Die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ gilt allgemein als seriös, höchst qualitätsbewusst und konservativ. Also dauerte es etwas länger, bis auch die Hessen im großen Stil auf Netz-Journale setzten. Am Montag soll es soweit sein und zehn neue „FAZ“-Blogs online gehen. Mit dabei bekannte Namen wie der Medienkritiker und Bildblogger Stefan Niggemeier, der Fernsehjournalist Peer Schader, Washington- Korrespondent Matthias Rüb oder Schriftsteller Clemens Meyer.
An den Start gehen unter anderen folgende Blogs:
Dazu befüllen auch noch Mark Siemons, Joachim Müller-Jung, Günter Paul, Jürgen Kaube, Daniel Deckers und Reinhard Bingener und viele andere die neuen Netz-Journale der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“.
Bislang unterhielt das Internet-Angebot der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ nur knapp eine Handvoll Blogs. Bekanntester Autor war Netzökonom Holger Schmidt. Mit viel Insiderwissen berichtete er hauptsächlich über Internet- und Technologie-Unternehmen. Alleine dieses eine Blog war bislang ein großer Erfolg. Zu seinem ersten Geburtstag im Juni verriet Schmidt seine Leserzahlen: „Ein Jahr, dass sind 202 Beiträge, die zusammen 250.000 Mal gelesen wurden. Jeder Beitrag fand im Durchschnitt 1230 Leser“. Dieses Angebot bleibt natürlich bestehen.
Mitleid habe ich jetzt schon mit allen Autoren und der Chefredaktion. Unter den ersten 10.000 Kommentaren wird es unzählige gehässige und böse Äußerungen geben, in denen der Name „Richard Wagner“ vorkommt. Mit einer höchst umstrittenen Glosse zu Weblogs, sorgte der „FAS“-Politik-Redakteur vor einigen Wochen für viel Aufregung in der deutschen Blogosphäre.
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Noch ist das Internet keine Konkurrenz für das klassische Fernsehen. Aktueller Beweis: die neue Web-TV-Sendung „Lesen!“ von Elke Heidenreich.
Wenn es bei ihrer alten Literatur-Sendung im ZDF so richtig schlecht lief und die Programmplanung Heidenreich einen miesen Sendeplatz zuteilte, erreichte sie immer noch über 500.000 Zuschauer. Für TV-Verhältnisse eine Katastrophe-Quote – im Web noch immer ein unerreichter Traum.
Am gestrigen Freitag startet Heidenreich – nach ihrem Rausschmiss beim ZDF – nun ihre neue Web-TV-Sendung „Lesen!“ auf der bislang unbekannten Literatur-Plattform Litcolony.de. Das Medienecho zum Launch des neuen Formates war immens. Branchendienste wie Turi2 oder DWDL (auch MEEDIA) berichteten, genauso wie faz.net und andere klassische Nachrichtenportale.
Mehr PR für Internet-Sendung geht kaum. Bedenkt man dazu noch die Tatsache, dass sich jeder Nutzer die Folge zu einer beliebigen Startzeit ansehen kann, musste Heidenreich Gestern wohl eine Schlappe einstecken. Denn ihre neue Sendung wurde bis Samstagmorgen 9.00 Uhr lediglich 18.500 Mal angesehen. Wie gesagt: Beim ZDF galten schon 500.000 als schlecht.
Gedreht die Folge wurde in der Kölner Kneipe Backes. Vorgestellte Autoren und Bücher sind Tilmann Rammstedts „Kaiser von China“, „Scherbenpark“ von Alina Bronsky oder „Brautprinzessin“ von William Goldman. Zu Gast ist der Sänger der Toten Hosen Campino. Der Auftritt von Heidenreichs Neffen wurde bereits noch zu ZDF-Zeiten geplant.
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In der aktuellen Ausgabe des „WirtschaftsObservers" stellt die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) eine erstaunliche Analyse vor. Sie kommt zu dem Ergebnis, dass Technologie-Unternehmen in Deutschland häufiger mit Business Angels zusammenarbeiten als mit Venture Capital-Firmen.
Die Experten schätzen die Zahl, der in Deutschland aktiven Business Angel auf 2.700 bis 3.400 Personen. In den USA dagegen sind es sogar 258.200. Zur Verdeutlichung der Verhältnisse ein anderes Bild: Auf eine Million Einwohner kommen in Deutschland 33 bis 41 persönliche Geldgeber und in den Vereinigten Staaten 850.
Nicht ganz so frappierend sind allerdings die auch die Unterschiede beim Finanzierungsvolumen. Hierzulande stecken die „Engel“ zwischen 100.000 und 200.000 Euro in ein Start-up. In den USA sind es dagegen 194.000 Euro und 332.000 Euro pro je Unternehmen.
Insgesamt empfiehlt sich die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) immer eine Angel-Finanzierung. Im Gegensatz zu großen Venture Capital-Firmen helfen die persönlichen Geldgeber nicht nur mit Cash, sondern auch mit viel Fach- und Insiderwissen. Meistens haben sie bereits eine oder mehrere Firmen erfolgreich aufgebaut.
>> Förderland.de
>> KFW
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Bis zu seiner Ernennung zum neuen SPD-Spitzenkandidaten in Hessen kannte niemand Thorsten Schäfer-Gümbel (TSG). Der erste Eindruck des Koch-Herausforderers: Der Mann hat den Charme eines Aktenordners. Doch dann setzte sich ein Blogger hin und entwarf für TSG – inspiriert durch Barack Obama – ein neues Logo. Ein voller Erfolg: Erst ging das Spaß-Bild durch die Blogosphäre. Jetzt entdecken es die ersten Zeitungen. Ungewollt startete der dröge Hesse Schäfer-Gümbel so eine erfolgreiche Polit-Viral-Kampagne.
Entworfen wurde das Logo von Achim Schaffrinna (Design Tagebuch). Der Blogger stellte nur das Bild online und schrieb darunter „ Hier schon einmal das nichtoffizielle Kampagnenlogo des kürzlich ernannten Spitzenkandidaten der SPD im bevorstehenden Landtagswahlkampf in Hessen.“
Seit dem verbreitet sich das Bild viral immer weiter im deutschen Web. Unzählige Blogs wie onlinejournalismus.de oder PR-Kloster haben das Bild schon gepostet und jetzt entdecken auch die ersten Profi-Medien wie die Rheinische Post und die Nachrichten-Agentur DDP das Motiv. Die beiden war garantiert erst der Anfang. Die normale virale Nachrichten-Logik funktioniert in der Regel so, dass das Motiv jetzt immer schneller durch immer mehr Medien gehen wird.
Selbst dem Kandidaten scheint die Grafik zu gefallen. Denn die SPD Marburg stellte das Foto selbstironisch auf ihre Homepage. Einziger Wehrmutstropfen: Eine Quellenangabe fehlte.
Schönstes Detail: Angelehnt an Obamas Slogan „yes, we can“ steht unter dem TSG-Bild „Yo isch kann“
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Die wohl beste Web-Investition der Verlagsgruppe Holtzbrinck war möglicherweise der Einstieg in die geschlossene Shopping-Community Brands4Friends. Innerhalb eines Jahres konnten die Berliner alleine knapp eine Million gewinnen – Tendenz steigend.
Jetzt haben die Web-Händler ihre dritte Finanzierungsrunde über 10 Millionen Euro abgeschlossenen. Hauptinvestor ist der US-Risikokapitalgeber Partech. In dem Start-up steckt bereits Geld von Mangrove Capital Partners, Holtzbrinck Ventures sowie der Business Angels Ehssan Dariani oder Lukasz Gadowski.
Zur Freunde ihrer mittlerweile stattlichen Investoren-Mannschaft, präsentieren die Berliner in diesem Jahr voraussichtlich prima Zahlen. Der Umsatz des Start-ups soll zwischen 25 und 30 Millionen Euro liegen. Verkauft wurden bislang rund 400.000 Pakete. Dabei lag der durchschnittliche Wert eines Warenkorbes angeblich bei rund 70 Euro.
>> Deutsche Startups.de
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Durch das Silicon Valley rast gerade eine der größten Kündigungswellen in der Geschichte der US-Hightech-Industrie. Seit 27. August zählte Techcrunch-Layoff-Tracker 78,681 entlassende Mitarbeiter. Fast jedes Unternehmen findet sich in der Rausschmeißer-Liste als Übeltäter – nur Google taucht nicht auf. Der Suchmaschinen-Gigant gilt als extrem krisensicher und mitarbeiterfreundlich – bis jetzt.
Nach einem Bericht des US-Blogs Webguild.org ist Google gerade dabei, sich unbemerkt von bis zu 10.000 Mitarbeitern zu trennen. Ein Gerücht mit viel Sprengkraft, denn nach den Bestimmungen der US-Börsenaufsicht SEC muss ein börsennotiertes Unternehmen Entlassungen umgehend melden. Doch Google schweigt.
Daya Baran schreibt in dem Posting, dass Google sich eines Tricks bedienen würde, um rund 10.000 Mitarbeiter zu verstecken. Offiziell gibt die Suchmaschine ihre Angestelltenzahl mit 20.123 an. Baran schätzt sie allerdings auf über 30.000. Diese Differenz entsteht, indem die Suchmaschine tausende von Angestellten als Teilzeitkräfte bzw. Zeitarbeiter tarnt. Damit die Company jedoch nicht in die Gefahr gerät, die Zeitarbeiter juristisch als Angestellt zu deklarieren, werden sie alle paar Monate auf einen neuen Posten geschoben.
Gerade diesen verstecken „Schwarzarbeitern“ soll nun der Rausschmiss drohen. Denn Barans Text endet mit der düsteren Prophezeihung: „There is no question the economic downturn is hitting Google hard and with the slowdown in online advertising, their troubles are just beginning.“
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Alexander Becker lebt in Hamburg und arbeitet dort als freier Journalist. Seit fast zehn Jahren beschäftigt er sich mit dem World Wide Web und schreibt über die aktuellen Internet-Trends und neue Online- Entwicklungen. Bei MEEDIA betreut Alexander Becker die Rubrik „Web-Business“ und „Neue Sites“.
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