücher
      • Top Musik
      • Web Top 100
      • Zeitungen heute
      • Zeitschriften TOP 100
      • Zeitungen TOP 100
      • Gewinner obs-Awards 2010
      • obs-Awards 2010
      • Klickgalerie
    • Job & Karriereweiter
      • Aktuell
      • Workshop
      • Timeline-Workshop
  • TOOLS
    • Meedia-Analyzerweiter
      • Übersicht
      • Internet
      • Zeitungen
      • Zeitschriften
    • Meedia Zeitungen
    • Meedia TV Tipps
    • Meedia-Browserweiter
      • Deutschland
      • USA
      • International
    • Meedia-Peopleweiter
      • Events
Montag 06. Mai 2013 09:13

VHB übernimmt MEEDIA zu 100 Prozent

Ich freue mich immer, wenn MEEDIA News bringen kann, die noch nicht anderswo gestanden haben. Hier ist eine in eigener Sache: Mit dem heutigen Tag übernimmt die Verlagsgruppe Handelsblatt das Medienportal MEEDIA. Ich selbst möchte mich mit dem Verkauf von MEEDIA zeitlich entlasten.

Zusammen mit meinem Freund Georg Altrogge hab ich MEEDIA vor 5 Jahren gegründet. Es war eine spannende Zeit mit vielen interessanten Erfahrungen, in der wir alte Printleute so einiges über das Internet gelernt haben. Zum Beispiel, daß man jeder Programmier-Firma hoffnungslos ausgeliefert ist. Oder dass man eine Internetseite gar nicht so sehr für die Leser, sondern eher für die Suchmaschine von Google machen sollte.

Von solchen Kleinigkeiten abgesehen ging unser Konzept auf der Userseite voll auf. Schnell überholte MEEDIA in der IVW und in der AGOF so etablierten Diensten wie Kress, w&v und Horizont. Als erster überschritt MEEDIA die 1 Mio Visit-Marke im Monat. MEEDIA ist heute – das kann man sicher ohne Übertreibung sagen – die Informationsquelle Nr.1 für Medien-Nachrichten.

Die Machart von Georg Altrogge, im Internetzeitalter viele schnelle Meldungen zu bringen und die Homepage mehrmals am Tag zu aktualisieren, fand von Monat zu Monat mehr Freunde. Hinzu kam, dass er mit Christian Meier, Stefan Winterbauer, Jens Schröder und Alexander Becker glänzende Medien-Autoren an seiner Seite hatte.

Trotzdem hat sich MEEDIA wirtschaftlich immer etwas schwer getan. Das lag vor allem daran, dass MEEDIA bisher ein Internet-Only-Unternehmen ist. Für eine gute Rentabilität hätten wir – wie die Konkurrenz – um MEEDIA herum expandieren müssen: wir hätten einen großen Stellenmarkt einführen, Seminare und Kongresse veranstalten und auch noch ein Print-Produkt machen müssen. Davor haben wir immer zurückgeschreckt.

Ich selbst lebe inzwischen die meiste Zeit in Kalifornien und hab mit EAT SMARTER ein zweites Projekt gestartet, das sich zu meiner Freude recht gut entwickelt. Und mit dem ich noch so einiges vorhabe. Gleichzeitig hab ich aber auch eine gewisse Angst davor, dass meine Unternehmungen wieder zu groß werden und mich zu lange in Hamburg halten. 20 Jahre Milchstraße sind genug. Als Georg Altrogge dann den Wunsch äußerte, auch mal etwas anderes als „nur“ Medienjournalismus zu machen, war die Zeit reif, für MEEDIA eine neue Lösung zu finden.

Ich denke, die Verlagsgruppe Handelsblatt mit der breit aufgestellten Wirtschaftskompetenz ist die mit Abstand beste Adresse, MEEDIA fortzuführen. Ich bewundere den Elan, mit dem Gabor Steingart dort zur Sache geht. Und er hat alle die Synergien an der Hand, MEEDIA noch ein ganzes Stück erfolgreicher zu machen.

Ich werde MEEDIA weiter verbunden bleiben und hoffe, dass ich in Zukunft ab und zu mal wieder das schaffe, wozu ich in den letzten Monaten einfach nicht mehr gekommen bin: mal wieder für MEEDIA zu schreiben.

Eintrag kommentieren

8 Kommentare
Kategorie:

Freitag 20. April 2012 11:11

Comeback der Zeitschriften auf dem iPad

Auch in den USA gehen die Kioskverkäufe der Magazine von Jahr zu Jahr zurück. Trotzdem schöpfen die Verleger Hoffnung, weil immer mehr Konsumenten die Zeitschrift inzwischen auf dem iPad lesen. Sie empfinden multimedial aufgewerteten eMags sogar oft als deutlich attraktiver als die alten Printausgaben. Das eröffnet für die Verlage interessante Perspektiven. Denn sie können mittelfristig wieder wachsen. Wenn schon nicht am Kiosk, so doch in der Digitalversion.

Das hätte ich mir nicht träumen las­sen: Ich lese wieder Zeitschriften! Und finde sie aufregend, informativ und vor allem innovativ. Ich sammele sie sogar und blättere auch gerne mal in älteren Ausgaben.

Kleiner Haken: Ich lese die Zeitschrif­ten nicht mehr in gedruckter Form, sondern auf dem iPad. Das ist der Trend, der hier in den USA im­mer populärer wird und langsam auch nach Deutschland schwappt.

Für mich sind diese eMags deutlich attraktiver als die Printausgaben. Das liegt an den vielen Zusatzfunktionen, die nur auf dem Tablet möglich sind. Mal bekommt man ein Video angebo­ten, mal den Originalton eines Inter­views, mal eine bewegliche Grafik,mal ein 360 Grad-Foto. "Amazing interactive features that take you far beyond a traditional magazine experi­ence" nennen die Verlage dies. Diese Extras sind ein tolles Kaufargument für Kunden - Papierausgaben sehen dagegen ziemlich alt aus.

In den USA ist der Zeitschriften-Ver­kauf gerade mal wieder dramatisch eingebrochen. Im zweiten Halbjahr 2011 wurden fast 10% weniger Maga­zine am Kiosk verkauft als im Vorjahr. "Magazine newsstand sales suffered sharp falloff", titelte die New York Times. Bisher haben die Verlage - wie in Deutschland - mit diesem Nega­tivtrend einigermaßen leben können: Zum einen haben sie auf der Kosten­seite immer wieder neue Einsparungs­möglichkeiten gefunden, zum anderen haben sie mutig die Copypreise erhöht. Aber irgendwann sind die Ab­läufe in Redaktion und Herstellung so rationalisiert, dann kann man einfach nicht weiter sparen. Und irgendwann sind auch die Copypreise ausgereizt.

Eigentlich wäre das eine ziemlich hoffnungslose Lage. Wenn da nicht – Steve Jobs sei Dank – das iPad auf­getaucht wäre. Über Nacht haben Zeitschriften eine Perspektive be­kommen, an die sie wohl selbst nicht mehr geglaubt haben: Sie können mittelfristig wieder wachsen. Wenn auch nicht am Kiosk, so doch in der Digitalversion.

Wie entschlossen die Verlage in den USA inzwischen diese Chance nutzen, sieht man am besten an Time Inc. Der größte Zeitschriften-Verlag des Landes, der in den letzten Jahren im­merhin ein Fünftel seines Umsatzes verloren hat, bietet seit Jahresan­fang alle seine 21 Titel – von Time bis Sports Illustrated – speziell fürs Tablet aufbereitet an. Und hat mit Laura Lang eine Internet-Expertin an die Spitze des Verlages gestellt, die im klassi­schen Zeitschriften-Geschäft keinerlei Erfahrung hat, sich dafür aber exzel­lent im Digitalgeschäft auskennt. Vor einem Jahr wäre eine solche Persona­lie noch undenkbar gewesen.

Der Trend ist klar: Die gedruckte Zeitschrift ist nur noch ein Weg, den Inhalt der Redaktion an den Mann zu bringen. Internet, iPad, Kindle Fire, Nook Tablet, iPhone und Android ge­winnen immer mehr an Bedeutung. So wirbt Condé Nast (Vogue, Vanity Fair) auf seiner Homepage: "Provocative, influential award-winning content. Ac­ross brands. Across platforms. Across continents." Und die New York Times kommentiert: "There have been cree­ping indications that the magazine business isn’t really about magazines anymore."

Für die Verlage hat die Aufbereitung ihrer Zeitschriften zu eMagazinen viele Vorteile:

- Das Produkt wird wieder sexy und erreicht neue, jüngere Zielgruppen. Zeitschriften auf dem iPad verlieren ihre Eindimensionalität, sie werden zu einem spannenden Multimedia-Produkt.

- Der Vertriebsraum wird deutlich grö­ßer. Meistens rechnet es sich für die Verlage einfach nicht, ein gedrucktes Heft ins Ausland zu transportieren. Bei der Digitalversion entfällt dieses Pro­blem. Plötzlich ist der Vertriebsmarkt das Word Wide Web.

- Digitalauflagen sind nicht wie im Print mit hohen Kosten für Druck und Vertrieb verbunden. Von den ein­maligen Aufbereitungskosten abgesehen kostet die Vervielfältigung eines eMagazines praktisch nichts. Das macht das eMagazine bei hoher Auflage attraktiv. Und genauso wichtig: Zeitschriften auf dem Tablet sind auch für Werbe­kunden sehr interessant. Der Anzei­genraum in einem eMagazin bietet viel mehr Möglichkeiten als eine Print­seite. Hier können die Kreativen in den Agenturen mit den Lesern interagieren und Links zur Homepage der Marke setzen.

So richtig Spaß mit dem iPad haben die US-Verlage aber erst seit Oktober letzten Jahres, nachdem Apple mit dem mobilen Betriebssystem iOS auch den „Newsstand“ eingeführt hat. Hier finden iTunes-Kunden mit einem Klick alle Zeitschriften und Zeitungen ge­sammelt an einem Ort und können sie bequem über ihr bestehendes Konto abonnieren.

Dieser digitale Kiosk hat dem Absatz von eMagazinen einen deutlichen Schub gegeben. Condé Nast spricht von einem Zuwachs von 250%, und Hearst (Cosmopolitan, Esquire) gibt an, dass man in diesem Jahr sogar 1 Million digitale Abonnenten gewin­nen will. Ein Verlagsinsider: "It’s a pretty efficient distribution for us to be honest." Vergessen sind die Strei­tereien über die 30% Apple Provision und die harte Haltung vom iPad-Erfin­der gegenüber den Verlegern ("We are Apple and we don’t negotiate!").

Auch in Deutschland setzen die ersten Zeitschriften auf eine Multi-Channel-Strategie. Der Spiegel war der Vorreiter, man konnte das gedruckte Heft relativ früh im Internet downloaden und auf dem PC oder Notebook lesen. Heute sind die Spiegel-Macher einen Schritt weiter und bieten Apps fürs iPad, iPhone und Android-Handys an. Über 30 000 Leute, heißt es, lesen das Nachrichten-Magazin inzwischen in der digitalen Fassung. Auch der Stern hat eine iPad-App und bietet auf dem Tablet viele optische Gimmicks, aber die Resonanz scheint bisher eher gering zu sein: Über die Anzahl der Digital-Abos bekommt man keine Auskunft.

Und wenn man dann in Apples deut­schem Zeitungskiosk surft, wird man ernüchtert. Gähnende Leere schlägt einem da entgegen. Hier spürt man zum einen die nach wie vor großen Vorbehalte der Verlage gegen Apple. Zum anderen wird einem auch klar, wie sehr der deutsche iPad-Markt doch noch hinter den USA herhinkt. Von den weltweit 55 Millionen iPads, die bis Ende 2011 verkauft wurden, kamen nur 1 Million aus Deutschland. Auf dem amerikanischen Markt besit­zen dagegen heute bereits über 20% der rund 100 Millionen Haushalte einen Tablet-Computer, bis zum Ende des Jahres sollen sich die Zahlen verdoppeln! Welch ein Paradies für Verleger!

In den USA ist das iPad wirklich auf dem besten Weg, die Zeitschriften-Branche zu revolutionieren – ähnlich wie es der Kindle für die Bücher macht. Hier gibt es wieder Zeitschrif­ten-Verleger, die trotz weiter fallender Printauflagen optimistisch in die Zu­kunft blicken. Ihre deutschen Kollegen sollten davon lernen.


Anmerkung: Dieser Beitrag ist eine Übernahme aus dem "MEEDIA Jahrbuch 2012", das auf ca. 360 Seiten alles Wissenswerte zur Branchenentwicklung sowie die wichtigsten Medientrends des Jahres zusammenfasst. Mehr über das exklusive Jahrbuch und wie Sie es bestellen können, erfahren Sie hier.

Eintrag kommentieren

11 Kommentare
Kategorie:

Donnerstag 03. Februar 2011 08:10

Schauen, staunen, aber bitte nicht lesen!

90% aller neuen Medien-Projekte scheitern. Murdochs iPad-Zeitung "The Daily", die in den USA gestern gestartet ist, dürfte es nicht besser ergehen. Optisch ist sie ein grandioses Multimedia-Erlebnis. Es gibt tolle 360 Grad Fotos, interaktive Infographiken und schöne Videos. Das macht viel Spaß. Inhaltlich ist die "Zeitung der Zukunft" aber leider schwach, inaktuell und oberflächlich. Echte Nachrichten sucht man auf den 100 iPad-Seiten vergeblich. Eine Medien-Revolution sieht anders aus.

"Neue Zeiten verlangen einen neuen Journalismus", hat der 79jährige Rupert Murdoch gestern bei der Präsentation seiner iPad-Zeitung "The Daily" in New York gesagt. Ein erster Klick in die App scheint das zu bestätigen. Die "Zeitung der Zukunft" ist anders aufgebaut als man das erwartet hätte. Die Kapitel heißen News, Gossip, Opinion, Art & Life, Apps & Games, Sports.

Klatsch an zweiter Stelle, das ist typisch Murdoch. Schließlich ist er Verleger der "New York Post" und "The Sun". Aber dafür keine Business-Section? Und Sport an letzter Stelle, hinter Apps & Games? Das überrascht und zeigt, "The Daily" will anders sein. Es signalisiert aber auch, journalistischen Anspruch sollte man bei diesem "Großversuch zur Rettung der Zeitung" besser nicht erwarten.

"The inaugural issue" macht mit dem Thema Ägypten auf: "Mubarak: I’ll step down – eventually". Die "Topstory" ist keine 100 Zeilen lang und bringt nichts, was man nicht schon am Vortag im Internet hätte lesen können. Dafür ist der Artikel aber mit schönen, großen Fotos aufgemacht und beinhaltet auch ein kurzes Video.

Wenn man sich dann von Story zu Story wischt, wiederholt sich die Machart. Überall findet man nur kurze Texte, aber viele Fotos und einige Videos. Häufig hat man das Gefühl, die Optik dominiert, der Text ist nur Beigabe.

Toll ist das 360 Grad-Foto von Venedig, schön die interaktiven Infographiken wie "Traffic Signs" oder auch der Wetterbericht. Das wirkt alles sehr modern, sehr iPad gerecht. Und macht Spaß. Bei einer Zeitschrift würde man sagen, man hat ein tolles Blätter-Erlebnis. Beim iPad muß man wohl von einem Wisch-Erlebnis sprechen.

Im Meinungsteil wird man mit dem Editorial begrüßt: "The message is the medium." Und hier man erfährt, wo die Macher den USP ihres Multimedia-Projektes sehen: "Modern technology has given us more ways to tell stories than ever before – words, pictures, audio, video and interactive graphics. The Daily will deliver them all".

Man muss dem Team um Herausgeber Craig Daily ein großes Kompliment machen: Sie reizen die Möglichkeiten des iPads perfekt aus. Man spürt, dass die Macher von Apple im Hintergrund Regie geführt haben. "The Daily" ist ein grandioses Zusammenspiel von Text, Fotos, Videos und interaktiven Graphiken – so muss die Zeitung der Zukunft aussehen.

Innovativ ist der "Visual Browser", toll die Navigation über das "Carousel", die einen an CoverFlow-Effekt bei iTunes erinnert, perfekt die Verknüpfung mit Facebook und Twitter. Angenehm ist auch, dass man sich die Stories auf Knopfdruck vorlesen lassen kann. Das erinnert an die phantastische App vom "The Economist".

Das ganze Projekt hat nur eine Schwachstelle: in dieser Zeitung steht praktisch nichts drin! Die Stories sind alt und oberflächlich, es fehlen journalistische Schwerpunkte, alles plätschert so dahin. Am Ende bleibt der User ratlos und frustriert zurück.

Und das wird auch der Grund sein, warum das Projekt trotz innovativer Machart scheitern dürfte. Auch wenn sich die iPad-Zeitung offensichtlich an eine eher anspruchslose, jugendliche Zielgruppe wendet: Einem Vergleich mit der "New York Times", "Washington Post" oder auch nur "USA Today" hält "The Daily" noch nicht mal ansatzweise stand.

Einmal mehr zeigt sich, dass es praktisch unmöglich ist, eine Tageszeitung von Null aufzubauen. Es ist einfach zu schwierig, für ein solch ambitioniertes Projekt genügend gute Journalisten zu bekommen. "The Daily" ist deshalb chancenlos - auch wenn Murdoch aus Imagegründen bestimmt lange an seinem neuen Vorzeigeprojekt festhalten wird.

Ohnehin muss man sich fragen, ob eine Zeitung nur fürs iPad nicht eine etwas seltsame Idee ist. Der weltweite Trend geht ja dahin, dass Medienmarken heute alle Distributionskanäle nutzen: Papier, Internet sowie Apps fürs iPhone, Android und iPad. Und daraus ihre Stärke beziehen.

In Zeiten der Omnipräsenz ist "The Daily" eher ein Rückschritt.

Eintrag kommentieren

8 Kommentare
Kategorie:

Freitag 17. Dezember 2010 10:37

Einfach toll: die Audio-Edition des Economist

Der britische The Economist ist für mich die beste Zeitschrift der Welt. Intelligent, frech, international. Viel besser als die US-Magazine Time oder Newsweek, die in Zeiten des Internets so dünn geworden sind, dass man das Gefühl hat, sie gehen morgen pleite. Auch im Vergleich zu deutschen Magazinen, denen bei aller handwerklicher Perfektion ein Schuss Genialität fehlt, ist sie spannender. Jetzt sind die Engländer noch ein Stück besser geworden. Seit kurzem gibt es eine Audio-Edition für iPad und iPhone.

Das neue Angebot liest die gesamte Ausgabe vor. Das ist natürlich ein idealer Service für alle, die viel unterwegs sind. Man lädt sich den Content auf sein Handy und hört sich die Zeitschrift im Auto an. What a treat!  

Abonnenten der Print-Ausgabe erhalten den iPad/iPhone/Audio-Download kostenlos angeboten. Einen solchen Service hätte ich auch gerne von Spiegel oder Zeit. Letztere bietet zwar jede Woche "bis zu 16 vertonte Artikel" der Wocheneitung an, dies ist aber nicht Bestandteil des normalen Abos. Und warum nur 16 Artikel? (Ohnehin muss ich sagen, dass ich mit der iPad-App der Zeit so meine Probleme habe. So vorbildlich Zeit Online auf dem iPad funktioniert, die Tablet-Version der Zeitung selbst steckt noch voller Probleme. Schade.) 

The Economist ist in vieler Hinsicht einzigartig. Das 166 Jahre alte Nachrichten-Magazin, das sich selbst Zeitung nennt,  kommt zwar aus England, verkauft aber 80% seiner Auflage von knapp 1,5 Mio. Exemplaren weltweit. Hauptmarkt mit 800.000 Verkäufen ist die USA - was aber auch daran liegt, dass Time und Newsweek keine Antwort aufs Internet gefunden haben...

Was einem auffällt: Wenn man eine Zeitschrift wie The Economist auf dem iPad oder auch per Audio nutzt, dann bleibt die Printausgabe liegen. Die jüngste Studie vom renommierten Reynolds Institute "iPad App kannibalisiert Print" trifft den Punkt. Das ist wohl der Grund, warum man die iPad-Ausgabe vom The Economist nur im Paket samt gedrucktem Heft bekommt.  

So faszinierend ein Audio-Angebot für die Leser auch ist, für den Verlag wirft es mittelfristig ein Problem auf: Die Anzeigen im Printprodukt werden immer weniger beachtet. Hoffentlich kommt niemand so bald auf die Idee, man könne sie ja auch vorlesen....

Eintrag kommentieren

5 Kommentare
Kategorie:

Montag 29. November 2010 08:37

Mein Google TV im Test: Eine Enttäuschung!

Den USA geht es nicht gut dieser Tage. Die Obama-Regierung kriegt die Arbeitslosigkeit nicht in den Griff, und die Staatsverschuldung steigt und steigt. Immer mehr Amerikanern dämmert, dass China sie in ein paar Jahren als Wirtschaftsmacht Nummer eins ablösen wird. Die Folge: von New York bis Los Angeles macht sich eine spürbare Verunsicherung breit.

In Sachen Fernsehen und Internet sind die USA dagegen noch immer ein Land der unbegrenzten Möglichkeiten – und Europäern und Asiaten um Einiges voraus. High Definition TV mit Hunderten von Kanälen ist hier längst eine Selbstverständlichkeit. Und über Apple TV, Amazons Video on Demand oder Netflix kann man per Knopfdruck tausende von Spielfilmen in gestochen scharfer Qualität auf den Bildschirm laden. Für TV- und Filmfans ist die USA wirklich ein Schlaraffenland.

Ganz neu dieser Tage ist Google TV, eine Gemeinschaftsentwicklung von Google, Intel, Sony und Logitech, die auf dem Mobilbetriebssystem Android und dem hauseigenen Browser Chrome basiert. Es ist mal wieder ein Versuch, das Internet auf den Fernseher zu bringen. Bisher sind alle ähnlichen Bemühungen gescheitert, aber jetzt probiert es ein Konzern, der nicht aufs Geld achten muß. Google-Chef Eric Schmidt: „Wir haben für Google TV keinerlei Business-Modell“. Das erinnert etwas an seinen Einstieg bei YouTube...

Wer Google TV in den USA haben will, muss sich entweder einen neuen Fernseher von Sony (Preise: zwischen 600 und 1.400 Dollar), einen Sony Blu-ray Player (299 Dollar) oder eine Set-Top-Box von Logitech (zwischen 299 und 180 Dollar) kaufen. Da wir mit unseren Fernsehern ganz zufrieden sind und einen DVD-Player angesichts der vielen Filmkanäle in HDTV nun wirklich nicht brauchen, entscheiden uns für die kleine Box.

Im Gegensatz zum iPad, bei dem es anfangs große Lieferschwierigkeiten gab, kommt das Logitech-Paket postwendend. Allzu groß scheint die Nachfrage nicht zu sein. In der Fedex-Sendung finde ich nicht nur eine kleine schwarze Box, sondern auch eine drahtlose Tastatur, die als „ intuitive companion keyboard controller“ gepriesen wird. Sie sieht so aus.

Das Anschließen ist kein Problem. Ein paar Stecker verbinden, das TV-Signal mit der Box synchronisieren und sein Gmail-Account eingeben. Das war’s.

Aber wenn man sich dann mit dem Keyboard erwartungsvoll vor den Fernseher setzt, wird man schnell enttäuscht. Eine "TV Revolution" hatte ich mir anders vorgestellt.

Zunächst fällt auf, dass die Nutzerführung alles andere als intuitiv ist, sie ist eher chaotisch. Man startet – typisch Google – auf einer schlichten Oberfläche. Auf der linken Seite vom Bildschirm findet man eine vertikale Navigation mit den Punkten "Bookmarks", "Applications", "Spotlight", "Most viewed" "Queue", "What’s on" und "Amazon Video", wobei sich mir auch nach einer halben Stunde nicht erschließt, wie sich genau die einzelnen Begriffe unterscheiden. Besonders verwirrend: Amazon Video gibt es einerseits als eigenen Navigationspunkt, aber dann findet man es voreingestellt auch unter "Bookmarks" und "Applications".

Ich klicke auf "Spotlight", da werden per Icon 17 Videokanäle angeboten. Darunter bekannte Namen wie "YouTube", "CNN", "New York Times"  oder "USA Today", aber auch völlig unbekannte Anbieter wie  "KQED", "MeeGenius" und "mSpot" oder "Sidereel".

Wenn man auf die "New York Times" geht, findet man die ziemlich langweiligen Videos der Webseite wieder. Bei CNN gibt es Einzelbeiträge der letzte Stunde, KQED ist so etwas wie Bürger-TV für Kalifornien. Bei MeeGenius werden Kinderbücher vorgelesen, bei mSpot und Sidereel kann man preiswert Spielfilme ansehen. So richtig interessieren tut mich das alles nicht. Selbst der vielversprechende Sender "Adult Swim" entpuppt sich als Enttäuschung. Es ist ein zweitklassiges Comedy-Programm.

Dann entdecke ich, wie ich ins Internet komme: man muss auf Applications gehen und dort unter den Apps "Chrome" auswählen. Aha! Warum man den "Chrome"-Browser nicht auf die erste Navigationsebene gelegt hat, bleibt mir ein Rätsel.

Internet auf dem Fernseh-Schirm ist eine ungewohnte Erfahrung. Irgendwie fühlt man sich zu weit weg, die Schrift ist verdammt klein und das Klicken mühsam. Ich gehe auf ein paar Webseiten, lese bei "Spiegel Online" über die jüngsten Wikileaks-Veröffentlichungen, gebe aber ziemlich schnell wieder auf. Internet auf dem Fernsehen macht keinen Spass. Danach hat man das Gefühl, man müsse sich beim Augenarzt anmelden.

Wo immer ich in der nächsten Stunde noch hinklicke, ich finde nichts, was mich wirklich interessiert. Die Software ist chaotisch aufgebaut, die Inhalte langweilig. Kurz, Google TV sucks! Was für eine Enttäuschung!

Ob der Branchenprimus noch die Kurve kriegt? Langfristig sehe ich für Google TV nur noch zwei Chancen:

• Wenn man sich so die Beiträge der Mediatheken der großen TV-Sender auf den Bildschirm holen kann. Das war ja einer der Pläne der Google-Macher, der aber nicht aufzugehen scheint. Nach ABC, CBS, NBC hat gerade auch die Fox-Kette eigene Online-Inhalte für Google TV gesperrt. Die US-Sender sind zu schlau, um sich ihr eigenes Grab zu schaufeln. (Nebenbei: bei den Mediatheken von ARD und ZDF ging es mir nicht besser. Ich bin zwar auf deren Seiten gekommen, hab dort aber kein Video starten können).

• Wenn es eines Tages nützliche Apps geben sollte, die speziell für den Fernseh-Schirm optimiert sind. Internet-Seiten wirken auf dem Bildschirm überladen und zu kleinteilig. Sie müssen wie beim iPad vereinfacht und angepasst werden. Aber die App-Entwickler werden sich nur die Mühe machen, wenn sie erwarten, dass Google TV sich im Markt auch durchsetzen wird. Und davon würde ich momentan nicht ausgehen.

Die Chancen für Google TV sind deshalb schlecht. Wer beim Fernsehen unbedingt surfen, twittern oder emailen will, ist mit einem Notebook auf dem Schoß ohnehin viel besser bedient.

Eintrag kommentieren

7 Kommentare
Kategorie:

Dienstag 31. August 2010 08:37

20% in den USA glauben, Obama sei Muslim

Die Diffamierungs-Kampagnen der rechten Medien in den USA zeigen erstaunliche Wirkung: 20% der Amerikaner sind inzwischen überzeugt, ihr Präsident sei ein verkappter Muslim. Die Hetze und Verleumdungen der Talkshow-Stars Bill O’Reilly, Glenn Beck und Sean Hannity werden für Barack Obama zu einem immer größeren, fast unlösbaren Problem. Der Murdoch-Sender Fox News ist längst zur Propaganda-Maschine der Konservativen geworden. Amerika steht vor einem heißen Herbst.
 
"Ein Netzwerk von Fehlinformationen" sei Schuld daran, dass offenbar immer mehr Amerikaner an der Religionszugehörigkeit ihres Präsidenten zweifeln, sagte ein sichtlich müder Barack Obama am Wochenende dem NBC-Anchorman Brian Williams. "Ich kann schließlich nicht den ganzen Tag mit meiner Geburtsurkunde auf der Stirn herumlaufen."  


Am Wochenende: Obama bei NBC "Nightly News"

Wen Obama für den Urheber der „Fehlinformation“ hält, dürfte jedem klar sein: den Murdoch-Sender Fox News, der gegen die Obama-Regierung einen regelrechten "Medienkrieg" führt. Dem "Nachrichtenkanal" gelingt es immer häufiger, den Präsidenten mit übler Nachrede in Misskredit zu bringen. Mal heißt es, Obama sei Rassist. Dann, er wäre ein schlechter Patriot. Und natürlich sei er als Kind auf eine Koranschule gegangen.  

Die letzten Tage müssen für Fox News ein Freudenfest gewesen sein. In Washington demonstrierten 300.000 konservative Amerikaner für die "Rückbesinnung auf religiöse Werte". Veranstalter des Massenauflaufs zur „Wiederherstellung der amerikanischen Ehre“ war Glenn Beck, jener zornige Talkshow-Host, der auf Fox News jeden Nachmittag zwei Millionen Amerikaner mit seiner Sendung "Bold-Brash-Beck" in seinen Bann zieht. 

Dort nennt er Obama „einen notorischen Hasser der weißen Hauptfarbe“, wettert gegen "illegal aliens" und sieht die USA auf den Weg zum Sozialismus. Gerne bricht er auch vor laufender Kamera in Tränen aus, weil er Amerika so lieben und jetzt unter Obama alles den Bach runtergehen würde. Der 46jährige alte Beck, ein ehemaliger Alkoholiker, ist inzwischen der "Obereinpeitscher" der Konservativen geworden. Time Magazine hat ihm eine Titelstory gewidmet. Die Headline: "Mad Man". 


Gestern: Beck sagt in seiner Sendung „Thank you“   

Genauso wortreich ist sein Kollege Bill O’Reilly, dessen "O’Reilly Factor" seit über 10 Jahren das Flagschiff von Fox News ist. Während Beck um 17 Uhr auf Sendung geht, darf O’Reilly zur Prime Time ran. Manche nennen ihn das "Alphamännchen der polemischen Debattenkultur", andere "Americas biggest Asshole". Interview-Gegnern ruft er schon mal "Shut up" entgegen, und wenn das nicht hilft, dann weist er die Fox-Regie an: "cut his mic".  


Gestern: O’Reilly hat – welch Überraschung – Beck als Gast 

Neben Beck und O’Reilly haben sich bei Fox News noch die Moderatoren Sean Hannity and Greta van Susteren einen Namen gemacht. Auch sie haben täglich ihre einstündige Sendung, deren Hauptanliegen darin zu bestehen scheint, bei jeder Gelegenheit gegen Obama zu wettern. Assistiert werden sie dabei von den "Fox-Kommentatoren" Sarah Palin, der ehemaligen Gouverneurin von Alaska, sowie von Karl Rove, dem früheren Chefstrategen von Georg W. Bush. 

Was sich auf Fox News 24 Stunden am Tag abspielt, ist ein bizarres Schauspiel. Unter dem Sendermotto "Fair & Balanced" wird vor allem krakeelt, gepöbelt und gelogen. Aber selbst die Gegner aus dem Regierungslager müssen einräumen: die Fox-Formel hat einen hohen Unterhaltungswert. CNN oder die linksliberale Konkurrenz von MSNBC verblassen dagegen deutlich. 

Man ist versucht, die Riege um Beck, O’Reilly & Co. als Spinner abzutun. Aber damit wird man ihnen nicht gerecht. Ihr Einfluss in den USA ist erheblich. Während Obamas Umfragewerte kontinuierlich sinken, steigen die Quoten von Fox News. So erschreckend das ist: Ein Fernsehsender ist auf dem besten Weg, den mächtigsten Mann der Welt aus dem Amt zu jagen.

Eintrag kommentieren

12 Kommentare
Kategorie:

Weitere 6 Meldungen

Dirk Manthey
ist Herausgeber von MEEDIA. Er hat früher die Verlagsgruppe Milchstraße ("TV Spielfilm", "MAX", "Fit for Fun") gegründet und lebt heute in Kalifornien.

 

 

Kategorien

  • Internet (154)
  • Print (99)
  • Musik & Radio (12)
  • Werbung (24)
  • Silicon Valley (2)
  • Fernsehen (1)
  • Apple (3)
  • Google (3)
  • Yahoo (0)
  • Murdoch (3)
  • Time Warner (0)
  • New York Times (2)
  • Website Größe (4)
  • Online Erlöse (7)
  • Barack Obama (4)

Archiv

2013

Mai (1)

2012

April (1)

2011

Februar (1)

2010

Dezember (1)

November (1)

August (2)

Juni (1)

April (2)

März (1)

2009

Dezember (2)

Oktober (2)

September (1)

August (1)

Juli (6)

Juni (3)

Mai (3)

April (5)

März (10)

Februar (11)

Januar (8)

2008

Dezember (16)

November (21)

Oktober (20)

September (11)

Aktuellste Kommentare

zynga poker gold hack:
Should there be another persuasive post you can share next time, I’ll be surely waiting for it. Zum Artikel dieses Kommentars
zynga poker gold hack:
I definitely enjoying every little bit of it. It is a great website and nice share. I want to thank you. [...] Zum Artikel dieses Kommentars
zynga poker hack tool free download:
I definitely enjoying every little bit of it. It is a great website and nice share. I want to thank you. [...] Zum Artikel dieses Kommentars

abonnieren

  •  
  • Drucken | Diese Seite weiterempfehlen | Mail an Meedia
      • ABOUT MEEDIA  •  
      • MAILS AN MEEDIA  •  
      • WERBEN AUF MEEDIA  •  
      • MEEDIA-IMPRESSUM  •  
      • MEEDIA-SITEMAP  •  
      • AGB  •  
      • JOBS