Komprimierte News für Entscheider aus Politik und Wirtschaft. Mit seiner neuen App Executive Edition will die Financial Times Deutschland alle die Menschen informieren, die eigentlich keine Zeit haben, aber stets auf der Höhe des aktuellen Nachrichtengeschehens sein müssen. Das Angebot verspricht die Top-Themen des Tages aus Wirtschaft, Finanzen, Politik und Unternehmen. Bereits zum Start läuft die kostenlose Applikation auf Android- und iOS-Geräten.

Zwei Beispielseiten der neuen App
Die neue App setzt auf einen Mix aus Text, Videos und Grafiken. So sollen alle News aus den einzelnen Ressorts entweder durch Börsenkurse sowie Videos und Bilderserien ergänzt werden. Zudem planen die Hamburger auch den Einsatz von Push-Eilmeldungen bei echten Breakingnews.
"Die neue App 'FTD Executive Edition' ist ein weiterer Baustein in unserer Mobile-Strategie", sagt Angela Broer, Gesamtleiterin Electronic Media der G+J Wirtschaftsmedien, zu denen die Financial Times Deutschland gehört. "Sie ist auf die speziellen Bedürfnisse von Entscheidern ausgerichtet, die viel unterwegs sind und nur wenig Zeit haben, aber dennoch auf die wichtigsten News des Tages aus einer verlässlichen Quelle nicht verzichten wollen."
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Es ist schon eine komische Situation, denn im Grunde sind sich die Macher und die meisten Konsumenten einig: Im deutschen Web fehlt ein News-Aggregator, der in relativer Echtzeit anzeigen kann, welche Storys – ob Blog-Postings, News-Clips oder Nachrichten-Artikel – gerade besonders oft gelesen, kommentiert und geteilt werden. Eigentlich könnte Rivva.de diesen Job erledigen. Doch der Hamburger Aggregator konnte sich noch immer nicht so richtig durchsetzten. Jetzt versucht es Virato.de.

Der neue Nachrichten-Aggregator Virato.de
Das Angebot ist kein völliger Neuling. Denn bereits im vergangenen Jahr hatte es Björn Schumacher in einer Alpha-Version gestartet. Unter dem Dach von dw Capital, der Beteiligungsfirma von Sevenload-Gründer Axel Schmiegelow. Dessen erste Amtshandlung: ein Komplett-Umbau des Web-Dienstes.
Bei Virato soll der Programm sein. So ist er abgeleitet von „viral trends online“. Ziel des Angebotes ist es die aktuellen Nachrichten zu „bündeln“ und sich bei der Informationsfülle im Internet auf „das Wesentliche zu konzentrieren“. Am heutigen Freitag um 12:57 Uhr ist das nach Meinung des Aggregators die Welt Online-Story, dass ein Schüler 26 Mal durch eine Radarfalle raste und der Kamera jeweils seinen Stinkefinger zeigte. Die Strafe: 78 Punkte in Flensburg und 4.000 Euro Bußgeld. Weiter Top-Storys sind „EU-Kommission boykottiert EM in der Ukraine“ (von gestern Nachmittag) und der FDP-Politiker Claus Hübscher, der zu Besuch bei Mahmud Ahmadinedschad war (ebenfalls von Donnerstag-Nachmittag). Diese Beispiele zeigen: In Echtzeit zeigt Virato.de nicht, welche Storys gerade besonders heiß sind. Die Themenauswahl lässt sich allerdings auch personalisieren.
Dabei dürfte die Auswahl an knackigen News doch gar nicht so klein sein, immerhin bedient sich der Aggregator aus über 5.000 Quellen. Dabei misst der Dienst, wie oft ein Beitrag „geliked, retweetet und geplus-oned“ wird und weist ihm zusätzlich noch einen besonderen Informations- und Unterhaltungswert zu.
Den eigenen Ansatz beschreiben die Macher so: „Virato schafft Transparenz im News-Dschungel. Mit wenigen Klicks und der simplen Filterung könnt ihr ein Thema aus verschiedenen Blickwinkeln betrachten: Was sagt die Presse, was sagen die Blogger und was sagen die Leute in den sozialen Netzwerken?“
Im Endergebnis bleibt das Angebot jedoch noch hinter diesem selbst gesteckten Zielen zurück. So kritisiert Alexander Hüsing von Deutsche-Startups.de: „Was bei Virato noch fehlt sind aber die wirklich heißen, angesagten Themen, die echten Blog-Perlen abseits des Mainstreams.“
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Neuorganisation nach dem Neustart: Seit dem 26. Januar ist Carta wieder ein Aktivposten im deutschen Web. Jetzt gibt sich die Autorenplattform eine neue Organisationsform. So flankiert nun ein wissenschaftlicher Beirat sowie ein (gemeinnütziger) Förderverein den Blog. Zudem soll mit Hilfe einer neuen Unternehmensgesellschaft, einer Instituts-Kooperation und Zeit Online als neuem Vermarkter eine „wirtschaftliche stabilere Grundlage“ geschaffen werden. Genau damit hatte Carta bislang immer zu kämpfen.

Autorenplattform Carta.info
Deshalb ist der neue Vermarkter die wohl wichtigste Neuerung. Wie bereits bei Netzpolitik.org, akquiriert Zeit Online jetzt auch für die von Robin Meyer-Lucht gegründete Seite Werbepartner. Nach Meinung von Zeit-Online-Geschäftsführer Christian Röpke passt Carta „als intelligentes und unabhängiges Meinungsblog ideal zu unserer Positionierung als Deutschlands anspruchsvollstes Debattenportal“. Unklar ist zur Zeit noch, ob sich für die Zeit die neue Partnerschaft auch positiv auf die Abrufzahlen auswirkt.
Denn die Partnerschaft mit Netzpolitik.org bringt der Zeit beispielsweise den Vorteil, dass alle Visits, die das linkstärkste deutsche Blog zählt, in der IVW-Auswertung auf dem Zettel von Zeit Online landen.
Bereits im Mai soll der Plan umgesetzt werden, einen Verein zur Förderung der Internet-Publizistik zu gründen. Die Hoffnung der Carta-Macher: „Er soll als Träger und Multiplikator der Idee Carta fungieren. Zweck des Vereins soll neben der Förderung hochwertiger Netz-Publikationen die Unterstützung von Bürgern, Journalisten und Wissenschaftlern sein, die zu einer aktiven Zivilgesellschaft beitragen.“
Passend dazu soll der Carta-Verein ein Robin- Meyer-Lucht-Stipendium stiften. „Gefördert werden sollen Studierende, die den Wandel von Öffentlichkeit und Netzkultur erforschen. Im Rahmen einer Mitarbeit am Projekt Carta sollen den Stipendiaten zudem praktische Kenntnisse im Bereich der Netzpublizistik vermittelt werden.“
Der wohl wichtigste neue Partner ist das Institut für Medien- und Kommunikationspolitik. So soll Carta in den Räumen des IfM in Berlin-Charlottenburg ein eigenes Redaktionsbüro beziehen. Zudem leisten sich die Berliner mit Vera Bunse eine neue Redakteurin.
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Eines der potentiell spannendsten Journalisten-Blogs des Jahres kommt jetzt aus der Schweiz. Für das Newsnet des Tagesanzeigers hat Constantin Seibt sein neues Online-Journal Deadline gestartet. Im Gegensatz zu den meisten Medien-Blogs will sich Seibt, der 2007 in der Schweiz zum Journalisten des Jahres gewählt wurde, weniger mit der Kritik am Journalismus beschäftigen, sondern vielmehr mit dessen Herstellung. „Wie zum Teufel funktioniert Journalismus im 21. Jahrhundert?“

Das neue Newsnet-Blog Deadline
Laut Eigenbeschreibung soll Deadline ein Blog für Profis werden, das sich mit den täglichen Fragen des Handwerks auseinander setzt: „Wie Pointen gesetzt, Dialoge geschliffen, Verrisse tödlich, Lob unpeinlich, komplexe Fakten amüsant und Kolumnen nicht bieder wirken“. Zudem will sich Seibt immer wieder mit Fragen der Haltung auseinander setzten: „Wie überlebt man in einem brutaleren wirtschaftlichen Umfeld? Mit welchen Strategien schafft es eine Zeitung und ein Journalist zur Marke zu werden? Wie schafft man Aufmerksamkeit ohne Übertreibungen? Und schließlich die Frage, wie sich eine Zeitung oder eine Onlineredaktion auf dem heutigen Markt anders aufstellen könnte, um das zunehmend untreue Publikum zu überzeugen.“
Zum Start gibt es erst einmal einen richtigen Text- und Gedanken-Brocken - ein 15-Thesen-Manifest zum Journalismus im 21. Jahrhundert. Darunter so altbekannte Erkenntnisse wie „Nachrichten sind keine attraktive Ware mehr“ oder „Bravheit und Effizienz sind tödlich“. Allerdings stellt Seidel auch überraschendes fest, wie den Umstand, dass wir gerade „eine Zeitmaschine: 1500 Jahre zurück“ erleben. Denn: „Die Situation von Zeitungen und jedem einzelnen Journalisten hat sich mit dem Internet um über tausend Jahre geändert. Quasi vom Mittelalter zurück nach Athen: Von der sicheren Abonnementskanzel vor der braven Herde hinunter auf den profanen Marktplatz – in den Nahkampf unter die Eselhändler, Marktschreier, Philosophen, Prediger, Messerverkäufer und Scharlatane. Eins kann sich hier niemand leisten: Unauffälligkeit.“
Für den Tagesanzeiger gibt es vor allem eine Antwort auf die Hauptprobleme: „Stil“. Denn er ist für ihn „die letzte große, ungenutzte Ressource“.
Am Ende des ersten 14.000-Zeichen-Textes verspricht Seibt, dass es das längste Posting war, das jemals in seinem Blog erscheinen wird. Eigentlich schade. Denn es ist ein großartiges Thesen-Manifest mit einem wunderbaren Einstieg. Er lautet: „Willkommen an Bord der prächtigen, aber sinkenden Galeere des Printjournalismus. Zwar herrscht auf Zeitungen seit Jahrhunderten dieselbe Zeit wie auf dem Meer oder im Totenreich: eine ewige Gegenwart. Aber irgendwann findet auch diese ihr Ende“. Weiter heißt es: „Jedenfalls ist es fast Selbstmord, in diesem Gewerbe zu arbeiten, ohne über dessen Zukunft nachzudenken.“
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Das ZDF zieht neue Seiten auf: Seit Sonntag zeigen sich ZDF.de, heute.de und ZDFsport.de in einem überarbeiteten Design. Das neue Portal ist wesentlich reduzierter, für mobile Endgeräte optimiert und setzt massiv auf die Bewegtbild-Inhalte des Senders. Für ZDF-Chefredakteur Peter Frey ist der Relaunch ein wichtiger „Eckstein in der multimedialen Strategie des ZDF“. Tatsächlich hoffen die Mainzer, im Web Zuschauer zu erreichen, die „schon gar kein Fernsehen mehr schauen“.

Die neue Seite von Heute.de
In ihrer eigenen Pressemitteilung beschreibt das ZDF den Umbau als eine Wende von einer Philosophie der "Themenfülle auf den ersten Blick" zu einem Konzept der "minimalistischen Ästhetik".
Nicht nur optisch wurden die Seiten verändert. Auch an den Motor hinter der Seite legten die Mainzer unter der Regie von Eckart Gaddum, dem Leiter der Hauptredaktion Neue Medien, Hand an. So wurde ein neues Redaktionssystem implementiert und auch eine neue interne Suchmaschine eingebaut.
Mit Hilfe der aufgeräumten Seiten hoffen die Macher, für mehr Ordnung und Überblick zu sorgen. Tatsächlich setzt sich das ZDF jetzt sehr stark von den sehr bunten TV-Webangeboten von RTL.de oder ProSieben.de ab.

Die renovierte Homepage von Sport.zdf.de
Ein weiteres Ziel der Entschlackung der Portale war die Optimierung für mobile Endgeräte. Das neue ZDF-Design entfaltet vor allem auf kleinen Displays seinen praktischen Charme. „Die mobile Nutzung – auch für Bewegtbild – ist ein zentraler Zukunftstrend“, sagt Gaddum. „Deshalb ist es kein Zufall, dass der Nutzer auf der Startseite von ZDF.de horizontal navigiert. Und mit Absicht haben wir auf Kleinteiligkeit zugunsten großer Bildflächen verzichtet. Damit legen wir den Grundstein für ein Onlineangebot, das vielleicht schon übermorgen nicht 'auch', sondern 'in erster Linie' auf Tablets und Smartphones funktionieren muss.“
Frey erklärt die Gründe für den massiven Einsatz von Bewegtbild auf den Seiten des Zweiten: “Die Menschen verbinden die Marke ZDF mit Information und Unterhaltung in Bewegtbild. Annähernd 40 Millionen Videoabrufe aus unserer Mediathek im März dieses Jahres belegen das eindrucksvoll. Unsere neuen Webseiten sind deshalb geprägt vom Gedanken der Multimedialität und vom Anspruch, möglichst aktuelle, eindrucksvolle und verblüffende Bilder zu zeigen." Seiner Meinung nach setzt das ZDF damit im Netz auf das, „was es auch im TV auszeichnet“.

Heute.de bietet jetzt Nachrichten in reduzierten Design
Den Kritikern in den Chefetage der großen Verlagshäuser und Privatsender, die jede Online-Aktivität seines öffentlich-rechtlichen Sendern, mit Argusaugen verfolgen, versichert Frey: „Fernsehen bleibt unser Kerngeschäft. Multimediale, mobile Präsenz ist unsere Zukunft. Dazu trägt der Relaunch der Onlineportale wesentlich bei.“
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Lange hat das Stillschweigen nicht gehalten: Nachdem Sky bereits am Dienstag via Pressemitteilung verriet, dass man für die Live-Rechte an der Bundesliga 485,7 Mio. Euro pro Saison gezahlt habe, sickerte nun auch der Preis durch, den Springer für sein Rechtepaket überweisen muss. Laut Spiegel sind es für die gesamte Rechtelaufzeit immerhin 20 Millionen Euro. Mit der Fußball-Zusammenfassung wollen die Berliner ihre geplanten Bezahlschranken im Web etablieren - bei Welt Online und Bild.de.
Der Plan, bei Welt Online ein Paid Content-Angebot aufbauen zu wollen, überrascht nicht. Denn bereits Ende des vergangenen Jahres sprach Konzernchef Mathias Döpfner von sehr konkreten Überlegungen in dieser Richtung. Offenbar liebäugeln die Berliner mit einer Web-Maut, die an dem System der New York Times angelehnt sein soll. Heißt: Eine gewisse Anzahl an Storys ist pro Monat frei zugänglich. Wollen die Nutzer mehr lesen, müssten sie zahlen.
Solch ein System würde bei Bild.de nicht funktionieren. Mit Blick auf die Nachrichten- und Nutzer-Struktur würde niemand im Internet einen ersthaften Betrag für die Bild.de-Storys zahlen. Zudem ist die gesamte Webseite ausschließlich auf Reichweite ausgerichtet und arbeitet schon lange profitabel.
Für Bild sind die Fußball-Rechte nun die große Chance, einen speziellen Bezahlkanal außerhalb ihres normalen Redaktionsangebotes zu starten. Denn für Freunde der Bundesliga ist es dank Pay-TV erlernt, für Bewegtbilder ihrer Lieblings-Teams auch zu zahlen. Dies hofft die Bild jetzt auch im Web zu nutzen, allerdings mit ungewissem Ausgang.
In der Mobil-Welt sieht das schon wieder anders aus. Dort herrscht eine wesentlich höhere Zahlungsbereitschaft. Es ist gut möglich, dass Springer mit seinem 20-Millionen-Euro-Investment vor allem seine Mobil-Angebote pushed. Aber auch das dürfte den Verlagsmanagern eher entgegenkommen als sie ärgern. Der vom Spiegel kolportierte Preis wird von Springer zur Zeit weder bestätigt noch dementiert.
Einen Schönheitsfehler könnte der spektakuläre Fußball-Deal für das Medienhaus allerdings haben. Mit der Exklusivität ist es nicht so weit her. Denn das Paket erlaubt ihnen, die Partien jeweils eine Stunde nach Spielende sowohl im Web als auch mobil zu zeigen. Dies klingt allerdings exklusiver als es tatsächlich ist – zumindest am Samstagnachmittag. Denn die Begegnungen enden um 17.15 Uhr. Bild und Welt dürfen dann ab 18.15 Uhr senden. In der „Sportschau“ darf die ARD allerdings auch schon um 18.30 Uhr mit seinen Berichten beginnen.
Update: Das Handelsblatt kennt offenbar die Preise, die die Öffentlich-Rechtlichen für die Bundesligarechte bezahlten. So zahlt die „Sportschau" künftig statt 400 Millionen Euro nun 420 Millionen Euro. Für das „Aktuelle Sportstudio“ sind die Mainzer bereit 92 Millionen Euro statt 88 Millionen Euro zu zahlen.
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Alexander Becker lebt in Hamburg und arbeitet dort als freier Journalist. Seit fast zehn Jahren beschäftigt er sich mit dem World Wide Web und schreibt über die aktuellen Internet-Trends und neue Online- Entwicklungen. Bei MEEDIA betreut Alexander Becker die Rubrik „Web-Business“ und „Neue Sites“.
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