Vor wenigen Wochen stand für kurze Zeit eine erste Testseite online: Jetzt machte der Süddeutsche Verlag ernst und schaltete sein neue Trauerportal SZ-Gedenken.de scharf. Das Angebot soll vor allem den veränderten Lebensbedingungen vieler Menschen entsprechen und laut Pressemitteilung "dem zunehmenden Bedürfnis nach Orten für Trauer und Gedenken abseits der Friedhöfe" nachkommen. Kernangebot sind alle Traueranzeigen der gedruckten SZ, die nun neben der Print-Ausgabe auch ins Web wandern.
Das neue Portal trauer.sueddeutsche.de
Das Angebot umfasst bislang über 5.500 Anzeigen. "Trauernde können auf dieser Seite den Hinterbliebenen kondolieren und virtuelle Gedenkkerzen entzünden", heißt es in der Selbstbeschreibung. "Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, über das erweiterte Angebot SZ-Gedenken Plus dem Verstorbenen eine ganz persönliche, wenn gewünscht auch zugangsbeschränkte, Gedenkseite zu erstellen. Hier können Fotos und Videos des Verstorbenen eingestellt, die Lebensgeschichte des Verstorbenen erzählt sowie andere persönliche Erinnerungen geteilt werden."
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Ein größerer Liebesbeweis an die Verlage geht kaum: Google hat jetzt auch sein deutsches News-Portal überarbeitet und macht damit einen großen Schritt hin zu den Nachrichten-Marken. Neun Redaktionen können nun direkt auf der Startseite ihre eigenen News-Empfehlungen platzieren. Mit dabei sind Bild.de, Spiegel Online, Zeit Online und das Handelsblatt. Das neue News-Schaufenster ist Teil einer großen Renovierung des Google-Dienstes, in dessen Zuge auch die Leser mit neuen Angeboten verwöhnt werden.
Der obere Hälfte des überarbeiteten News-Aggregators
In der neuen Rubrik "Auswahl der Redaktion" überlässt die Suchmaschine nun die Kontrolle über einen Teil seines Nachrichten-Portals vollständig den Verlagen. Diese suchen aus, welche Texte in dem Kasten gefeatured werden. "Sie können dabei zwischen längeren Hintergrundreportagen, Fotodiashows, interaktiven Karten, Grafiken und anderen Inhalten wählen, um diese besonders aufmerksamkeitsstark zu präsentieren", erklärt Google. So soll das neue Angebot eine zusätzliche Möglichkeit bieten, "Online-Leser jenseits der tagesaktuellen Top-Meldungen für ihren Journalismus zu begeistern".
Im unteren Teil befindet sich auf der rechten Seite der neue Kasten "Auswahl der Redaktion"
Das Angebot sieht so aus, dass nun am rechten Rand ein rotierender Kasten platziert ist, in dem die Surfer sich durch die Empfehlungen durchklicken können. Zum Start sind Zeit Online, Spiegel.de, Sueddeutsche.de, Welt.de, Stern.de, Handelsblatt Online, Focus Online, Bild.de und der Tagesspiegel dabei.
"Wir arbeiten schon seit geraumer Zeit mit unseren Partnern zusammen, um ihnen innovative Möglichkeiten zu schaffen, die Aufmerksamkeit der Online-Leserschaft zu gewinnen", so Madhav Chinnappa, Head of News Partnerships bei Google in Europa. "'Auswahl der Redaktion' bietet Verlegern einen Platz, das Beste aus traditionellem und digitalem Journalismus zusammenzubringen. Dort können sie das Augenmerk auf Hintergrundreportagen leiten und mit neuen Formaten experimentieren."
Die Online-Chefredakteure sind mit dem neuen Angebot sehr zufrieden. So sagt Sueddeutsche.de-Chef Stefan Plöchinger: "Nachrichtenseiten leben von ihrer eigenen Stimme, ihrer eigenen Analyse und Expertise zum Weltgeschehen. Wir freuen uns, dass Google herausragenden Journalismus durch eine herausragende Präsentation besser an neue Leser bringt, die uns noch nicht regelmäßig lesen - und dass Exzellenz auf dem Newsmarkt stärker belohnt wird."
Des Weiteren präsentiert Google die Bereiche "In den Nachrichten" und "Beliebteste Inhalte" nun prominenter als zuvor. Generell wurde das gesamte Portal aufgeräumt und übersichtlicher gestaltet.
Erklärvideo: So funktioniert jetzt das neue Personalisieren von Google News
Für die Verlage ist Google News schon seit langem einer der wichtigsten Traffic-Bringer. Dass sie nun mit neuen Angeboten bedacht werden, wird sie freuen und sicherlich auch die anhaltende Kritik der Medienhäuser an dem Nachrichten-Aggregator als Content-Dieb eindämmen. Die neue Seite hält aber auch ein Zuckerstückchen für die Leser parat. Sie haben jetzt neue Personalisierungsmöglichkeiten. So können sie künftig festlegen, wie häufig sie Nachrichten aus einer bestimmten Nachrichtenquelle sehen wollen.
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Der erste Schritt ist getan: In der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag schaltete das Team um Online-Chefredakteur Thomas Kloß die renovierte Seite von DerWesten.de frei. Das Ergebnis ist laut Kloß: "Das schnellste Nachrichtenportal für die Region, die kommentierfreudigsten Autoren, führend im Sport." Ob die Aussagen tatsächlich so stimmen, muss erst das Tagesgeschäft beweisen. Der wichtigste Teil der Neupositionierung wird erst zum Jahreswechsel kommen, dann beerdigen die Essener ihre Web-Dachmarke.
Statt eines zentralen Zuganges sind die NRW-Titel Westdeutsche Allgemeine Zeitung (WAZ), Westfälische Rundschau (WR), Neue Ruhr / Neue Rhein Zeitung (NRZ), Westfalenpost (WP) und Iserlohner Kreisanzeiger (IKZ) dann jeweils über ihre Namenskürzel als eigene URL (WAZ.de, WR.de, NRZ.de, Westfalenpost.de und IKZ-online.de) zu erreichen.
Vorher/Nachher: Die alte Seite von DerWesten.de (li.) und die renovierte Version
Der Relaunch zeigt jedoch bereits seit heute, wie die neue Seite aussehen soll. Auf der Startseite setzen die Essener nun noch stärker auf eine große Bühne, auf der die Top-Storys präsentiert werden. Durch das große Bild-Fenster wird eine gewisse optische Opulenz hergestellt. Allerdings hat eine Rotation der Spitzen-Meldungen immer den Nachteil, dass der Leser die Nachrichtenlage bei weitem nicht so intuitiv erfassen kann. Ein Angebot wie der neue Online-Auftritt der FAZ ist in diesem Bereich der Bühnen-Lösung weit voraus. In drei Spalten zeigen die Frankfurter alle wichtigen News im Überblick.
Mit den größeren Bildern wollen die Essener ihre Vorteile durch ihren großen Fotografen-Pool mit 30 festen und 70 freien Fotografen künftig stärker ausspielen. "Fotos und Videos sind deshalb auf der Startseite nun schon auf den ersten Blick prominent zu sehen", heißt es in einem Editorial zum Relaunch.
Am meisten versprechen sich die Macher sicherlich von ihren Änderungen bei den Regionalmeldungen und im Sport. So wird die hohe Fußball-Kompetenz der Revier-Blätter noch stärker in den Vordergrund gespielt. Eine gute Entscheidung: Ob Dortmund, Schalke oder Bochum - in keiner deutschen Region gibt es mehr Profiklubs und mehr Fußballfans.
„Die Nutzungszahlen zeigen, dass Leser wie Anzeigenkunden unser Portal schätzen und gut annehmen“, sagt Erik Peper, Geschäftsführer von WAZ NewMedia. „Beiden schulden wir es, in die Reichweite und Qualität unseres Onlineauftritts zu investieren.“ Seine Online-Leiterin Daniela von Heyl ergänzt: „Unsere Tageszeitungen sind Markt- und Meinungsführer hier im Verbreitungsgebiet, diese Stellung wollen wir sichern und ausbauen – für Print und für Online.“

Das neue Sport-Ressort: große Bilder sollen Emotionen wecken. Jeder Verein bekommt zudem eine eigene Unterseite
Genau das dürfte die Essener am meisten wurmen. Mit der Marke DerWesten ist es ihnen nie gelungen, die beherrschende Stellung der gedruckten Regionalzeitungen ins Web zu transferieren. Im September erreichte DerWesten.de 8,06 Millionen redaktionelle Visits. Damit reicht es im NRW-Vergleich nur zu einem dritten Platz. RP-Online kommt auf 8,5 Millionen Visits und Express Online aus Köln auf 8,88 Millionen. Es wird ein spannendes Experiment, wie sich die Aufsplittung auf den Traffic auswirkt.
Neben der Konzentration auf das Nachrichten-Portal wollen die Essener auch ihre Social Media-Aktivitäten weiter ausbauen. Bei Facebook kommt die Seite auf rund 9.000 Freunde, bei Twitter sammelte der Stream bislang über 28.000 Follower.
Die schwierigste Aufgabe aber bleibt: Alle 600 WAZ-Redakteure sollen für die Mitarbeit am Web-Portal gewonnen werden. Durch einige technische Neuerungen soll dies künftig einfacher gehen. "Da haben wir an einigen Stellen geschraubt und gefeilt“, sagt Chefredakteur Kloß. „Jetzt wollen wir zeigen, was wir können.“
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Die WAZ beseitigt einen vermeintlichen Geburtsfehler seines einst so ehrgeizigen Web-Projektes DerWesten.de: Ab Anfang nächsten Jahres beenden die Essener den Versuch die NRW-Titel Westdeutsche Allgemeine Zeitung (WAZ), Westfälische Rundschau (WR), Neue Ruhr / Neue Rhein Zeitung (NRZ), Westfalenpost (WP) und Iserlohner Kreisanzeiger (IKZ) über die Sammelsite DerWesten.de zu präsentieren. In einem ersten Schritt wird ab nächsten Donnerstag das Portal erst einmal optisch und inhaltlich überarbeitet.
Nachdem der Versuch schon länger für gescheitert erklärt wurde, mit einem hohen personellen Aufwand aus DerWesten.de einen Hybriden aus Regional-Portal und überregionalen Qualitätsangebot zu machen, setzen die Essener jetzt nur auf den Lokal-Ansatz, mit dem die Lokalblätter der Ippen-Gruppe beispielsweise die Krise ganz gut meisterten: eine konsequente Konzentration auf Regionalnachrichten und Sport. Oder wie es der Online-Chefredakteur Thomas Kloß formuliert: "Vor allem stellen wir mit dem Relaunch unsere Stärken deutlicher in den Vordergrund." Weiter sagt Kloß: "Insbesondere die lokalen Nachrichten wurden neu strukturiert und klarer nach Städten und Regionen gebündelt. Hier sehen wir auch in Zukunft unser vorrangiges Alleinstellungsmerkmal."
Optisch soll die Seite verbreitert und eine größere Aufmacher-Bild eingebaut werden. Damit scheint sich die Site äußerlich in Richtung Spiegel Online und Süddeutsche.de zu bewegen und weniger hin zur FAZ mit ihrem viel gelobten Relaunch, der auch online wieder auf eine klare Zeitungsanmutung setzt.
Die wohl wichtigste Änderung wird allerdings zum Jahreswechsel folgen. Dann wird aus DerWesten.de wieder WAZ.de, WR.de, NRZ.de, Westfalenpost.de und IKZ-online.de. Der Versuch aus den eigenen Regionalseiten ein überregionales Angebot zu formen, dürfte damit als gescheitert gelten. 
Im September erreichte DerWesten.de 8,06 Millionen redaktionelle Visits. Damit reicht es im NRW-Vergleich nur zu einem dritten Platz. RP-Online kommt auf 8,5 Millionen Visits und Express Online aus Köln auf 8,88 Millionen. Es wird durchaus ein spannendes Experiment zu sehen, wie sich die Aufsplittung auf den Traffic auswirkt.
"Die NRW-Titel sind starke Print-Marken. Dass Leser ihre vertrauten Marken auch im Netz sowie über Apps für Tablets und Smartphones oder als ePaper finden, bestätigt unsere Positionierung als lokaler Nachrichten-Absender", sagt Erik Peper, als Mitglied des Geschäftsleitungskreises verantwortlich für den Onlinebereich der WAZ Mediengruppe. Allerdings bleibt das Konzept eines zentralen Portals, in das alle Inhalte und Nachrichten aus NRW einfließen, bleibt erhalten.
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Einer der amüsantesten Blog-Texte der vergangenen Tage war die Techcrunch-Story von Mike Butcher über seinen Versuch, mit Oliver Samwer am Rande des Idea Lab ein Interview zu führen. Nach fünf Minuten und manch kruden Ausführungen "We are Germans, we have kids", brach der Star-Investor das Gespräch ab. Dafür sprach er immerhin über zwei Minuten mit VentureTV.
Auch wenn Samwer nur kurz mit André Vollbracht sprach, reichen die knapp 2,5 Minuten, um einen kleinen Eindruck vom Selbstverständnis der drei Samwer-Brüder zu bekommen. Sich selbst sehen die Seriengründer offenbar als "Co-Founder on Drugs".
"Unser Interview mit Oliver Samwer gehört nicht zu den längsten Interviews, die Venture TV zu bieten hat, aber trotzdem: Oliver blieb – und er erzählte", heißt es in der Selbstbeschreibung zum Clip: "Darüber, wo die Samwers ihre Ideen finden und darüber, was die geheime Backmischung für den Samwer’schen Erfolg ist."
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Linke Konkurrenz für TheEuropean? Das Debatten-Portal des bekennenden Katholiken Alexander Görlach wird in der Werte-Wahrnehmung der meisten User eher im konservativen Spektrum verortet. So gesehen gibt es jetzt einen linken Web-Sparringspartner. Denn die SPD-nahe Friedrich-Ebert-Stiftung startet nun mit Sagwas.net ein eigenes Debatten-Angebot im Web. Von Content und der Aufmachung her kann der Neuling jedoch nicht mit TheEuropean mithalten.

Das neue Debattenportal Sagwas.net
Sagwas.net ist die erste Online-Diskussionsplattform, die von einer politischen Stiftung in Deutschland gegründet wurde. Ziel der Plattform ist es, die politische Kommunikation ins soziale Netz zu transportieren und Debatten anzustoßen. "Wir wollen die Verständlichkeit politischer Prozesse verbessern und die demokratische Streitkultur in die digitale Welt transportieren", erklärt Irina Mohr, Leiterin des Forums Berlin der Friedrich Ebert Stiftung.
Die Diskussion sollen jeweils von Bloggern, Politikern, Journalisten und Kulturschaffenden angestoßen werden. Sie können - laut Pressemitteilung - "aber auch von den Usern selbst - in Form eines kurzen Videos – initiiert und anschließend zur Diskussion gestellt werden".
Zum Start stellt der Filmemacher Valentin Thurn ("Taste the Waste") die These in den Raum, dass unsere Lebensmittel zu billig sind. Bislang wird ein. Ungewöhnlich an der Darstellung der Debatten ist, dass die Kommentare nicht wie sonst unter dem Ursprungstext stehen, sondern daneben.
Zum Start ist die Resonanz noch ein wenig schleppend. Seit dem 11. Oktober sammelte die Thrun-These sechs Kommentare.
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Alexander Becker lebt in Hamburg und arbeitet dort als freier Journalist. Seit fast zehn Jahren beschäftigt er sich mit dem World Wide Web und schreibt über die aktuellen Internet-Trends und neue Online- Entwicklungen. Bei MEEDIA betreut Alexander Becker die Rubrik „Web-Business“ und „Neue Sites“.
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