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Mittwoch 30. Juni 2010 14:11

Blog-Ausgabe: Welt kompakt druckt das Web

Zur Stunde übernehmen rund 20 Blogger das Regiment bei der Welt kompakt. Zum ersten Mal wird das Tabloid-Blatt nicht wie eine Tageszeitung daherkommen, sondern wie ein gedrucktes Blog. Prägnantester Unterschied: Es gibt keine Ressorts und das Hochkant-Format wird quergelegt. Das Projekt firmiert unter dem griffigen PR-Namen: Scroll Edition. Die angekündigten Star-Blogger Jeff Jarvis, Robert Basic und auch Markus Beckedahl schwänzen aber.  

Um 11:30 Uhr im sechsten Stock des Axel Springer-Hochhauses in Berlin fand die erste Redaktionskonferenz statt. Welt kompakt Mastermind Frank Schmiechen sagte gleich zu Beginn seiner einleitenden Ansprache: "Machen Sie sich keine Sorgen, wir haben schon vorgearbeitet und für ein Sicherheitsnetz gesorgt."

Tatsächlich wurden gleich zu Beginn all die Blogger enttäuscht, die dachten, dass man eine komplette Ausgabe von Null an zusammen befüllen würde. Jeder hatte bereits vorab einen Text eingereicht, der schon einmal eingekürzt und in ein fertiges Layout eingebaut wurde. Änderungen und neue Stücke sind natürlich erwünscht. Trotzdem konzentrierten sich die ersten Diskussionen auf zwei freie Stellen im Blatt: eine Doppelseite zur Bundespräsidentenwahl und eine durchgehend freie Meldungs-Spalte.

Zu den rund 22 Bloggern gehören Blogger wie Achim Schaffrinna, Sachar Kriwoj oder Martina Pickhardt. Die angekündigten Star-Blogger Jeff Jarvis, Robert Basic und auch Markus Beckedahl blieben dem Event fern. Immerhin haben Basic und auch Jarvis eigene Texte eingereicht. Jarvis berichtet ("Ihr sollt Kapitalisten sein") über das Südafrika-Projekt der Axel Springer-Akademie Thisissouthafrica. Basic schreibt über "Deutschland als Informationsstandort".

Als Leitfaden für die Blogger-Redakteure stellte die Welt-Chefredaktion fünf Leitsätze auf:

  1. Du sollst werten
  2. Die Uhr ist der Feind
  3. Der Chefredakteur ist Dein Freund
  4. Die Themen der Zeit sind Deine Themen
  5. Schreibe Offline wie online. Sei wer Du bist

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Dienstag 29. Juni 2010 11:50

"Da sitzt Joachim Löw und popelt sich durchs Match"

Abfallprodukt der 11 Freunde-Pressekonferenz: Am gestrigen Montag verkündete Gruner + Jahr seinen Einstieg beim Berliner Magazin für Fußball-Kultur. Bei der PK zum neuesten Einkauf des Hamburger Verlages, zeigte 11 Freunde-Chefredakteur Philipp Köster zwei kurze Video-Clips zur Auflockerung. Zum einen eine Top-Ten-Liste der schönsten Schwalben und zum anderen eine Szene, die den Deutschen Bundestrainer bei einer doch eher persönlichen Beschäftigung zeigt.

England - Deutschland, Wembley 2007

Die Aufnahme stammte aus dem Spiel England gegen Deutschland in Wembley vom 23. August 2007. Der Ausschnitt wurde laut Köster, "aus Rücksicht auf den DFB", nie im deutschen Fernsehen gezeigt. Eine solche Steilvorlage lässt sich dagegen das britische TV nicht entgehen.

Bei Löw handelt es sich sicherlich um eine der extremen Anspannung geschuldete Übersprungshandlung. Passend zur gestrigen 11 Freunde-PK notiert heute die SZ in ihrer "Stilkritik" zum Triumph der DFB-Elf über das englische National-Team: "Da sitzt Joachim Löw und popelt sich durch Match." Denn auch bei beim WM-Achtelfinale konnte der Bundestrainer seine Finger nicht von der Nase lassen. Wie der untere Clip beweist.


Deutschland - England, bloemfontein 2010

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Freitag 25. Juni 2010 12:52

Die besten Blogs zur Fußball-WM

Ob Bild, HAZ oder Kicker: Pünktlich zur WM entdecken Deutschlands Redaktionen das Bloggen. Für Anfänger machen die meisten Print-Journalisten - im Gegensatz zu ihren TV-Kollegen - dabei einen ziemlich guten Job. Das beste Journal vom Kap bietet der Blog-erfahrene Sport-Journalist Jens Weinreich. Geheimtipp unter den WM-Autoren ist der Star-Kreative Amir Kassai. Bis auf Weinreich eint aber anderen Projekte ein Problem: Es gelingt ihnen nicht, ihre Leser in lebendige Diskussionen zu verwickeln.

Diese direkte Kommunikation mit den Nutzern ist jedoch eine der wichtigsten Funktionen eines Blogs. Ein wunderbares Beispiel wie befruchtend das Zusammenspiel zwischen Autor und Leser-Community sein kann, ist das Blog von Jens Weinreich (siehe unten). Eine Vielzahl von seinen Stories ist durch Kommentare inspiriert oder verfeinert worden. Genau an diesem Punkt haben alle neuen Redaktions-Projekte größten Nachholbedarf. Selbst beim Bild-"WM-Block", der durch seine permanente Teaser-Präsenz auf der Bild.de-Startseite riesige Zugriffszahlen haben muss, müssen die Autoren mit zwei bis vier Kommentaren leben.

Die WM-Blogs im Überblick:


Bild-WM-Block
Spätestens seit dem Hunderttage-Projekt von Chefredakteur Kai Diekmann ist klar: Die Bild liebt das Blog-Format. Deshalb überrascht es nicht, dass die Berliner gleich mal das wohl größte Redaktionsblog gestartet haben. Insgesamt acht Autoren berichten aus Südafrika und Berlin. Hinter der Aktion steht aber ein kein ausgefeilter Masterplan. Gegenüber MEEDIA verrät Tobias Holtkamp, Bild.de-Sportchef, dass der "WM-Block" eine "spontane und relativ kleine Idee" war, die allerdings längst zu "großem WM-Erfolg" wurde.

Typische Notizen der Springer-Sport-Reporter sind kurze Postings und das Nacherzählen vermeintlich amüsanter Begebenheiten. Erstaunlicherweise funktioniert gerade bei den Bild-Autoren nicht immer der Versuch lustig zu schreiben. Dabei ist der berühmte Bild-Stil wie gemacht für Blogger. Der "WM-Block" bietet allerdings auch klasse Stücke. Der Live-Ticker zur Partie Australien gegen Ghana aus einem Surfer-Hotel in Jeffrey`s Bay (60km westlich von Port Elizabeth) ist so ein Beispiel. Das Posting ist witzig und kurzweilig und hat einen wunderbaren Chardonnay-Running Gag auf Kosten von Ernst Middendorp, der im südafrikanischen Fernsehen als Experte auftritt.

Für Bild.de-Sportchef Holtkamp zeigt das Blog, dass die "kleinen Anekdoten rund um ein großes Interview oder die Begleitumstände, wie es zu einer Story kam", einen ähnlich hohen Unterhaltungswert haben, "wie die Geschichte an sich. Viele Menschen interessieren sich dafür, wie Geschichten bei Bild entstehen und was Reporter und Redakteure erleben."

 


Jens Weinreich
Wie bereits bei den Olympischen Spielen und anderen Sport-Großereignissen ist die Seite von Jens Weinreich auch bei der Weltmeisterschaft ein wunderbarer Echtzeitbericht über die Arbeit eines Journalisten bei einem solchen Event. Den ganzen Tag über notiert der ehemalige Sport-Chef der Berliner Zeitung Bemerkungen, Abseitiges, Linktipps und knappe atmosphärische Berichte. Dieses Blog ist ein Muss für Leser, die sich auch für den praktischen Teil des Berichterstatter-Jobs interessieren.



Kicker
Auch der Kicker bloggt aus Südafrika. Die Nürnberger gehen aber einen komplett anderen Weg, als die Sport-Kollegen von der Bild. Anstatt ihr gesamtes Autoren-Team vom Kap schreiben zu lassen, wurde nur ein Mann als Blogger abgestellt. Uwe Röser berichtet über Land und Leute und die Arbeit von Journalisten. Ähnlich, wie die bei den Bild-Reportern, gelingt auch Röser keine lebhafte Leser-Kommunikation. Es gibt kaum Kommentare.


SchwarzROTgoldener Blog
Hier schreibt der Chef persönlich. Im schwarzROTgoldenen Blog der Hannoverschen Allgemeinen berichtet der Sport-Ressortleiter Heiko Rehberg aus Südafrika. Nach der WM soll das Journal allerdings nicht beerdigt werden, sondern "alle HAZ-Sportexperten über Fußball im Allgemeinen, die 1. Bundesliga im Besonderen und Hannover 96 im ganz Besonderen berichten". Die Anmerkungen von Rehberg sind sehr persönlich und transportieren recht wenige Zusatzinformationen. Ein Blick auf die Kommentarfront zeigt: So richtig angekommen ist das Blog bei den HAZ-Lesern noch nicht.


Neuer Osnabrücker Zeitung
Die Neue Osnabrücker Zeitung hat gleich zwei WM-Blogs am Start. Zum einen kommentiert der ehemalige Bundesliga-Profi und aktuelle Trainer des VfL Osnabrück, Karsten Baumann, in einem eigenen Journal, zum anderen berichtet Sportredakteur Alfons Batke "rund um die WM". Der Print-Profi macht einen ordentlichen Web-Job. Baumann dagegen sorgt für einen ärgerlichen Etiketten-Schwindel. Seine Site wird mit der Unterzeile "der VfL-Trainer erklärt die WM" angekündigt. Tatsächlich erklärt der vermeintliche Taktik-Experte nichts. Eine tiefgehende Analyse der Partien und einzelner Spielzüge sind weitestgehend Fehlanzeige. Stattdessen Absätze wie:"Am Sonntag nach unserer Saison-Eröffnung – übrigens ein in jeder Hinsicht ein gelungenes Ereignis – habe ich auf dem Heimweg beim Italiener haltgemacht und ein Pizza mitgenommen. Ich bestellte die 'Pizza Endstazoini' – aber lachen konnte darüber keiner…"








Allesaussersport.de
Seit Jahren eines der besten Sport-Blogs im deutschen Web zieht Kai Pahl bei dieser WM ganz groß auf. Neben TV-Tipps und vielen WM-Tickern ist vor allem die tägliche Rubrik "Grundrauschen" eine wunderbar Echtzeitübersicht über die wichtigsten Sport-Nachrichten.







Elfterjuli
Im gewissen Sinne außer Konkurrenz - weil er kein Journalist oder Fußballexperte ist – schreibt Amir Kassaei. Trotzdem oder gerade deshalb macht der Kreativchef von DDB Germany einen klasse Job. Der Berliner schreibt selten, aber immer persönlich, unterhaltend und interessant - genau so soll es sein.

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Donnerstag 24. Juni 2010 12:56

Hyperlokal: Meinestadt.de mit Regional-News

Trendforscher glauben schon länger daran, dass sich immer mehr Medienkonsum in den Bereich des Hyperlokalen verschiebt. Viele Regionalblätter sehen dort noch immer ein großes Leser- und Anzeigen-Potential. Der deutsche Web-Riese Meinestadt.de versucht mit seinem neuem Lokal-Projekt "Stadt Aktuell" genau von diesem Trend zu profitieren. Das neue Angebot bündelt für einzelne Orte die Inhalte aus redaktionellen Nachrichtenquellen, lokal verorteter Twitter-Meldungen, privater Blogs und Vereinsseiten.

Wie jedes anständige Web-Projekt geht auch "Stadt Aktuell" erst einmal im Beta-Betrieb online. Zum Test-Start werden Metropolen wie Berlin, Stuttgart und München, aber auch Kleinstädte wie Sinzig oder Siegburg bedient.

 

Beispiel-Seite für München

Die neuen Service-Seiten bestehen zwar aus einem Sammelsurium unterschiedlicher Quellen, präsentieren sich jedoch erstaunlich übersichtlich. Es gibt jeweils eine größere Aufmacherstory und eine Vielzahl von Meldungen, die einfach chronologisch geordnet sind. Die Inhalte werden nicht – wie bei Nachrichten-Aggregatoren üblich – automatisch gesammelt und gewichtet, sondern von einer kleinen Redaktion gelesen und bewertet.

Die große Hoffnung der Zentral-Redaktion in Siegburg ist es jedoch, möglichst viele Nutzer zu motivieren, selbst lokale Nachrichten als sogenannte "Stadtschreiber" zu verfassen und einzustellen. Bevor der Content von einem lokalen Blog oder einer Vereinsseite auf der jeweiligen Meinestadt-Unterseite erscheint, wurden die jeweiligen Blogger oder Webmaster um Erlaubnis gefragt.

"Mit dieser bunten Mischung an lokalen Nachrichten liefern wir die moderne Antwort auf das gedruckte Angebot der Lokalzeitungen", sagt Peter Bettin, Vorstand Chief Operating Officer von Meinestadt.de. Das langfristige Ziel von "Stadt Aktuell" ist der Aufbau vertikaler Lokalnachrichten-Netzwerke für möglichst alle deutschen Städte und Gemeinden.

Mit dem Mix als regionaler Nachrichten-Aggregator und Bürgerreporter-Portal mit enger Twitter-Anbindung könnte sich "Stadt Aktuell" zu einem Konkurrenten der jeweiligen lokalen Verlagshäuser entwickeln, aber auch Web-Projekte wie MyHeimat Nutzer klauen. Zudem fischt Meinestadt mit seinem neuem Angebot im selben Web-Teich, in dem Robert Basic auch sein ambitioniertes Buzzriders-Projekt aufziehen will.

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Mittwoch 16. Juni 2010 16:18

Abowelt: Kampf um Preise und Prämien

Der Traumkunde eines jeden Verlagsmanagers ist ein treuer Abonnent. Bei der Neukundenakquise hat sich längst ein für den Endverbraucher schwer durchschaubares System aus Zwischenhändlern und Direktvertrieb etabliert, bei dem es für jeden Titel unterschiedlichste Rabatte und Prämien gibt. Das Start-up Abowelt.de ordnet nun das Chaos und zeigt für jedes Magazin das günstigste Angebot. Nebeneffekt: Es ist gut zu erkennen, welche Titel von den Verlagsmanagern gerade besonders gepusht werden.


Diese Frage beantwortet die Rubrik "Abos mit der größten Ersparnis. Dort führt unangefochten die Petra aus dem Jahreszeitenverlag. Ein Jahresvertrag für das Frauenmagazin kostet 30 Euro. Als Belohnung gibt es allerdings eine Bar-Prämie von 30 Euro. Heißt: Effektiv ist die Petra, zumindest im ersten Jahr, kostenlos zu haben. Den zweiten Platz in diesem Ranking belegt Elle Decoration mit einem Jahrespreis von 33 Euro und einer Bar-Prämie von 30 Euro. Das bedeutet einen Effektivpreis von drei Euro pro Jahr. Bei der InStyle liegt der Effektivpreis bei 5,40 Euro, bei TV Today sind es 10,50 Euro und bei der Hörzu 11 Euro. Auf ein Jahr umgerechnet kostet Springers Traditionsblatt damit nur 21 Cent pro Ausgabe.


Dieser Tabelle ist jedoch nur ein Teil des Services von Abowelt.de. Kernangebot der neuen Tochter des Online-Portals Sparwelt.de ist schlicht der Verkauf von Print-Abonnements. Dazu sammeln die Berliner – wie ein klassischer Preisvergleicher – die aktuellen Angebote der unterschiedlichen Abo-Vermittler. Innerhalb der Zwischenhändler wie Kiosk Plus oder McAbo.de gibt es bei einigen Titeln erhebliche Preisunterschiede. "Viele Menschen wissen gar nicht, wie günstig der effektive Jahrespreis eines Abonnements durch Gutschein- oder Geldprämien für die Leserwerbung rechnerisch werden kann“, sagt Daniel Engelbarts, Gründer und Geschäftsführer der Sparwelt GmbH.

Auch die großen Nachrichtenmagazine im Sortiment des Start-ups. Für den Stern (Listenpreis 156 Euro) gibt es 80 Euro zurück. Das Verhältnis beim Spiegel: 189.80 Euro Listenpreis, 90 Euro Cash-Rückzahlung, macht einen Effektivpreis von 99.80 Euro. Das Verhältnis beim Focus: 166,40 Listenpreis und 110 Euro Cash-Rückzahlung.

Nicht nur Jahres-, sondern auch Probe- und Mini-Abos stehen im Fokus der neuen Site. Verlage lassen sich wegen rückgängiger Reichweiten die Gunst der Leser ordentlich was kosten: Manche Mini-Abos bieten daher beachtliche Sachprämien. Da lohnt es sich dann umso mehr, einfach einmal ein Abo abzuschließen“, sagt Engelbarts.

Engelbarts ist neben seinem Engagement bei Sparwelt.de zudem noch Partner der Econa AG. Zum Portfolio der Beteiligungsgesellschaft gehören unter anderem die Plattformen Winload, Mobiload und Funload. Das Interesse der Verlage an den Berlinern wurde gerade erst Ende Mai geweckt. Damals wurde bekannt, dass Econa die drei Apple-Fachportale Macnews.de, Macmagazin und MacCommunity übernimmt.

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Sonntag 13. Juni 2010 22:56

Das Web diskutiert über Vuvuzelas

Zwei Tage wurden die TV-Zuschauer bei der Fußball-WM von dem Dauergetröte der Vuvuzelas genervt. Jetzt beschäftigt sich das Web mit der Tinnitus-Trompete. So hat ein gewiefter Blogger hat einen Vuvuzelas-Filter entwickelt, eine Facebook-Gruppe ist genervt und das Bildblog weist nach, dass die Bild zum einen Stimmung gegen den „Tröt-Wahnsinn“ macht und zum anderem die Fan-Fanfaren selbst verkauft. Optisch am überzeugendsten bringt Sascha Lobo den Vuvuzela-Protest auf den Punkt.

Lobo-Version des aktuellen Spiegel-Covers

Für seine Ablehnung benutzt der oftmals selbst als Lautsprecher bezeichnete Lobo  keine Tröte oder ähnliche Krawallinstrumente, sondern setzt auf einen ruhigen – rein visuellen – Protest. Der Berliner remixt dazu das aktuelle Spiegel-Cover. Anstatt Angela Merkel und Guido Westerwelle ist auf den Titelblatt des Nachrichtenmagazins nur noch eine Tröte zu sehen. Die Headline bleibt identisch. Sie besteht nur aus einem Wort: „Aufhören!“

Auch das Bildblog lässt bei seiner aktuellen Bild-Vuvuzela-Bloßstellung fast mehr Bilder als Worte sprechen. Unter einem Screenshot des samstäglichen Bild-Aufmachers „Trötwahnsinn bei der WM“ wurde effektvoll ein zweiter Screenshot montiert. Er zeigt eine Anzeige aus den Bild.de Shop für das „Fan-Set 3-teilig“. Laut Text biete es die „Grundausstattung für jeden Fußballfan: Schnell mit dem praktischen Schminkstift die drei entscheidenden Farben auf die Wangen aufgetragen, die Mega-XXL-Fahne umgehängt und kräftig in die Tröte geblasen. So weiß dann auch jeder: Jetzt geht`s los, jetzt geht`s los.“

Die Anzeige aus dem Bild.de-Shop

Überrascht haben dürfte der Lärm die Bild-Chefredaktion allerdings. Bereits während des Confed-Cups im vergangenen Sommer beschrieb Bild-Reporter Mathias Sonnenberg das Blasinstrument als „nervig“.

Natürlich kommt längst kein medialer Aufreger mehr ohne entsprechende Facebook-Seite daher. Es ist also nicht weiter verwunderlich, dass es auch die Gruppe „Vuvuzelas nerven!“ gibt. Irgendwie hat der Beschreibungstext einen seltsamen Beigeschmack. „Liebe afrikanische Fans, wir finden Bienen genauso toll wie ihr. Wir finden aber auch Fußball toll. Vor allem die WM begeistert uns. Die sonst gute Stimmung, die ihr vermittelt geht aber leider durch DIESE SCHEIß VUVUZELAS verloren.“ Innerhalb kurzer Zeit brachte es die Seite auf 3.205 Fans.

Die mit Abstand beste Lösung des Tröten-Problems liefert der Surfpoet Tube. Nach dem er den genauen Ton der Vuvuzela (Ais) bestimmt hat, verfasste er eine Anleitung, wie man genau dieses fiese Ais aus seiner Soundkarte rausfiltern kann. Die Lösung ist zumindest via Computer eine Fußball-Übertragung ohne Tinnitus-Effekt – aber auch fast komplett ohne Stadion-Atmosphäre.

 

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Alexander Becker lebt in Hamburg und arbeitet dort als freier Journalist. Seit fast zehn Jahren beschäftigt er sich mit dem World Wide Web und schreibt über die aktuellen Internet-Trends und neue Online- Entwicklungen. Bei MEEDIA betreut Alexander Becker die Rubrik „Web-Business“ und „Neue Sites“.

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Hallo! Ich finde es bemerkenswert, dass in der Bundesliga wirklich so viel Geld verdient wird, dass [...] Zum Artikel dieses Kommentars
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