Vor rund einer Woche, auf der OMD in Düsseldorf, haben sich alle Beteiligten noch die größte Mühe gegeben, so zu tun, als ob die dramatische US-Finanzkrise ihnen nichts anhaben könnte. Vielleicht wird das unbeschwerte Treiben der Vermarkter, Start-ups und Medien später als Wendepunkt im Gedächtnis vieler Web-Worker haften bleiben.
Denn, nach diesem Wochenende ist klar. Viele Start-ups, aber auch einige arrivierte Medienhäuser stehen vor unruhigen Zeiten. Eine Krise zeichnet sich ab, bei der viele Firmen und Projekte schon bald die Luft ausgehen wird. Denn ähnlich wie vor acht Jahren, trifft die aktuelle Wirtschafts-Misere vor allem anzeigenfinanzierte Angebote – also fast die komplette Web2.0-Welt.
Das Argument, dass ich zu pessimistisch bin, kann ich aktuell nicht gelten lassen. Denn alleine in den letzten zwei Tagen, gab es drei Bad-News mit einem gewissen Pilot-Charakter.
1. Die FAZ verhängt einen Einstellungsstop
So berichtet der „Kontakter", dass sich die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ dazu entschieden hätte "aus kaufmännischer Vorsicht" auf Neueinstellungen zu verzichten. Hintergrund sei die "Finanzkrise und Wirtschaftseintrübung".
2. Das US-Blog-Angebot uber.com macht dicht
Die Community muss ihre Server abstellen und den gesamten Dienst einstampfen, weil die beiden wichtigsten Sponsoren spontan ihre Unterstützung einstellten. Die beiden Geldgeber sind keine kleinen Klitschen, sondern die Medienhäuser Discovery und Universal Music.
3. Selbst Meister der positiven Denke sind pessimistisch
Jason Calacanis hat viel mitgemacht. Die New Economy, die folgende Depression und den Siegeszug von Blogs und Web2.0-Angeboten. Doch jetzt fürchtet der Gründer (Mahalo) das Schlimmste. In seinem E-Mail-Newsletter schreibt er, dass acht von 10 Start-ups eingehen könnten. Das klingt nach schlimmen Monaten für das Sillicon Valley. Ob die Pink Slip Partys wieder in Mode kommen?
So unterschiedlich alle drei Meldungen auch sind: Alle drei Nachrichten verbinden dieselben Kernelemente: die Finanzkrise und einen möglichen Einbruch des Werbemarkts. Doch noch ist die Krise noch nicht da und noch steigen auch die Anzeigen-Einnahmen, zumindest im Internet und zumindest wenn man den Besuchern der OMD glauben schenkt.
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Kategorie: Web-Business
Vor über einem Jahr schufen drei Jungs aus Passau mit ihrer Idee zu MyMuesli ein ganzes neues Genre in der deutschen Shopping-Landschaft. Das Grundkonzept, sich aus Hunderten von Zutaten ein individuelles Produkt – in diesem Fall ein eigenes Müsli – zusammen zu stellen, war neu. In der Folge entstanden Nachahmer für Tee, Kaffee oder jetzt Schokolade.
Chocri nennt sich das neue süße Angebot, das das MyMuesli-Konzept auf Schokolade überträgt. Grundsätzlich eine gute Idee, doch die Macher schränken die individuellen Gestaltungsmöglichkeiten gehörig ein. Die Kunden können nur bestimmen, was auf eine Tafel kommt. Bei der Schokobasis gibt es allerdings kaum persönliche Freiheiten. Zur Auswahl stehen lediglich Weiß, Vollmilch oder Zartbitter.
Die Kosten fasst Robert Basic zusammen: „Eine Schokotafel (weiß, vollmilch, zartbitter) und zwei Zutaten kosten 5 Euro, davon sind 1,90 Euro Versand (eine Milka Choc & Grains kostet auch fast 5 Euro btw).“
Hinter dem neuen Angebot stehen die beiden Berliner Michael Bruck und Franz Duge. Das Schoko-Business ist für die beiden 22-Jährigen allerdings kein Neuland. Seit fast zwei Jahre betreiben sie mit „Der Shocoladen“ bereits einen Web-Shop für Schokobrunnen und Zubehör.
Ein erstes Fazit zur Eigenmix-Schokolade von Chocri gibt es von der bloggenden Testerin Pauline: „Ich liebe Chocris, an der Verpackung müsst Ihr noch ein bisschen arbeiten. Nicht einfach ein wenig Packpapier reinstopfen, sondern die Tafel weich betten, damit ihr nichts zustoßen kann. Und was passiert, wenn’s draußen mal richtig heiß ist? Ich glaube nicht, dass die Post ihre Pakete gekühlt transportiert. ABER … die Schokolade ist richtig LECKER!“
Video: Gründer Michael Bruck zeigt wie die customize Schokolade entsteht.
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Kategorie: Web-Business

Alexander Becker lebt in Hamburg und arbeitet dort als freier Journalist. Seit fast zehn Jahren beschäftigt er sich mit dem World Wide Web und schreibt über die aktuellen Internet-Trends und neue Online- Entwicklungen. Bei MEEDIA betreut Alexander Becker die Rubrik „Web-Business“ und „Neue Sites“.
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