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Dienstag 25. August 2009 11:13

Kunath-Investment PaulsMama ist zurück

Unerwartetes Comeback: Im Februar 2008 verkauft Nina-Julia Kunath ihre Mütter-Community PaulsMama.de. Seit dem war die Seite offline. "Ich hatte damals unterschätzt, welchen Aufwand ein neugeborenes Kind mit sich bringt", erzählt sie MEEDIA. Den neuen Besitzern gelang es nicht, ein funktionierendes neues Konzept zu entwickeln, und so gaben sie die Seite wieder ab – an die alte Besitzerin. Nun ist Paulsmama wieder online und Kunath verrät im MEEDIA-Interview wie sie diesmal Kind und Job verbinden will.

Seit wann ist die Seite wieder online?

Seit etwa 4 Wochen ist das redaktionelle Angebot online, die Community ist erst letzte Woche live gegangen.

Wie kam zum Neustart von PaulsMama?
Seit mein Sohn Paul im Kindergarten ist, habe ich wieder mehr Zeit zum Arbeiten. Ich habe die letzten Monate sehr bereut, dass ich das Projekt Paulsmama.de verkauft hatte. Es ist eine sehr emotionale Sache, nicht nur weil das Projekt den Namen meines Sohnes Paul trägt, sondern auch weil ich in täglichen Gesprächen mit Müttern spüre, dass es einen Bedarf für ein solches Angebot gibt. Leider konnte ich damals das Projekt nicht fortführen, da ich für meinen Sohn voll da sein wollte und ich zu diesem Zeitpunkt keinen Freiraum für berufliche Aktivitäten hatte.

Was haben die Vorbesitzer mit der Site gemacht?
Die Käufer hatten geplant, die Seite etwas umzugestalten und nach dem Relaunch fortzuführen, Das ist allerdings nicht geschehen. Das hat mich doch sehr traurig gestimmt, da mein Herz an dem Projekt hängt. Deshalb habe ich versucht, die Seite zurückzukaufen, was mir letztlich auch gelungen ist.

Es gab das Gerücht, die Vorbesitzer hätten die Kundendaten verkauft. Stimmt das?
Ich habe damals das gesamte Projekt mit allen Kundendaten verkauft. Denn ich wollte ja, dass die Nutzer weiterhin in der Community aktiv sein können und bereits vorhandene Bekanntschaften weiter pflegen können. Leider ist das Projekt dann nicht so weitergeführt worden, wie ich mir das vorgestellt hatte.
Ich habe das Projekt zurückgekauft, allerdings ohne Kundendaten. Denn die Community war mehr als ein Jahr nicht mehr aktiv. Viele ehemalige Mitglieder hätten sich wohl eher belästigt gefühlt, wären sie weiterhin als Nutzer bei uns geführt worden. Deshalb habe ich mich zu einem Neustart entschlossen, ohne Übernahme der Kundenkartei.

Wie wird es mit PausMama jetzt weitergehen?
Wir werden uns konsequent auf die Zielgruppe Mütter und junge Familien ausrichten. Mütter und natürlich auch Väter sollen sich über die alltäglichen Problemchen austauschen können und sich gegenseitig Rat geben. Darüber hinaus werden von einem professionellen Team journalistische Artikel verfasst, welche den jungen Müttern Rat in der neuen Lebenssituation geben sollen.

Was ist neu auf der Seite?
Wir setzen den Schwerpunkt auf journalistische Kompetenz. Die Community ergänzt das redaktionelle Angebot. Denn trotz aller Vorteile des Web2.0 schätzen die User fundiert recherchierte Berichte von Profis. Das wird auch die Werbekunden überzeugen, denn Markenartikler werben lieber in redaktionellen Umfeldern als in Communities.
Ansonsten werden wir nicht vieles anders machen als unsere Mitbewerber von Mamiweb oder Netmoms. Wir wissen, dass wir einen großen Rückstand aufzuholen haben. Aber wir müssen auch nicht die Nummer 1 im Bereich der Mütterangebote werden. Im Printbereich hat sich gezeigt, dass auch die Nummer 3 oder 4 gutes Geld verdienen kann.

Wie soll der Neustart beworben werden?

Wir werden vor allem über E-Mail-Marketing, klassische Bannerkampagnen und Suchmaschinenmarketing wachsen. Natürlich werden wir auch die Mittel der Online-PR nutzen. 

Warum ist der erste Versuch damals gescheitert?

Ich habe damals unterschätzt, welchen Aufwand ein neugeborenes Kind mit sich bringt. Ich konnte einfach die Familie und das eigene Unternehmen nicht unter einen Hut bringen. Letztlich habe ich mich natürlich für mein Kind entschieden, was die bittere Erfahrung einer Niederlage im geschäftlichen Bereich zur Folge hatte.

Welchen Fehlen dürfen Sie auf keinen Fall mehr wiederholen?
Ich habe damals geglaubt, alles selbst machen zu können. Das ist ohnehin schon ein Fehler, mit einem Neugeborenen erst recht. Ich habe nun viele Aufgaben an externe Dienstleister vergeben und kümmere mich vor allem um die Weiterentwicklung des Unternehmens und um den journalistischen Bereich. Marketing, Vermarktung und auch die kaufmännischen Aufgaben habe ich an externe Spezialisten vergeben. Denn die können das viel besser als ich selbst.

Wie soll sich Paulsmama finanzieren?

Das mag in der jetzigen Krise nicht sehr clever klingen: PaulsMama.de wird sich über Werbeerlöse finanzieren. Für klare und interessante Zielgruppen gibt es in jeder Wirtschaftslage Werbebudgets. Dass der Werbemarkt im Moment schwächelt, kommt uns eher entgegen. Denn wir können unser Angebot in der Krise entwickeln und werden dann von wieder steigenden Werbeausgaben profitieren. Ergänzend werden wir auch Einnahmen über E-Commerce-Angebote und Affiliate-Provisionen erzielen.

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Mittwoch 19. August 2009 17:36

Die neue Strategie der Samwers

Paradigmen-Wechsel bei den wichtigsten deutschen Netz-Investoren: Anstatt werbefinanzierte Communitys oder Web 2.0-Portale wie StudiVZ oder MyVideo aufzubauen und an Deutschlands Medienhäuser (Holtzbrinck, ProSiebenSat.1) zu verkaufen, stecken Marc, Oliver und Alexander Samwer ihr Geld jetzt in E-Commerce-Angebote. Der Vorteil: Die Web-Shops erzielen vom ersten Tag an Transaktionserlöse. Darüber hinaus lassen sich die Netz-Läden bald auch an die Handelshäuser verkaufen, die das Web bislang verschliefen.

Die aktuelle Neugründung der drei Brüder ist das Designer Outlet MyBrands. Die weiteren Samwer-Investments hören auf die Namen 7trends.de (Mode), Beautydeal.de (Kosmetik), Enamora.de (Wäsche), Netzoptiker.de, Zalando.de (Schuhe) sowie den Shop-Generalisten Ladenzeile.de. Dieses Online-Kaufhaus bündelt das Sortiment von über 70 Shops und kommt so auf ein Gesamt-Angebot von über 100.000 Produkten.

Die neuen Web-Kaufhäuser laufen nicht über den European Funders Fund, sondern über eine zweite Beteiligungsgesellschaft der Samwers, die Rocket Internet. Das Berliner Unternehmen sieht sich – laut Selbstbeschreibung – als Inkubator, der in "neue, innovative Projekte aus den Bereichen Internet und Mobile" investiert.

Bei genauerem Hinsehen ist zu erkennen: Keine der E-Commerce-Neugründungen ist eine Innovation. Es handelt sich bei ihnen um Kopien bekannter internationaler Vorbilder. Zalando.de ist beispielsweise ein Klon des US-Spezial-Versenders Zappos. Amazon schluckte den Schulladen gerade für 928 Millionen Dollar.

Somit passen die neuen E-Commerce-Investments exakt in das Beuteschema der drei Brüder. Ob Alando (Ebay), MyVideo (ProSiebenSat1) oder StudiVZ (Holtzbrinck): Die Samwers haben schon immer erfolgreiche US-Konzepte dreist kopiert und dann mit viel Gewinn weiterverkauft.

Darüber hinaus ist der Strategie-Wechsel der drei Brüder ein Indiz dafür, dass sie glauben, dass man in absehbarer Zeit mit werbefinanzierten Web-Angeboten kaum noch Geld verdienen kann. In Krisenzeiten erscheint es ihnen sinnvoller auf Shopping-Portale zu setzen. Der Vorteil liegt auf der Hand: Die Web-Läden erzielen vom ersten Tag an – wenn auch nur geringe – Einnahmen.

Der E-Commerce-Experte Jochen Krisch glaubt an einen Erfolg der neuen Samwer-Taktik: "Zwar bezweifeln Skeptiker die Handelskompetenz der einzelnen Teams, aber diese wird wohl im Zweifel weniger den Ausschlag geben als die geballte Online-Kompetenz des Inkubators."

Krisch glaubt, dass die Samwers mit ihren Web-Shops ähnliche Ziele verfolgen, wie bereits mit ihren Web 2.0-Start-ups. StudiVZ & Co. haben die Investoren an deutsche Medienunternehmen verkauft. Die Online-Handlungen werden sie dann wohl an die einheimischen Handelshäuser veräußern, die den Trend hin zum E-Commerce noch immer verschlafen. "Wir sind gespannt, ob die Rechnung aufgeht", bloggt Krisch. Das trifft wohl auf die gesamte Web-Branche zu.

>> Gründerszene.de

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Donnerstag 13. August 2009 17:33

Die Anonymen Social Media-Abhängigen

Das Sommerloch scheint der ideale Zeitpunkt für erfolgreiche Viral-Kampagnen sein. So gelang Microsoft mit seinem rutschenden Mann einen echten Überraschungs-Hit. Doch da vor dem Spot ist nach Spot ist, gibt es bereits ein würdigen Nachfolger: Mit seiner "Social Media Addicts Association" (S.M.A.A.) startet Sony eine richtig lustige Kampagne für seine Vaio-Notbooks. In kurzen knappen Clips stellen sich jeweils, ähnlich eines Treffen der Anonymen Alkoholiker, verschieden Otto-Normal-User vor, die zugeben, Social Media-abhängig zu sein. Bereits die Web-Adresse ist schon lustig: Stopwritingonmywall.com

Hier drei Beispielclips:






(via Basicthinking.de)

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Montag 10. August 2009 16:15

IVW erlaubt Klick-Trick von N24.de

Es ist der Clou des Monats: Mit Hilfe eines geschickten Etiketten-Schwindels steigerte N24.de innerhalb eines Monats seine Visits um 328,7 Prozent (jetzt 19,4 Millionen). Der Trick: Die News-Seite zählt seit Juli den Traffic der vielfach größeren Konzerntochter Wer-weiss-was.de mit. Ein fragwürdiger, aber dennoch legaler Trick. Gegenüber MEEDIA erklärte die IVW, dass das Vorgehen von N24.de "unseren Richtlinien" entspricht, "da N24 eine eindeutige Kennung auf den wer-weiss-was Seiten eingebaut hat."

Tatsächlich: Auf der Homepage des Wissensportals prangt im Seiten-Kopf gut Sichtbar ein N24.de-Logo. Damit ist bereits eines der nötigen IVW-Kriterien erfüllt. Ein zweites besagt, dass die News-Seite ihren neuen Partner in der so genannten Local Liste ausweisen muss. In diesem Verzeichnis müssen alle Web-Angebote, die sich über die Informationsgemeinschaft zur Feststellung der Verbreitung von Werbeträgern zählen lassen, darlegen, welche weiteren Adressen unter ihrem Namen mitgezählt werden.

Hier lohnt sich auch ein Blick in die Local Liste des Contentangebotes von T-Online. Neben den hauseigenen Inhalten des Providers werden dort auch Seiten wie alle Scout24-Auftritte (Friendscout, Autoscout etc.), Erotik-Portale wie Coupe und Erotic-lounge oder aber auch Haraldschmidtshow.de genannt.

Dieser Kniff, die eigenen Visits und Klicks mit Hilfe von Partner-Angeboten zu steigern, ist tatsächlich nicht neu. Allerdings verzichteten die meisten Nachrichten-Angebote bislang auf diese Methode.

Für viele Insider kam der N24.de-Coup allerdings nicht überraschend. Bereits am 1. Juli erklärte die News-Seite via Pressemitteilung: "N24.de erweitert sein Onlineportal um das Angebot der Wissensplattform wer-weiss-was.de". Weiter heißt es. "Das erweiterte Onlineangebot des Nachrichtensenders ist Teil der Gesamtstrategie, N24.de als eines der führenden multimedialen Nachrichten- und Wissensangebote zu positionieren."

Interessant wird nun die Frage, wie die Konkurrenz reagiert. Beispielsweise könnte Stern.de den G+J-Zukauf Chefkoch.de integrieren. Damit würde die Newsseite auf einen Schlag seine Klicks um 50 Prozent steigern. Bei den Visits wäre sogar ein Sprung von aktuell 17 Millionen auf über 28 Millionen Visits möglich. Die Stern.de-Argumentation würde dann lauten: "Stern.de erweitert Onlineportal um das Angebot der Koch- und Genuss-Plattform Chefkoch.de".

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Sonntag 02. August 2009 19:01

Vanityfair.de: Eine Marke spart sich langsam in die Bedeutungslosigkeit

Es ist eine der wohl spannendsten Online-Erkenntnisse des Jahres: Abgetakelte Offline-Marken, können im Internet vital und erfolgreich weiterleben. Gute Beispiele – aus der Medienbrache – liefern beispielsweise "Brigitte Young Miss" oder Vanityfair.de. Bei letzteren muss man allerdings wohl sagen, dass die Web-Herrlichkeit wohl bald vorbei ist. Denn nach einem Bericht von Horizont.netVanityfair.de/miki speckt „Vanity Fair" sein Online-Angebot deutlich ab. „Statt der heutigen Mischung aus redaktionellen Beiträgen, Videos und Fotostrecken, gibt es künftig unter vor allem Fotos mit knappen Bildunterschriften.“

Aus Markensicht ein möglicherweise unverzeihlicher Schritt. Denn nach der Einstellung des Papier-Magazins hielt sich die Seite – zumindest bei den Visits ordentlich. Als Condé Nast das Print-Heft im Februar einstellte, verzeichnete die Seite 295.248 Visits und 3,5 Millionen Page Impressions. Bis zum Mai brachen die Klicks auf 2,3 Millionen ein. Die Visits konnten mit 267.074 ihr Niveau annähernd halten.

Aber jetzt heißt es, dass es den Verlagsmanagern nicht gelang ein tragfähiges Konzept zur Fortführung des Portals zu entwickeln. „Das hätte einen umfangreichen Relaunch und Investitionen erfordert, die in der aktuellen Marktsituation nicht sinnvoll erschienen", zitiert Horizont.net eine nicht weiter benannte Verlagsquelle.

Möglicherweise verspielen die Münchner eine Chance, die die Hamburger von Gruner + Jahr bereits eindrucksvoll zu nutzen verstanden. Mit bym.de liefert sie den Beweis, dass der Schritt hin zu Online-Only durchaus funktionieren kann. Bereits Mitte 2006 entschied sich G+J den jungen Brigitte-Ableger als Print-Produkt sterben zu lassen. Unter der URL bym.de erreichte die Webseite zum Zeitpunkt der Einstellung acht Millionen Page Impressions. Im Dezember 2008 hatte sich die Zahl auf 11,2 Millionen gesteigert. Aktuellere Daten gibt es nicht, da Bym.de mittlerweile zusammen mit Brigitte.de ausgewiesen wird.

Fakt ist allerdings auch, dass sich Vanityfair.de, mit einer Leserschaft zwischen 200.000 und 300.000 Visits, definitiv nicht finanzieren lässt. Eine Basis von rund 250.000 aktiven Visits ist jedoch ein denkbar günstiger Ausgangspunkt um Schritt für Schritt zu expandieren. Mit ein wenig mehr Mut, hätte die Webseite die Chance gehabt zu einer kleinen modernen Web-Erfolgsgeschichte zu werden. So wird Vanityfair.de allerdings in die Bedeutungslosigkeit gespart.

 

 

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Alexander Becker lebt in Hamburg und arbeitet dort als freier Journalist. Seit fast zehn Jahren beschäftigt er sich mit dem World Wide Web und schreibt über die aktuellen Internet-Trends und neue Online- Entwicklungen. Bei MEEDIA betreut Alexander Becker die Rubrik „Web-Business“ und „Neue Sites“.

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