Jetzt also doch auch E-Commerce: Als einer der letzten deutschen Verlage investiert nun auch G+J in transaktionsgetriebene Geschäftsmodelle. Über die Unternehmenstochter Gruner + Jahr Digital beteiligen sich die Hamburger an Tausendkind.de, einem Online-Shop für Baby- und Kinderartikel.

Die Hamburger sehen in dem Investment eine gute Erweiterung ihrer Eltern-Gruppe (Nido. Brigitte Mom, Urbia). Tatsächlich können diese Marken mit ihrer Reichweite den Erfolg des Online-Shops stützen.
"Die starken Marken von G+J sind in unserer Community of Interest Family sehr gut aufgestellt und fest in der Zielgruppe verankert. Die Beteiligung an Tausendkind ist ein Meilenstein für Gruner + Jahr Digital und markiert den Einstieg in transaktionsorientierte Geschäftsmodelle", kommentiert Gruner + Jahrs Digital-Chef Stan Sugarmann.
Bislang hielten sich die Hamburger aus dem E-Commerce heraus und versuchten überwiegend mit ihrem journalistischen Content im Web zu punkten. Die ganz großen Erfolge stellten sich dabei allerdings eher selten ein.
Seit Jahren schon setzen andere Verlage wie Burda massiv und erfolgreich auf Beteiligungen an Webshops (Zooplus), Reisebüros (Holidaycheck) oder Flirtportale (Elitepartner). Selbst Condé Nast beteiligte sich in den vergangenen Wochen vermehrt an Shopping-Angeboten wie dem Online-Juwelier RenéSim oder dem Design-Experten Monoqi.
Bei Gruner + Jahr dürfte es nicht bei der Tausendkind-Beteiligung bleiben. Deutschland-Chefin Julia Jäkel kündigte gerade erst an, dass man verschiedene Community of Interest identifiziert hätte und mit diesen nun wachsen und auch zukaufen wolle. Neben Familie dürften die wahrscheinlichsten Zukaufs-Ziele aus den Bereichen Wohn/Design und Food kommen.
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Burda macht es schon seit Jahren vor, dass Verlage auch mit E-Commerce viel Geld verdienen können. Jetzt setzt auch Condé Nast immer stärker auf die Shopping-Karte. Nach dem die Münchner am gestrigen Dienstag bereits die Aufstockung ihres Anteils an dem Online-Juwelier RenéSim kommuniziert haben, geben sie nun auch noch ihren Einstieg bei Monoqi bekannt. Der 2011 gegründete Online-Shop ist auf hochwertiges, zeitgenössisches Design spezialisiert.

Die aktuelle Startseite von Monoqi
Condé Nast ist mit rund 26 Prozent größter Shareholder der jungen Web-Company. An den Berlinern sind neben Angel Investor Christophe Maire unter anderem bereits Hasso Plattner Ventures, Dario Suter und Jochen Gutbrod beteiligt.
„Monoqi hat sich innerhalb weniger Monate mit einer sehr eigenständigen Positionierung im stark wachsenden E-Commerce-Markt für den Wohn- und Einrichtungsbereich etabliert. Als Premium-Akteur in diesem Segment passt Monoqi sehr gut zu Condé Nast und erweitert unser hochwertiges Medien-Portfolio um ein erfolgversprechendes neues Geschäftsfeld“, so Moritz von Laffert, Herausgeber von Condé Nast Deutschland und Vice President von Condé Nast International.
Die Investitionsstrategie des Verlages erscheint schlüssig. Immerhin verlegen die Münchner mit Vogue, AD, Glamour und Myself einige Titel, die sich mit Fashion, Design und Shopping beschäftigen.
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Als Konzernlenker lässt sich seine Online-Strategie eher als vorsichtig umschreiben. Als Privatinvestor allerdings setzt Hartmut Ostrowski längst auf junge Startups. So berichtet die FAZ, dass sich der ehemalige Bertelsmann-CEO über seine neue Beteiligungsfirma FHO Invest (FHO) am nächsten innovativen Medienunternehmen mit einen hohen sechsstelligen Betrag beteiligt hat: Diesmal an dem Berliner Startup 360 Report. Zuvor investierte er bereits in Toptranslation und Lebensmittelshop Emmas Enkel.
Wie die FAZ berichtet steckte FHO rund zwei Millionen Euro in sechs Firmen, von denen fünf bekannt sind. Dabei hält sich der ehemalige Bertelsmann-Chef an die alte Investoren-Regel, das Geld und damit das Risiko stets zu streuen. Die fünf bekannten Startups sind:
360 Report:
Das Startup aus Berlin will eine Software-Lösung bieten, die auch kleinen und mittleren Unternehmen eine kostengünstige Möglichkeit liefert, einen Nachhaltigkeitsbericht zu erstellen.
Toptranslation:
Die Hamburger bieten einen Online-Übersetzungsservice, der sich vor allen an Unternehmen richtet. Gegen eine Gebühr werden schnell Texte, Verträge und andere Dokumente übersetzt.
Activ Cross:
Der Sportgeräte Hersteller aus Stuttgart ist das wohl überraschendste Investment des 54-Jährigen. Wichtigstes Produkt ist der FreeCross eine Mischung aus Fahrrad und Crosstrainer. Das Aussehen und der Bewegungsablauf des Fitness-Fortbewegungsmittels sind gewöhnungsbedürftig
Hanse College:
Das Unternehmen bezeichnet sich selbst als Exzellenz-Berufsakademie. Heißt: Sie verkaufen überwiegend Weiterbildungen. Bereits zu Bertelsmann-Zeiten hatte Ostrowski den Bildungssektor als einen der attraktivsten Investitionsfelder erkannt.
Emmas Enkel:
Eher schon konventionell dagegen mutet Ostrowski-Engagement in den Online-Lebensmittelshop Emmas Enkel an. Allerdings ist das Liefergebiet des Düsseldorfer Startups regional begrenzt.
Die Zukunftschancen der einzelnen Unternehmungen lassen sich heute noch schlecht abschätzen. Allerdings scheint Top-Translation am weitesten zu sein. Die Web-Company ist schon länger am Markt und hat auch ein Geschäftsmodell, dass sich sogar global aufziehen lässt. Allerdings schlummert auch im FreeCross sicherlich einiges an Potential.
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Die dapd und die FR sind insolvent, die FTD eingestellt und die WAZ will 20 Prozent kürzen. Im Herbst 2012 stecken viele Zeitungen in der Krise. Einige Journalisten sind deshalb auf der Suche nach neuen Finanzierungsmöglichkeiten. Eine neue Option ist Crowdfunding. Heißt: Viele Menschen helfen mit kleinen Beträgen gemeinsam eine Recherche zu ermöglichen. Genau das will ab Januar Krautreporter.de leisten. Die Plattform hofft Reporter mit guten Themen und potentielle Unterstützer zusammen zu bringen.

So sieht das neue Krautreporter.de aus
Hinter dem Projekt steht Sebastian Esser. Der Chefredakteur des pausierenden Medienmagazins V.i.S.d.P. hat bereits eine gewisse Erfahrung im Vermitteln von Journalisten und Texten. Gemeinsam mit Hajo Schumacher baute er die Text-Börse Spredder.de auf. Ihr Erfolg war allerdings eher mäßig. Im Juli vergangenen Jahres fusionierte das Portal dann mit DieRedaktion.de.
Jetzt also die nächste Präsentations-Plattform für Reporter und Autoren. Seinen grundsätzlichen Ansatz erklärt er im Interview mit Dirk von Gehlen: „Es gibt es eine Journalisten-Regel: Follow the money. In der ganzen Diskussion ist Crowdfunding eines der wenigen Experimente, das eine Antwort auf die entscheidende Frage verspricht: Wie finanzieren wir in Zukunft den aufwändigen, schwierigen, wichtigen Journalismus, wenn Verlage und Sender es nicht mehr tun?“
In den USA gibt es mit Spot.us ähnliche Projekte, die zumindest auf der publizistischen Ebene auf einige Erfolge verweisen können. Ob diese Plattformen allerdings mittelfristig immer wieder genügend Kapital einsammeln können, damit die jeweiligen Recherchiert werden, ist noch unklar.
Noch befindet sich das Krautreporter im Test-Betrieb. Allerdings verrät Esser im Krautreporter-Blog die Zugangsdaten, mit denen bereits vor dem Start alle Interessierten einen Blick in das Portal werfen können.
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Positiver kann man Bezahlschranken kaum beschreiben: Die Badische Zeitung führt ab Januar 2013 ein neues Paid-Content-Model für ihre Digital-Angebote ein. Die Freiburger setzten – wie eigentlich zur Zeit alle Verlage – bei ihrem Web-Portal auf ein "Metered Model" nach der New York Times. Online lassen sich bei der Badischen Zeitung dann nur noch 25 Texte pro Monat kostenlos lesen.
Nach Meinung der Zeitungsmacher lässt sich das Abrechnungsprinzip am besten mit dem Arbeitsalltag einer freundlichen Kioskverkäuferin erklären: „Tagtäglich gehen viele Menschen an ihrem Kiosk vorbei und werfen einen Blick auf die Titelseite der Zeitungen. Manche nehmen eine Zeitung zur Hand, blättern darin und lesen einen Artikel. Die freundliche Kioskverkäuferin duldet dies. Wer die Zeitung jedoch intensiv lesen möchte, der muss sie dann auch bezahlen.“
Ohne Einschränkung verfügbar sind weiterhin die Startseite von badische-zeitung.de sowie alle Übersichtsseiten, die Anzeigenmärkte (inklusive schnapp.de), der Veranstaltungskalender (mit Online-Ticketing), das Wetter, das Videoportal, die Fotogalerien und der Bereich Abo & Service. Die Freiburger unterscheiden bei den kostenpflichtigen Artikel nicht, ob es sich um einen Agentur-Text oder ein eigenes Autorenstück handelt.
Spannend wird es auch hier sein zu beobachten, welche Auswirkungen die Einführung der Paywall auf den Traffic haben wird. Im Oktober erreicht das Portal 3,82 Millionen Visits. Im Jahr zuvor lag dieser Wert noch bei 2,89 Millionen. Es gelang den Freiburgern also, ihre Zugriffe um rund eine Millionen Visits zu steigern.
Zumindest für Print-Abonnenten wird die „freundliche Kioskverkäuferin“ keine teure Barriere. Sie zahlen einen Euro für das BZ-Digital-Abo. Wer die Print-Ausgabe nicht regelmäßig bezieht, muss 3,50 Euro pro Monat zahlen.
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Das wichtigste zuerst: Das neue Layout von Süddeutsche.de sieht wirklich klasse aus. Am späten Montag schaltete das Team um Chefredakteur Stefan Plöchinger ein neues Design für den Online-Auftritt der Süddeutschen Zeitung scharf. Die wichtigsten Änderungen: Die Detailseiten wirken jetzt wesentlich aufgeräumter und übersichtlicher und die Web-Seite benutzt nun dieselben Schrifttypen wie die Print-Ausgabe der SZ. Eine Seltenheit bei den Online-Versionen von Tageszeitungen.
Eine neue Detailseite mit großem Aufmacherbild
"Wir haben nun das Layout unserer Artikel grundlegend umgestaltet: den Text einspaltig und breiter gesetzt, die Bilder und Informationselemente größer gemacht, damit sie auf modernen Bildschirmen noch wirken - und die Optik zugleich mit Lesern an älteren Geräten getestet, damit Sie alle weiter ein gutes Lesegefühl haben", schreibt Chef Plöchinger in seinem Editorial zum Facelift.
Die extrem breite Mittelspalte erhöht die Lesbarkeit der Artikel tatsächlich ungemein. Zudem finden sich in der linken Spalte nun alle Funktionen zum Drucken, Sharen und Kommentieren von Texten. Die entsprechenden Funktionen scrollen dabei stets mit dem Text mit und bleiben so immer auf Augenhöhe. Ein sehr gelungener Service.

Eine neue Detailseite ohne große Optik. Der Text steht im Mittelpunkt und die Seite wirkt extrem aufgeräumt
Besonders gut: "Haben Sie einen Tippfehler gefunden oder sonst einen Hinweis zum Text oder Thema für die Redaktion? Künftig müssen Sie nicht mehr lange nach Mailadressen suchen: Klicken Sie links neben oder unter dem Text auf Feedback, schon öffnet sich Ihr Mailprogramm mit der passenden Adresse bei uns", erklärt Plöchinger.
Mit dem neuen Layout bewegt sich die Online-Süddeutsche stark in Richtung Zeit Online. Das ist die richtige Entscheidung. Denn bislang gab es neben dem Web-Portal der Wochenzeitung und Golem.de (die ebenfalls von derselben Agentur betreut wurden) kaum ein Nachrichtenangebot, bei dem das Lesen auf den Detailseiten gleichzeitig so übersichtlich und flüssig ging.
Wie sich das neue Layout auf die Suchmaschinenoptimierung auswirkt, werden wir erst in den kommenden Wochen sehen. Wenn auch hier ein gewisser Zeit-Online-Effekt einsetzt, müssten auch die Visit-Zahlen nach oben gehen. Doch das beste Layout bringt nichts, wenn die Inhalte schlecht sind. Die Redaktion hat jetzt allerdings eine wirklich gelungene Form, die sie nur noch mit möglichst gutem Content befüllen muss.
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Alexander Becker lebt in Hamburg und arbeitet dort als freier Journalist. Seit fast zehn Jahren beschäftigt er sich mit dem World Wide Web und schreibt über die aktuellen Internet-Trends und neue Online- Entwicklungen. Bei MEEDIA betreut Alexander Becker die Rubrik „Web-Business“ und „Neue Sites“.
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