Ohne Alexander Hüsing und seine Deutschen Startups hätte ich diese Community wohl nie gefunden. Aber jetzt hat er über sie geschrieben, nun kenn ich sie und sie lässt mich nicht mehr los. Die Frage, die mich beschäftigt: Ist das Konzept hinter der Seite dastronauten.de Abzocke, Hybris oder Irrwitz?
Alleine die Grundannahme erscheint mir – zumindest in Deutschland – höchst realitätsfern: „Einmal im Leben als Astronaut ins Weltall! Warum nicht? Warum nicht du? Mit dem Dastronauten-Wettbewerb sind deine abgefahrensten Wünsche plötzlich zum Greifen nah. Du musst es nur wirklich wollen und die Community davon überzeugen, dass du es bist, der diesen Trip verdient hat,“ schreibt das Portal in seinem About-Text.
Die beiden Macher der Seite – Christian Lupp und Sanja Wassner –glauben, dass es unzählige Deutsche gibt, deren seligster Wunsch es ist, ins All zu fliegen. Den Traum eines dieser Hobby-Astronauten wollen die Gründer erfüllen. Wer allerdings der Glückliche sein wird, muss sich erst in einem harten Qualifikations-Marathon herauskristallisieren. Die Mitglieder sollen möglichst viele andere Nutzer mit Fotos, Videos und Texten von ihrer Befähigung überzeugen.
“Dabei kommt es vor allem darauf an, originelle und kreative Beiträge zu gestalten und so stetig auf sich aufmerksam zu machen. Wer sich geschickt präsentiert, gut vernetzt ist und viele Unterstützer findet, hat gute Chancen, beim täglich stattfindenden SMS-Voting den Tagessieg zu erringen. Unter allen Tagessiegern wird am Ende der zukünftige ‘Dastronaut’ gewählt”, zitiert Alexander Hüsing Christian Lupp.
Ursprünglich wollten die Gründer für die Votings sogar noch 50 Cent pro SMS verlangen. Von diesem Plan sind sie jedoch abgerückt. Jetzt hofft die „Dastronauten“ die nötigen 150.000 Euro – soviel soll der Trip kosten – über Sponsoren und Werbung zu sammeln.
Da im Moment nur wenige Stimmen reichen, um ein Tagesvotig zu gewinnen, ist die Idee, 150.000 Euro einzusammeln wohl illusorisch bzw. ein Mix aus Abzocke, Hybris oder Irrwitz.
Noch keine Kommentare
Kategorie:
Vor rund einer Woche, auf der OMD in Düsseldorf, haben sich alle Beteiligten noch die größte Mühe gegeben, so zu tun, als ob die dramatische US-Finanzkrise ihnen nichts anhaben könnte. Vielleicht wird das unbeschwerte Treiben der Vermarkter, Start-ups und Medien später als Wendepunkt im Gedächtnis vieler Web-Worker haften bleiben.
Denn, nach diesem Wochenende ist klar. Viele Start-ups, aber auch einige arrivierte Medienhäuser stehen vor unruhigen Zeiten. Eine Krise zeichnet sich ab, bei der viele Firmen und Projekte schon bald die Luft ausgehen wird. Denn ähnlich wie vor acht Jahren, trifft die aktuelle Wirtschafts-Misere vor allem anzeigenfinanzierte Angebote – also fast die komplette Web2.0-Welt.
Das Argument, dass ich zu pessimistisch bin, kann ich aktuell nicht gelten lassen. Denn alleine in den letzten zwei Tagen, gab es drei Bad-News mit einem gewissen Pilot-Charakter.
1. Die FAZ verhängt einen Einstellungsstop
So berichtet der „Kontakter", dass sich die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ dazu entschieden hätte "aus kaufmännischer Vorsicht" auf Neueinstellungen zu verzichten. Hintergrund sei die "Finanzkrise und Wirtschaftseintrübung".
2. Das US-Blog-Angebot uber.com macht dicht
Die Community muss ihre Server abstellen und den gesamten Dienst einstampfen, weil die beiden wichtigsten Sponsoren spontan ihre Unterstützung einstellten. Die beiden Geldgeber sind keine kleinen Klitschen, sondern die Medienhäuser Discovery und Universal Music.
3. Selbst Meister der positiven Denke sind pessimistisch
Jason Calacanis hat viel mitgemacht. Die New Economy, die folgende Depression und den Siegeszug von Blogs und Web2.0-Angeboten. Doch jetzt fürchtet der Gründer (Mahalo) das Schlimmste. In seinem E-Mail-Newsletter schreibt er, dass acht von 10 Start-ups eingehen könnten. Das klingt nach schlimmen Monaten für das Sillicon Valley. Ob die Pink Slip Partys wieder in Mode kommen?
So unterschiedlich alle drei Meldungen auch sind: Alle drei Nachrichten verbinden dieselben Kernelemente: die Finanzkrise und einen möglichen Einbruch des Werbemarkts. Doch noch ist die Krise noch nicht da und noch steigen auch die Anzeigen-Einnahmen, zumindest im Internet und zumindest wenn man den Besuchern der OMD glauben schenkt.
Noch keine Kommentare
Kategorie: Web-Business
Es war nur ein Nebensatz. Während eines Hintergrundgesprächs auf der Online Marketing Messe in Düsseldorf OMD) erwähnte ein Manager des Leipziger Internet-Unternehmens Unister GmbH, dass man an einem neuen Nachrichten-Portal Namens News.de arbeite.
Ein kleiner Satz mit großer Wirkung. Die entsprechende New Business-Meldung machte schnell die Runde durchs Web. Kein Wunder, viel zu selten traut sich ein neuer Player, die arrivierten Nachrichten-Portale anzugreifen. Das News-Segment ist fest in der Hand der großen deutschen Medienhäuser. Springer setzt auf Welt und Bild. Holtzbrinck auf Zeit, Tagesspiegel oder Handelsblatt, Burda auf Focus und G+J auf den Stern. Ein unabhängiges Angebot hat in diesem Club keinen Platz – bislang.
Wie News.de tatsächlich aussehen wird ist noch nicht bekannt. Überhaupt halten sich die Leipziger noch sehr bedeckt. Hier ein Überblick über alle bislang bekannten Details.
Die Unister GmbH selbst gehört zu den in Deutschland noch relativ unbekannten Web-Companys. Dabei ist das Unternehmen schon lange keine kleine Netz-Klitsche mehr, sondern betreibt bekannte Internetportale wie Auto.de, Preisvergleich.de oder Geld.de. Geschäftsführer ist Thomas Wagner (Foto). Aus der Unister-Selbstbeschreibung: „Gegründet von Studenten der Universität Leipzig, ging im Jahr 2002 Unister.de als erstes Portal online. Das junge Team von über 250 Festangestellten konzentriert sich seitdem auf Internetvertrieb, Reisegeschäft, Vermittlung von Finanzprodukten und Internetvermarktung.“ Diese Aufzählung muss wohl bald um Zusatz „und News“ ergänzt werden.

Bei einer Mannschaftsstärke von rund 15 Redakteuren wird News.de zu Beginn wahrscheinlich nichts anderes übrig bleiben, als klassischen Ticker-Journalismus zu betreiben. Wenigen selbst recherchierten Geschichten werden viele Agentur-Meldungen gegenüberstehen.
Noch keine Kommentare
Kategorie:
Das Who is Who der deutschen Web-Größen: MEEDIA bedankt sich bei den nun insgesamt 73 Teilnhemern. Täglich erreichen uns jedoch weitere Antworten. Deshalb werden wir in regelmäßigen Abständen die nächsten Einsendungen veröffentlichen. Bereits am Freitag folgt der sechste Teil.
Diesmal haben unter anderem mitgemacht: Erento, MyMuesli, TRND, 15 Talents, Tripflip und MyGall
1 Kommentar
Kategorie:
Hoffentlich bereue ich dieses Posting nicht: Auf der OMD erklärt Ulrich Wickert 1:06 Minuten lang das Internet. Der Zoomer-Herausgeber und Tagesthmen-Rentner findet, dass...
- viele junge Leute es später bereuen werden, was sie einmal ins
Internet gestellt haben.
- die Erfindung des Netzes vergleichbar mit der Erfindung der
Buchdruckerkunst ist.
- im Internet jeder veröffentlichen kann, was er veröffentlichen will.
"Da wird viel idiotisches und dummes Zeug veröffentlicht."
>> via Ethority
Noch keine Kommentare
Kategorie:
Nach Zoomer.de passierte lange nichts mehr. Das Nachrichten-Experiment der Verlagsgruppe Holtzbrinck war das letzte große News-Projekt, das im deutschen Web online ging und sich Hoffnung machte Bewegung in die festgefahrene einheimische Informations-Landschaft zu bringen. Zoomer versucht sich an einer neuer Nachrichten-Logik, die dem Nutzer mehr Einfluss einräumt. Das war im Februar. Seitdem blieben weitere innovative Nachrichten-Angebote aus. Bis jetzt, denn auf einmal gibt es drei neue interessante Projekte.
Erstens: Focus plant Nachrichten-Aggregator. Auf der OMD in Düsseldorf verriet Focus Online-Chef Jochen Wegner (Foto), dass im Frühjahr 2009 die automatisierte News-Plattform Nachrichten.de starten soll. „Wir sehen da noch viel Potential auf dem deutschen Markt. Außer Google News gibt es da eigentlich nichts“, sagte Wegner. Eine Entwicklungsredaktion bastelt gerade an dem Auftritt und orientiert sich dabei an US-Vorbildern wie etwa topix.com.
Die amerikanische Seite ordnet Nachrichten nach Kategorien, Ländern und Regionen. Hinter Topix.com stehen unter anderem die beiden großen US-Zeitungsverlage Tribune Company und Gannett.
Zweitens: Die Leipziger Web-Company Unister GmbH will in den nächsten Tagen die Nachrichtenplattform News.de launchen. "Anfangs mit 20 Redakteuren, angeblich bald mit 50, ja 100. Wie das finanziert werden soll - unklar", fasst Turi2 eine Meldung von New Business zusammen. Bislang betreiben die Leipziger „Special Interest-Angebote“ wie auto.de, shopping.de, fluege.de. Nicht bekannt ist, wie das neue Portal optisch und inhaltlich aussehen wird und wie es im Markt positioniert werden soll. Alleine die sehr wertvolle und teure Domain lässt vermuten, dass Unister bereit ist Einiges zu investieren.
Drittens: Spiegel Online wird europäisch. Das hamburger Nachrichtenportal will mit der niederländischen Tageszeitung "NRC Handelsblad" ein Netzwerk englischsprachiger Webseiten aufziehen. Vorbild ist die länderübergreifende Airline-Kooperation wie Lufthansas "Star Alliance". "Wir wollen dieses Konzept auf den europäischen Journalismus übertragen", erklärt Spiegel-Online-Chefredakteur Rüdiger Ditz. So will der Spiegels mehr Leser in Europa und Übersee erreichen - so die offizielle Version.
Tatsächlich muss Spiegel Online jedoch dringend nach Europa expandieren. Deutschland ist mittlerweile zu klein. Die schlimmste aller Web-Sünde ist Stillstand und dieser droht dem Spiegel. Denn mit über 86 Millionen Besuchern pro Monat kann Ditz kaum noch mehr einheimische Leser erreichen. Logische Schlussfolgerung: Expansion. Da die eigene englische Ausgabe bislang für wenig Aufsehen sorgte, probiert man es jetzt halt mit einer europäischen Allianz-Lösung. Die Konkurrenz wird die Entwicklung des neuen Portals genau beobachten.
Denn: Bild.de steckt mit seinen 64 Millionen Unique Visitors pro Monat fast schon in einem ähnlichen Dilemma. Aber auch das Springer-Portal wagte einen ersten Test neuer Sprach-Versionen. Während der Fußball-Europameisterschaft präsentiert sich der Sportteil in Englisch und Türkisch.

Noch keine Kommentare
Kategorie:

Alexander Becker lebt in Hamburg und arbeitet dort als freier Journalist. Seit fast zehn Jahren beschäftigt er sich mit dem World Wide Web und schreibt über die aktuellen Internet-Trends und neue Online- Entwicklungen. Bei MEEDIA betreut Alexander Becker die Rubrik „Web-Business“ und „Neue Sites“.
Mai (4)
April (9)
März (10)
Februar (7)
Januar (8)
Dezember (15)
November (9)
Oktober (11)
September (14)
August (17)
Juli (16)
Juni (18)
Mai (9)
April (3)
März (1)
Februar (3)
Januar (2)
Dezember (1)
November (7)
Oktober (7)
September (7)
August (2)
Juli (3)
Juni (8)
Mai (2)
April (12)
März (6)
Februar (6)
Januar (2)
Dezember (4)
November (5)
Oktober (2)
September (9)
August (5)
Juli (10)
Juni (12)
Mai (13)
April (12)
März (12)
Februar (12)
Januar (16)
Dezember (25)
November (24)
Oktober (19)
September (19)