Meedia
Sie sind hier:
  1. HOME
  2.  » Meedia-Blogs
  3.  » Christian Meier
  4.  » Christian Meier Post

  • NEWS
    • Internetweiter
      • Aktuell
      • Top 100
    • Fernsehenweiter
      • Aktuell
      • TV-Quoten
    • Printweiter
      • Aktuell
      • Top 100 Zeitschriften
      • Cover-Check
    • Musik & Radioweiter
      • Aktuell
      • Top 100 Sender
    • Werbungweiter
      • Aktuell
  • BACKGROUND
    • Meedia-TVweiter
      • Neue Medien-Videos
    • Meedia-Blogsweiter
      • Georg Altrogge
      • Christian Meier
      • Alexander Becker
      • Daniel Bouhs
      • Felix Disselhoff
      • Nils Jacobsen
      • Nina May
      • Dirk Manthey
      • Dirk Kunde
      • Jens Schröder
      • Stefan Winterbauer
      • Henning Ohlsen
      • MEEDIA Buzzer
    • Meedia-Galerienweiter
      • Wie die Presse die Steuer-Affaere aufarbeitet
      • Spiegel-Superstar 2013
      • Wired
      • Siegerbilder des PR-Bild Award 2012
      • PR-Award 2011
      • Google vs Facebook
      • Eurovision 2011
      • Best of Leserreporter
      • Köpfe des Jahres 2010
      • Zitate des Jahres
      • iPhone Apps
      • Neue Sites
      • Neue Zeitschriften
      • Newssites 50
      • People & Parties
      • Top Bücher
      • Top Musik
      • Web Top 100
      • Zeitungen heute
      • Zeitschriften TOP 100
      • Zeitungen TOP 100
      • Gewinner obs-Awards 2010
      • obs-Awards 2010
      • Klickgalerie
    • Job & Karriereweiter
      • Aktuell
      • Workshop
      • Timeline-Workshop
  • TOOLS
    • Meedia-Analyzerweiter
      • Übersicht
      • Internet
      • Zeitungen
      • Zeitschriften
    • Meedia Zeitungen
    • Meedia TV Tipps
    • Meedia-Browserweiter
      • Deutschland
      • USA
      • International
    • Meedia-Peopleweiter
      • Events
Dienstag 17. April 2012 14:14

Zeitungen: Zukunft gehört den Hybriden

Der britische Verlag Johnston Press gab gerade bekannt, dass fünf seiner Titel ab Mai nur noch einmal in der Woche statt wie bisher werktäglich erscheinen. Stattdessen sollen die digitalen Aktivitäten verstärkt werden, unter anderem mit einer Rund-um-die-Uhr-Berichterstattung und neuen iPad-Angeboten. Bei Johnston heißt der Schlachtruf "plattformneutrales" Publizieren. Es ist mehr als wahrscheinlich, dass mittelfristig auch deutsche Regionalzeitungen diesen Schritt gehen werden.

Natürlich, da darf man sich nichts vormachen, ist der Switch von einer täglichen auf eine wöchentliche Erscheinungsweise nicht unbedingt das, was man eine glorreiche Angriffstaktik nennt. Es geht vermutlich auch Johnston Press in erster Linie darum, Kosten zu senken und dem Auflagenverfall der gedruckten Ausgaben zu begegnen. Aber eine solche Umstellung ist auch mehr als ein reines Rückzugsgefecht. Denn eine mit entsprechendem Vorlauf geplante Umstellung, die auf einem smarten technischen System und einer ebenso klugen Marketingstrategie aufbaut, kann vor allem für viele Regionalzeitungen eine langfristig lohnende Kehrtwende von der anhaltenden schleichenden Erosion bedeuten.

Die betreffenden Zeitungen, darunter die Scarborough Evening News und der Halifax Courier, kommen auf Auflagen zwischen 10- und 20.000 Exemplaren und verlieren jährlich zwischen vier und acht Prozent an Auflage. Johnston Press gab mit der Umstellung auch den Abbau von Stellen bei den Zeitungen bekannt, die jeweils im einstelligen Bereich liegen sollen. 

Die Gefahr, die hinter der verlockenden Aussicht auf sinkende Vertriebs- und Druckkosten lauert, ist klar: Wenn ein digitaler Switch für eine Tageszeitung nur bedeutet, Geld zu sparen, und nicht gleichzeitig in technische und personelle Infrastruktur investiert wird, könnte eine solche Umstellung den Anfang vom Ende bedeuten. Denn dann setzt sich eine Abwärtsspirale in Gang, die kaum aufzuhalten ist. Die Leser solcher Titel müssen vielmehr vermittelt bekommen, dass sich die entsprechende Medienmarke auf die Nutzungsgewohnheiten der Leser einstellt und diese im selben Umfang wie vorher, nur schneller und bequemer, mit Informationen und Services beliefert. Erst dann, wenn solche Versprechungen nicht nur gemacht, sondern auch eingelöst werden, können die neuen Hybridmedien erfolgreich am Markt bestehen.

Die Vorteile, die in einer solchen Vorgehensweise liegen, sind zu bedenken: Die eher strukturkonservativen Leser von Regionalzeitungen werden weiter an die Vorzüge digitaler Nachrichtenkanäle gewöhnt. Gleichzeitig verstärkt ein solcher Schritt die Einsicht, dass digitale Inhalte nicht mehr kostenlos abgegeben werden. Währenddessen werden die Werbekunden möglichst elegant weiter in das digitale Anzeigengeschäft hineingebracht. Die Kostensenkungen, die mit Einsparungen bei Druck und Vertrieb einhergehen, sind ein positiver Nebeneffekt, aber können nicht die Hauptmotivation sein, die Erscheinungsweise zu ändern.

Die erste deutsche Zeitung, die diesen Schritt geht, lässt noch auf sich warten. In den USA war der traditionsreiche Christian Science Monitor Ende 2008 der erste prominente Titel, der auf den Hybridzug aufsprang. Hierzulande verdienen überraschend viele Regionalzeitungen noch ordentliches Geld mit ihren Print-Abos, der Leidensdruck ist noch nicht annähernd so groß wie in den USA und teilweise in England. Aber knickt der Werbemarkt weiter ein, werden auch in Deutschland sich Verleger das Hybridmodell genau anschauen - wenn sie es nicht jetzt schon tun. Entscheidend ist, den richtigen Zeitpunkt für eine solche Umstellung zu finden - denn als letzte Rettungsaktion kurz vor dem Aus eines Titels taugt die Strategie nicht.

Und, was auch klar sein muss - eine Umstellung der Erscheinugsfrequenz ist letztlich für viele Zeitungen nur ein weiterer Schritt auf dem Weg zur Ablösung vom bedruckten Papier. Denn in nicht allzu ferner Zukunft wird die Branche als Weiterentwicklung der Tablets über digitales Papier sprechen, das Print und Online weitgehend zusammenführen wird. Bis daghin befindet sich die Verlagsbranche nur in einer Zwischenwelt.

<- Zurück zu: Christian Meier
Seite drucken
Tweet

Letzte Kommentare

Anzeige: 1 - 1 von 1

17.04.12 16:56

Hybrid Betrieb

Der Internetzugang ist lange nicht so frei wie in USA wo wohl jedes zweite WIFi kostenlos genutzt werden kann.

Sowas verhindert vermutlich mit die Ausbreitung von E-Print unter die Print-Leser welche Texte in großer Schrift wohl begrüßen dürften.

60-Euro-EReader gibts ja schon von Weltbild+Hugendubel. Aber kann ich dort im Shop stehen und per EReader+Wifi Bücher kaufen und runterladen ? Oder Amazon-Content und Hugendubel kriegt Traffic-Kosten und/oder Provision ? Wohl nein... . Technisch ist das trivial. Leider macht es keiner mit ausreichend Juristen.

Artikel kommentieren

(wird nicht veröffentlicht)

Bitte geben Sie hier das Wort ein, das im Bild angezeigt wird. Dies dient der Spam-Abwehr. Wenn Sie das Wort nicht lesen können, bitte hier klicken.

CAPTCHA-Bild zum Spam-Schutz

Christian Meier ist stellvertretender Chefredakteur von MEEDIA. Er lebt in Berlin und beobachtet von dort den manchmal schmerzhaften Wandel der Medienbranche. Weil Inhalte noch immer der wichtigste Rohstoff der Medienindustrie sind, schreibt er hier über innovative Konzepte, ihre Macher und den Wert des Content in Zeiten der Digitalisierung. Gelegentliche Ausflüge in völlig andere Gefilde sind nicht ausgeschlossen. Sie erreichen ihn unter christian.meier@meedia.de oder auf Twitter unter @Christian_Meier.

Drucken | Diese Seite weiterempfehlen | Mail an Meedia
    • ABOUT MEEDIA  •  
    • MAILS AN MEEDIA  •  
    • WERBEN AUF MEEDIA  •  
    • MEEDIA-IMPRESSUM  •  
    • MEEDIA-SITEMAP  •  
    • AGB  •  
    • JOBS