Humor ist, wenn man trotzdem lacht. Unter diesem Motto steht so manch ein geschmacklich grenzwertiger Internet-Witz. Größere Teile der Web-Gemeinde mögen es jedoch – vor allem in der Mittagspause – gerne derbe. Der neuste US-Büro-Hype ist das Browserspiel Swinefighter. Ziel des Games: Mit Hilfe einer überdimensionierten Spritze gilt es so viele Schweinegrippe-Viren zu eliminieren, wie nur möglich. Bislang wurden so über 2,3 Millionen virtuelle Viren zerstört.
Damit sich das Game noch schneller als die Schweinegrippe ausbreitet, hat jeder Spieler die Möglichkeit Swinefighter an seine Facebook-, Twitter- oder MySpace-Freunde zu schicken.
Ein kleines Info-Feigenblatt bietet Swinefighter am unteren Ende der Seite. Dort finden sich fünf Tipps, wie man einer Infektion vorbeugen kann. So wird zum Beispiel geraten, sich beim Niesen immer ein Papiertaschentuch vor die Nase zu halten oder mehrmals pro Tag die Hände mit Seife zu waschen.
Entwickelt und programmiert wurde Swinefighter von Heyzap. Das US-Unternehmen ist auf Flashspiele spezialisiert, die sich via Widget in die eigenen Webseiten, Facebook-Accounts oder Blogs einbauen lassen.
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Ein Treffen alter Bekannter: Die gestrige Verhandlung vor der Kölner Wettbewerbskammer ist nicht der erste Gerichtstermin von StudiVZ und Facebook. Neben zwei schwebenden Verfahren versucht Facebook – nach Recherchen von Spiegel Online – bereits seit 2006 immer wieder den deutschen Rivalen juristisch lahm zu legen. Zuletzt scheiterten die US-Amerikaner im Januar 2009 mit einer Abmahnung, die StudiVZ den Weiterbetrieb der Plattform untersagen wollte.
Verhandelt wurde die Abmahnung am 9. Januar 2009 (6.W.3/09). Das OLG lehnte eine Beschwerde von Facebook gegen einen Beschluss des Landgerichts vom 19. Dezember 2008 ab.
Spiegel Online zitiert aus dem OLG-Beschluss: "Eine besondere Eilbedürftigkeit und Gefahr der Vernichtung von Beweisstücken durch den Gegner kann vor Gericht nicht mehr geltend machen, wer wie die Antragstellerin (...) über zwei Jahre zuwartet, bevor sie geeignete Schritte zur Sammlung von Beweismitteln gegen vermeintliche Plagiatoren ihrer geschützten Webseite (...) unternimmt."
Facebook gerät immer wieder in Erklärungsnöte, warum sie sich mit ihren Klagen viel Zeit lassen würden. Seit 2006 gibt es klare Hinweise, dass die damaligen StudiVZ-Programmierer Teile des Quellcodes von Facebook übernommen haben. Im selben Jahr starten die Amerikaner auch den Versuch, juristisch gegen den damals noch winzigen deutschen Konkurrenten vorzugehen. Die damalige Abmahnung verlief allerdings wohl im Sande.
Bis zum nächsten juristischen Treffen dauerte es fast zwei Jahre. Im Juli reichte Facebook in Kalifornien Klage gegen die StudiVZ-Betreiber ein. Sie sollen bei der Gestaltung ihres Portals in erheblichem Umfang vom US-Vorbild abgekupfert haben.
Der Konter des damaligen StudiVZ-Chefs, Marcus Riecke, ließ nicht lange auf sich warten. Vor dem Landgericht Stuttgart reichte die Holtzbrick-Tochter eine Klage ein, um "von deutschen Gerichten feststellen zu lassen, dass die von Facebook erhobenen Vorwürfe nicht zutreffend sind".
Dieses Verfahren ist noch immer anhängig. Durch den Prozess in Köln wird das Stuttgarter-Verfahren jedoch wohl obsolet. Einigen sich die beiden Parteien nicht aussergerichtlich, wird der Prozess vor der Wettbewerbskammer in Köln am 16. Juni fortgesetzt.
Pikant: In Prozessen, in denen es um den Diebstahl geistigen Eigentums geht, hat Facebook bereits eine gewisse Erfahrung. Firmengründer Marc Zuckerberg selbst wurde von Kommilitonen verklagt, die dem CEO vorwarfen, dass Facebook-Konzept geklaut zu haben. Durch einen 65 Millionen US-Dollar-Vergleich wurde der Streit beigelegt.
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Seit dem Bekannt wurde, dass die schweizer Blogwerk AG ihr Medienblog Medienlese.com einstellt, entwickelte sich eine höchst beachtenswerte Solidaraktion. Über die Charity-Plattform Betterplace.org organisiert Sachar Kriwoj eine Spendenaktion, um zumindest die Kolumne „6vor9“ zu retten.
Ähnlich wie der Branchen-Aggregtor Turi2 stellt bei „6vor9“ auch der freie Journalist Ronnie Grob jeden Werktag sechs lesenswerten Linktipps zu Medienthemen zusammen. Pünktlich sechs Minuten vor neun gehen sie online. Grobs Links beeindrucken in zweierlei Hinsicht: Erstens ist tatsächlich fast jeder lesenswert und zweitens sind die jeweiligen Text-Inhalte hervorragend zusammengefasst.
Das Ziel der Spendenaktion sind 2000 Euro. Denn dann es mit “6vor9“ weitergehen. Blogwerk-Chef Peter Hogenkamp sagt dazu: „Wenn wirklich 2000 Euro zusammen kommen, egal von wieviel Personen gespendet, legen wir den Rest drauf und stellen den Weiterbetrieb von «6 vor 9» durch Ronnie Grob für ein halbes Jahr sicher, also bis Ende Oktober 2009.“
So löblich die Spenden-Aktion auch ist, hat sie doch ein gewisses Geschmäkle. Offenbar ist es Blogwerk in drei Jahren Medienlese nicht gelungen, genügend Werbekunden für „6vor9“ zu gewinnen. Dabei scheint sich Grobs Kolumne für kleines Geld realisieren zu lassen. Wenn es die Blogwerk AG also bislang nicht geschaft hat, die monatlich vielleicht 750 Euro aufzutreiben, warum sollte es ihr dann ab Oktober gelingen? Mit der Spendenaktion würde dann das Projekt möglichweise einfach nur für ein paar Monate weiter künstlich am Leben erhalten. Das macht doch wenig Sinn.
Braucht „6vor9“, beziehungsweise Ronnie Grob und seine hervorragende Morgenarbeit, nicht eher eine neue Heimat inklusive anderer Vermarktungsmöglichkeiten? Nur wenn es neben den Spenden auch ein neues langfristiges Finanzierungskonzept für „6vor9“ gibt, hat eine Spende auch einen gewissen nachhaltigen Wert.
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Update am Ende des Textes
"Wir von Blogwerk haben beschlossen, medienlese.com am 30. April einzustellen. Das tut weh, aber die wirtschaftliche Entwicklung lässt uns kaum eine andere Wahl", schreibt Blogwerk-Chef Peter Hogenkamp.
Ein echter Verlust für die deutsche Blogophäre: Die Seite belegt Platz 20 der deutschen Blogcharts. Seit dem 2. August 2006 erschien jedem Werktag – ohne Unterbrechung – eine Ausgabe der Presseschau "6 vor 9". Insgesamt bloggten die Autoren 2150 Artikel.
"Wir haben immer gewusst, dass medienlese.com zu einem guten Teil ein Prestigeobjekt ist, und dass man mit einem Medienblog, das kein Branchendienst sein konnte und wollte, nicht viel Geld verdienen konnte. Wir haben es uns trotzdem gern geleistet. Leider geht das nun nicht mehr", schreibt Hogenkamp.
Pikant ist natürlich, dass Medienlese selbst gerne und oft über die Entlassungswellen der großen Verlage berichtete und jetzt selbst zum Opfer einer solchen wurde. "Ein großer Teil der Journalismus-Zukunft wird online stattfinden, diese Aussage war und ist sicher richtig", schreibt Hogenkamp.
Selbst Don Alphonso findet das Ende des Blogs "doof", weil sich die Autoren "tatsächlich angestrengt und selbst was gemacht haben, statt immer nur abzuschreiben und anderen Medien in den Arsch zu kriechen, wie das sonst in dieser Branche nicht selten ist."
Update:
Sachar Kriwoj ruft einem Blog Massenpublikum zu einer Rettungsaktion von "6 vor 9" auf. "Nehmen wir an, dass nur jeder 10. fünf Euro spenden würde, dann hätten wir zumindest die sehr beliebte Rubrik „6 vor 9“ gerettet. Lasst uns beweisen, dass es nicht nur Social Media gibt sondern wir auch social denken, um Media zu retten. Lasst uns beweisen, dass die Aktion “Ein Herz für Blogs” nicht nur leere Worte waren. Wer ist dabei?"
Kriwoj lässt auch gleich Taten sprechen und richtete bei Betterplace.org eine Spendenplattform ein.
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Die Ratbeber-Communitys Gutefrage.net und Wer-weis-was.de gelten als echte Klickmaschinen mit beeindruckenden Wachstumszahlen. Platzhirsch in diesem Segment ist das Hamburger Angebot von Wer-weis-was.de. Laut IVW kommt die ProSiebenSat.1-Tochter auf 28 Millionen Klicks und bei den Visits auf 16 Millionen. Das Holtzbrinck-Investment Gute-Frage.net schaffte im März 32 Millionen Page Impression aber nur 14 Millionen Visits.
Um sich einen kleinen Vorteil im Kampf der Rivalen zu verschaffen, setzten die Münchener auf eine Vertikal-Strategie. Neben den Gebieten Reise, Finanzen, Sport und Motorrad schicken die Münchner nun auch ein Spezial-Angebot zum Thema zum Gesundheit ins Web. "Der Nutzer kann in bei unserem neuen Angebot Fragen stellen, Fragen beantworten, in Fragen und Antworten Stöbern, Tipps einstellen, Top-Nutzer einsehen und so weiter", sagt Markus Wölflick Geschäftsführer von Gutefrage.net. "Inhaltlich ist das Angebot auf das Thema Gesundheit beschränkt, wobei das Wellness, Ernährung und Prävention mit einschließt. Tatsächlich wird sich der Charakter des Portals erst zeigen, wenn wir sehen, was unsere Mitglieder zum Thema Gesundheit alles Fragen, wo sich die Grenze beispielsweise zwischen den Themen Fitness und Sport ziehen lässt und welche Themenschwerpunkte am beliebtesten sind. Den Arztbesuch ersetzt Gesundheitsfrage.net allerdings nicht. Soviel ist sicher."
Der Rivale von Wer-weis-was setzt beim Wachstum dagegen eher auf seine Community. Die Hamburger haben sich allerdings auch schon seit vielen Jahren ein großes Vertrauen erarbeitet. Bereits seit April 1996 ist das Angebot online und gehört damit zu den wohl ältesten deutschen Web-Diensten. Im Moment kontrolliert ProSiebenSat.1 das Portal. Laut Medienberichten sucht die Senderkette allerdings einen Käufer für das Ratgeber-Portal.
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Die Pressemitteilung klingt erst fast unspektakulär: "Acton Capital Partners beteiligt sich an dem erfolgreichen britischen Online-Optiker Glassesdirect.co.uk." Interessant wird die Meldung allerdings durch das Detail, dass hinter Acton Capital der Burda- Vorstand für Technologie & Treasury Paul-Bernhard Kallen steht. Zusammen mit seinen Acton-Partnern Christoph Braun, Jan-Gisbert Schultze und Frank Seehaus arbeitete Kallen bereits viele Jahre bei Hubert Burda Media zusammen. Seit 1999 erwarben und betreuten sie mehr als 40 Internet-Beteiligungen (u. a. Ciao.com, Holidaycheck und OnVista).
Glassesdirect ist Englands größter Online-Optiker. Nach eigenen Angaben konnte der Netz-Händler alleine im ersten Quartal 2009 mehrere zehntausend Brillen über seine Website verkaufen.
Die Münchner Beteiligungsgesellschaft ist der größte Geldgeber in dieser zweiten
Finanzierungsrunde. Neben Acton Capital schießen auch noch die Venture-Capital-Gesellschaften Highland Capital Partners und Index Ventures
neue Mittel in den Web-Optiker. Beide Investoren sind bereits seit 2007 an dem britischen Start-up beteiligt. Das gesamte Investitionsvolumen beträgt mehr
als 11,5 Millionen Euro. "Die Mittel will Glasses Direct einsetzen,
um die Marktführerschaft im britischen Heimatmarkt auszubauen und die
Grundlage für die internationale Expansion zu schaffen", heißt es in der Pressemitteilung.
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Alexander Becker lebt in Hamburg und arbeitet dort als freier Journalist. Seit fast zehn Jahren beschäftigt er sich mit dem World Wide Web und schreibt über die aktuellen Internet-Trends und neue Online- Entwicklungen. Bei MEEDIA betreut Alexander Becker die Rubrik „Web-Business“ und „Neue Sites“.
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