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Mittwoch 29. September 2010 10:40

5 Gründe gegen ein deutsches TechCrunch

Auch in der Deutschen Web-Szene ist das US-Blog TechCrunch ein Star. Seit Beginn des Web 2.0-Booms war es die größte Ehre für ein einheimisches Start-up von den US-Amerikanern wahrgenommen zu werden. Keiner hat bessere Insider-Infos als das Team um Chefredakteur Michael Arrington, kein Rivale ist schneller und kein Blog-Konkurrent verdiente mehr Geld. Schon immer heißt es auf Kongressen und in Teeküchen: Es fehlt ein deutsches TechCrunch. Eine verlockende Vision. Doch fünf Gründe sprechen dagegen.

  1. Der Markt ist zu klein
    Zuerst der beruhigende Fakt: Es liegt nicht nur an den lahmen einheimischen Gründern und Journalisten, dass es kein einheimisches Tech-Blog bislang in den Mainstream geschafft hat. Der Markt zwischen Flensburg und Passau ist wohl zu klein. Nur eine überschaubare Gruppe von Menschen arbeitet im Web- bzw. Technologiesektor. Zudem sind noch nicht einmal alle diese Personen derart im Web unterwegs, dass sich ein solches Portal profitabel vermarkten ließe. 


  2. Es fehlten die nötigen Werbeeinnahmen
    Es gibt hierzulande kaum Blogs, die sich ausschließlich über Werbung finanzieren. Um allerdings ein Angebot wie TechCrunch zu realisieren, braucht man eine Vollredaktion, die mit mehreren Profis bestückt ist. Ein paar Hobby-Blogger reichen nicht aus. Die Autoren und Reporter müssen so gut bezahlt werden, dass sie ihr komplettes Leben über diesen einen Job bestreiten können. Denn der Aufbau und Betrieb eines erfolgreichen Tech-Portal erfordert einen Einsatz von mindestens zwölf Stunden pro Tag. Zudem müssen die Profis wissen, wie das Business funktioniert, gut vernetzt sein und die nötige Zeit und Geduld mitbringen ihr Informanten-Netzwerk entscheidend auszubauen. Das alles kostet Geld und das lässt sich noch nicht mit Web-Werbung erlösen. Denn die Kernzielgruppe von Start-ups hat im Moment keine großen Werbe-Budgets zur Verfügung. Lediglich ein Mann, zwei Autoren oder ähnlich kleine Gruppen können sich in diesem Segment aktuell durch Werbung finanzieren.

  3. Es fehlt der Chef-Wahnsinnige
    TechCrunch-Gründer Michael Arrington gilt als eine Art Klaus Kinski unter den US-Chefredakteuren. Der Mann wird als cholerisch, dominant, diktatorisch, macht- und geldgeil beschrieben. Aber auch als jemand, der immer bestens informiert ist, die richtigen Leute kennt, sein eigenes Energiekraftwerk ist und einen untrüglichen Riecher für Storys hat. Nur solch ein Wahnsinniger oder ähnlich extremer Charakter wird auch hierzulande in der Lage sein und die Kraft haben, ein ähnliches Projekt auf die Beine zu stellen. Die bisherigen Erfahrungen zeigen, dass es aus einem klassischen Verlag heraus kaum möglich sein wird solch ein Angebot zu aufzuziehen.

  4. Die deutsche Web-Szene ist zu dezentral
    TechCrunch sitzt im Silicon Valley und damit Mitten im Herzen der US-Technologie-Wirtschaft. Die Blog-Redakteure besuchen dieselben Bars und Fitnessclubs, wie die Geeks über und für die sie schreiben. Enger kann eine Verbindung kaum sein. Das garantiert ein Höchstmaß an Insider-Informationen. Die deutsche Technologie-Branche ist weit dezentraler. So gesehen haben Arrington und sein Team einen großen Standortvorteil.

  5. Die Web-Szene und ihre Berichterstatter sind nicht kreativ genug
    Einer der Hauptgründe, warum die deutsche Web-Szene oftmals noch ein Nischendarsein fristet liegt auch daran, dass ihr die Produkte fehlen, die die ganze Gesellschaft beschäftigen, über die auch die Mainstream-Medien streiten und berichten. Es ist zwar längst eine Phrase, aber es kommt wirklich zu wenig originäres und originelles aus Berlin, München und Hamburg. Das trifft aber nicht nur auf die Produkte der aktuellen Gründergeneration zu. Auch publizistisch kann es gerade kein deutsches TechCrunch geben, weil es den potentiellen Machern aktuell offenbar an Mut oder Kreativität mangelt. 

Alle fünf Gründe sind nur eine Standortbestimmung. Ich bin der Erste, der begeistert und möglichst schnell einen zweiten Text-Teil nachschiebt. Diesmal sollte die Überschrift lauten: Fünf Gründe, warum das deutsche TechCrunch funktioniert hat.

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Dienstag 28. September 2010 13:03

Mario Sixtus testet "Glasers blauer Planet"

Es gibt eine Person, die alle Deutschen Blogger, Web-Worker und Nerds gleichermaßen verehren: Peter Glaser. Nicht nur deshalb ist es sehr einfach "Glasers blauer Planet", das nächste Test-Format des Elektrischen Reporters, richtig gut zu finden. In 2:41 Minuten spricht der Schriftsteller und Journalist über eine Schreibmaschine mit E-Mail-Anschluss und welche Auswirkungen sie auf die Kommunikation einer Inderin mit ihren Kindern hat.

Link: Die Testsendung von "Glasers blauer Planet"

"Glasers blauer Planet" ist der zweite Dummy, den der Bewegtbild-Journalist Marius Sixtus für das ZDF produzierte und auf seiner Webseite veröffentlichte. Den Anfang machte vor ein paar Tagen der als wöchentliche Web-Rundblick konzipierte Test "Hyperland". Ein unterhaltsames, aber auch nur bedingt aktuelles Format.

Anders der neue Test: Der Clip ist intelligent, unterhaltsam und mit vielen wunderbaren Details produziert – ein richtig guter Happen TV-Unterhaltung.

Das Konzept: "Peter Glaser zeichnet mit Hilfe kleiner Kuriosa und großer Absonderlichkeiten das Bild einer Gesellschaft in Transformation, deren Angehörige, obwohl permanent zwischen Neugierde und Verunsicherung oszillierend, sich all dieser eigenartigen Kommunikations- und Interaktionserfindungen bedienen, gerade um Mensch zu bleiben", heißt es im Labor des E-Reporters. Der 53-Jährige entdeckt "magische Momente und Möglichkeiten in der nur auf den ersten Blick kalten Digitaltechnik" - wohl formuliert Herr Sixtus.

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Montag 27. September 2010 13:11

Xing hat 10 Millionen Mitglieder

Schon länger fährt Xing einen offensiven Expansionskurs, der vor allem auf die Anwerbung von neuen Mitgliedern basiert. Die Strategie trägt Früchte: So knackte das Business-Netzwerk bereits Mitte September die Marke von zehn Millionen registrierten Nutzern. Das Wachstum soll sich jedoch noch verstärken. Denn gerade startet die Hamburger Firma ihre erst TV-Kampagne. Ob in Deutschland, der Türkei oder Spanien: Xing konnte in allen drei Kernmärkten wachsen.

Für die Hamburger scheint es aktuell gut zu laufen. Im August hatte die Web-Company ein Rekordquartal bekannt gegeben, weil man sowohl bei den Mitgliedern wie auch beim operativen Quartalsergebnis kräftig wachsen konnte. Im September folgte dann der nächste Schritt: die Homepage wurde in der Hoffnung umgebaut, Neukunden den Einstieg noch einfacher zu machen. Zudem führte CEO Stefan Groß-Selbeck einige neue Features wie den "Handshake" ein.

"Die neuesten Wachstumszahlen zeigen uns, dass wir mit unserer konsequenten Ausrichtung am Nutzer auf dem richtigen Weg sind. Und wir sind überzeugt, dass unsere kürzlich gelaunchte Produktoffensive weiter dazu beitragen wird, die Xing Erfolgsgeschichte fortzuschreiben", kommentiert der CEO. "Denn die optimierte Nutzerführung und die neuen Funktionen ermöglichen es noch mehr Mitgliedern, noch effektiver und überall zu netzwerken.“


Im deutschsprachigen Raum hat die Business-Plattform jetzt 4,2 Millionen Nutzer. In den beiden weiteren Kernmärkten Türkei und Spanien sind es 980.000 beziehungsweise 1,5 Millionen Mitglieder.

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Donnerstag 23. September 2010 14:12

Burdas Das Haus startet neue Online-Community

Street View nur andersherum: Burdas heimlicher Auflagenriese Das Haus startet eine neue Web-Community in der Hausbesitzer Fotos und Infos zu ihren Eigenheimen ins Netz stellen können. So soll eine Datenbank von "Bauherrn für Bauherrn" entstehen, über die sich Nutzer bei ihren Haus- und Wohnungsprojekten gegenseitig beraten oder Erfahrungen austauschen können.


"Wir bieten Usern mit unserem Know-how die ideale Umgebung, um sich für das eigene Bauvorhaben von Experten und anderen Bauherren inspirieren und informieren zu lassen", erklärt Chefredakteurin Gaby Miketta das Projekt. Gleichzeitig weist sie darauf hin, dass ihr neues Angebot nichts mit Google Street View zu tun habe. "Alle Angaben sind freiwillig. Und wir anonymisieren Namen und Adressbezüge so, dass niemand daraus unlautere Schlüsse ziehen kann."

Durch ihre neue Community hoffen die Verlagsmanager auch den Traffic auf dem Web-Portal erhöhen zu können. Im August kam Das Haus Online auf 261.798 Visits. Das Print-Heft kommt aktuell auf einen Gesamtverkauf von 1,83 Millionen Exemplaren. Die beeindruckend hohe Zahl kommt daher, dass alle LBS-Kunden die Möglichkeit haben, ein Heft-Abo zu Vorzugskonditionen abzuschließen. Im Einzelverkauf setzte das Magazin zuletzt 5.049 Hefte ab.

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Dienstag 21. September 2010 17:28

Mario Sixtus testet wöchentliche Web-News fürs ZDF

Mit dem Beginn der Sommerpause beendete Mario Sixtus seine ZDF-Reportage-Reihe "Elektrischer Reporter". Wie es weitergeht, ist seitdem unklar. Fest steht, dass der Düsseldorfer auf Kosten des Zweiten ein wenig experimentieren darf und nun im Herbst neue Formate testet. Den Anfang macht der wöchentliche Web-Rundblick "Hyperland". Der erste Dummy ist unterhaltsam, aber nur bedingt aktuell.

Die erste Hyperland-Folge

Verwirrend: Moderiert wird die Show von der durchaus charmanten Nadia Zabour, die allerdings Texte spricht, deren Satzbau und Tonalität direkt aus dem Mund des Elektrischern Reporters zu kommen scheinen.

Das Konzept: Die Sendung informiert "Netznutzer, die an Web-Trends und -Themen interessiert sind, selber aber nicht täglich etliche Stunden zwischen RSS-Feeds und Twitter-Links verbringen wollen oder können."

Topthema der ersten Ausgabe (7.23 Min.) ist ein Vergleich der TV-Pläne von Google und Apple. Zudem wird ein längeren Beitrag über den Facebook-Film "The Social Network" gezeigt. Als feste Rubriken gibt es unter anderem "den Tweet der Woche" und "ein Video der Woche".

In einigen Wochen soll ein zweiter Dummy produziert werden, der sich dann bereits näher am Tagesgeschehen bewegen soll.

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Montag 20. September 2010 11:08

Ganske investiert in Ticket-Suchmaschine Ticcats.de

Bislang schien die Digitalisierung weitestgehend an Ganske und dem Jahreszeitenverlag vorbeizugehen. Keiner der hauseigenen Titel stellt eine Web-Großmacht dar. Merian.de wird sogar von Spiegel Online mitproduziert. Jetzt tätigen die Hamburger jedoch eine interessante Investition, um die eigenen Print-Stärken sinnvoll ins Web zu verlängern. So gründet Ganske Media Group Ticcats, eine vertikale Suchplattform Events und Tickets.


Hinter dem Projekt steht der Lüneburger Kulturwissenschaftler
Tobias Debuch. Er entwickelte die Suchmaschine in einer Beta-Version und wird als Geschäftsführender Gesellschafter in dem neuen Unternehmen das Geschäftsmodell weiterentwickeln.

Für den Jahreszeitenverlag ist das Thema deshalb so interessant, weil das Medienhaus mit dem Stadtmagazin Prinz ein Heft verlegt, das überwiegend von seinem Event-Kalender lebt. Seit Jahren wandern diese Informationen und Leser allerdings vermehrt ins Web ab. Ticcats könnte Online neue Kunde erschließen und hat zudem den Vorteil, dass eine integrierte Ticket-Suche- und Vermittlung auch Provisionserlöse erzielen würde.

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Alexander Becker lebt in Hamburg und arbeitet dort als freier Journalist. Seit fast zehn Jahren beschäftigt er sich mit dem World Wide Web und schreibt über die aktuellen Internet-Trends und neue Online- Entwicklungen. Bei MEEDIA betreut Alexander Becker die Rubrik „Web-Business“ und „Neue Sites“.

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Hallo! Ich finde es bemerkenswert, dass in der Bundesliga wirklich so viel Geld verdient wird, dass [...] Zum Artikel dieses Kommentars
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Your article is very good and useful for all of us. You have written it very well. I admire your work. [...] Zum Artikel dieses Kommentars
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