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Mittwoch 15. Mai 2013 23:32

Umstyling: aus Hendrikjes Kladde wird ein Blog

Sehr schade: Bild Digital beendet eines der interessantesten People- und Style-Projekte im deutschen Verlags-Web. So wird ab sofort aus Hendrikjes Kladde ein Blog.

Vor 13 Monaten startet Katja Kesser „Katjas Kladde“. Die wöchentliche Web-Kolumne zeichnete sich dadurch aus, dass sie auf einer digitalen Doppelseite einfach nur ein paar Notizen plus Schnappschüsse veröffentlichte.


Die Ur-Version von Katjas Kladde

Diese Notizen konnten Gedankenkritzelein, Bildergalerien, Ton-Schnipsel oder auch Kurzvideos sein. Fast alle Schnipsel waren mit weiteren Informationen verlinkt. Das konnte ein Online-Shop sein, bei dem es das Schmuckstück zu kaufen gab, das die Frau von Bild-Chef Kai Diekmann gerade ganz toll fand, oder ein kurzer Handyclip, den die ehemalige Texterin der Seite-1-Girls hinter den Kulissen von Promi-Events und Talksshows gemacht hatte.


Das erste Posting im neuen Blog

Mit ihren Umzug ins Silicon Valley übernahm Hendrikje Kopp. Das Konzept blieb erst einmal dasselbe. Jetzt folgt allerdings der Umbau von der Kladde zum Blog. „Das heißt für alle Kladdinista, dass wir euch ab sofort nicht mehr nur wöchentlich die Nabelschnur zu Stil, Style und Promiproblemchen liefern, sondern fast täglich.“, heißt es im ersten Blog-Posting. „Meine Memos von Mittendrin gibt´s jetzt auf Espresso-Länge direkt von überall her“. Das klinkt auch nicht schlecht, ist allerdings recht weit weg vom frischen, aber auch sehr aufwendigen Konzept der digitalen Kladde.

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Dienstag 14. Mai 2013 10:47

AdBlocker-Debatte: Vielfalt statt Banner-Terror

So schnell werden aus coolen Online-Journalisten Bittsteller. Auf der re:publica feierte die Web-Community noch die Macher von Zeit Online, Spiegel Online und SZ.de. Wenige Tage später gab es dann viel Häme für den Aufruf: „Schalten Sie bitte den AdBlocker auf unseren Seiten ab!“. Die Kritik an der Kampagne ist jedoch zu kurz gedacht. Die Nachrichten-Portale brauchen die Werbeeinnahmen. Allerdings bräuchten die Leser auch mehr inhaltliche Vielfalt - einen Verlags-Konsens gegen blinkenden Banner-Terror.

Die Vorwürfe, die sich die News- Dienste dabei anhören müssen, teilen sich überwiegend in zwei Gruppen: Zum einen Kritik an der konkreten Kampagne und ihrer Umsetzung und zum anderen in – teils schon sehr bösartige - Einlassungen, wie sich die Presse überhaupt erdreisten könne, ihre Leser zu bitten, auf AdBlocker zu verzichten. Oftmals könne man vor lauter blinkenden und glitzernden Bannern die Inhalte kaum noch erkennen.

Zum Ersten: Tatsächlich wirkt die Kampagne, ihre Aufmachung und die Umsetzung naiv und altbacken. Immerhin verzichten die Verlagswerber in eigener Sache auf grell blinkende Banner oder andere aggressive Werbeformen.

Andererseits muss man auch den Mut der Verantwortlichen loben, das Problem der AdBlocker so offen zu thematisieren. Wie die Postings des Focus Online-Channelmanagers Ulf Heyden ("Ein absolutes PR Desaster aus Vermarktungssicht, was da SZ, Spiegel und Zeit angerichtet haben“) oder auch von Thomas Koch ("Hab ja immer behauptet, Verlage verstehen Print nicht mehr. Jetzt verstehen sie nicht mal mehr das Internetz...") zeigen, sind Vermarktungsexperten eher entsetzt von der Kampagne. Das muss kein schlechtes Zeichen sein. Immerhin besagt eine alte Journalisten-Regel: Wenn die Vermarktung dagegen ist, hat die Geschichte Pfeffer.

Mehr als berechtigt ist dagegen der Ärger an einem Zuviel an blinkenden Bannern und aggressiven Sonderwerbeformen. Davon sind die Nutzer genervt. In der freien Wirtschaft würde diese Konsumenten-Frustration dafür sorgen, dass der Kunde einfach zur Konkurrenz geht. Theoretisch wäre dies im Web, wo der Rivale nur einen Klick entfernt ist, besonders einfach. Leider gilt diese Regel nicht für Nachrichtenportale. So gut wie alle Angebote liefern dieselben Inhalte. Klare Unterscheidungen, Alleinstellungsmerkmale und thematische Abgrenzungen sucht man meist vergeblich.

Tatsächlich fehlt es dem deutschen Nachrichten-Web an Vielfalt. Ein Mehr an unterscheidbaren inhaltlichen Ansätzen und Ansprachen würde zu klarer definierten Zielgruppen führen. Davon würden Nutzer und Werbewirtschaft gleichermaßen profitieren.

Aber der Kampagne ist es immerhin gelungen, eine Diskussion loszutreten, welche Werbeformen im Netz akzeptabel sind und welche nerven. Wenn die meisten Nutzer kostenlose Nachrichten-Angebote lesen wollen, müssen sie auch bereit sein, die Werbung, die die Produktion der News-Angebote finanziert, zu akzeptieren. Im Onlinejournalismusblog fordert Stephan Döner, dass sich die deutschen Verlage „aus eigenem Interesse“ auf gemeinsame Qualitätsstandards für Onlinewerbung einigen sollten.

Ideal wäre es, wenn diese Einigung als Standart-Einstellung Teil der AdBlocker-Tools werden würde. Damit wäre allen geholfen. Die AdBlocker verhindern die schlimmsten Werbe-Exzesse und die Leser helfen aktiv mit, dass sie auch weiterhin – ohne Bezahlschranke – Nachrichten im Netz lesen können.

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Freitag 10. Mai 2013 08:30

Ex-Business-Punk neuer Gründerszene-Chef

Old Economy-Know-how für die New Economy: Bislang berichtete Nikolaus Röttger als Redaktionsleiter bei Gruner und Jahrs-Business Punk über coole Gründer und neue Geschäftsideen. Jetzt macht er dasselbe im Web. Ab August wird der 37-Jährige neuer Chefredakteur des Branchen-Portals Gründerszene.de. Der ehemalige FTD- und Süddeutsche.de-Mitarbeiter folgt auf Joel Kaczmarek, der sich nach vier Jahren an der Spitze des Digital-Magazins bereits vor Wochen aus dem operativen Geschäft zurückgezogen hatte.

„Ich freue mich, dass Nikolaus Röttger an Bord der Gründerszene-Redaktion kommt. Mit seiner Erfahrung, seinen Kontakten und seiner Stärke in den Bereichen Themenfindung und Social Media ist er genau der richtige Kopf, um das Online-Magazin gemeinsam mit dem hochmotivierten Redaktionsteam auch weiterhin erfolgreich auszubauen", sagt Kaczmarek. Der Ex-Chef will zukünftig die Rolle eines Herausgebers einnehmen.

Röttgers Pläne sind – zumindest in der offiziellen Mitteilung – etwas vage. So freue er sich darauf, "die wirtschaftsjournalistische Berichterstattung über die Digitalbranche auf Gründerszene weiter auf- und auszubauen. Und gemeinsam mit dem Redaktionsteam die Startup-Community früh mit Themen und Trends zu versorgen sowie neue Formate und Ideen zu entwickeln." Vor allem das Seminar-Segment wollen die Berliner noch weiter ausbauen.

In Berlin steht Röttger künftig einem achtköpfigen Team vor. Nach eigenen Angaben kommt  Gründerszene.de pro Monat auf über 350.000 Unique User. Inhaltlich setzt das Portal vor allem auf News und Service-Stücke aus dem Startup-Bereich. Hinter dem Portal steht Vertical Media und der Serien-Gründer Lukasz Gadowski. Größter Konkurrent der Berliner sind die Deutsche-Startups.de, in das unter anderen die Samwer-Brüder investiert haben.

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Donnerstag 02. Mai 2013 11:50

Rivva soll Süddeutsche.de-Traffic steigern

Dieser Deal schlägt zwei Fliegen mit einer Klappe: Süddeutsche.de unterstützt jetzt den Nachrichten-Aggregator Rivva.de und bekommt dafür die Besucher der Hamburger auf ihr IVW-Konto gut geschrieben.



Wie Rivva in einem knappen Posting mitteilt, werden die Münchner den Aggregator "künftig durch eine Partneranzeige unterstützen". Zudem wird rivva "Mitglied im Partnernetz der Nachrichtenseite". Konkret bedeutet das auch, dass die Hamburger nun das IVW-Pixel der Süddeutschen bei sich eingebunden haben. Jeder Besucher von Rivva.de wird am Ende des Monats nun automatisch als Visitor der Nachrichten-Seite ausgewiesen.

SZ-Online-Chefredakteur Stefan Plöchinger kann sich künftig also über ein kleines Plus in der Besucherstatistik freuen und Rivva-Mastermind Frank Westphal über die Sicherung des "unabhängigen Fortbestands" seines Dienstes. "Vom Zeitpunkt her hätte die Unterstützung nicht besser kommen können", bloggt er. "Für Rivva ein toller Tag. Ich hoffe, Ihr freut Euch mit."

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Montag 29. April 2013 10:30

Deutsche HuffPo startet im Herbst

Am 15. Juli wird die deutsche Huffington Post in München vorgestellt. Partner der AOL-Tochter ist die Tomorrow Focus AG. Richtig losgehen soll es dann im Herbst. Eine Redaktion inklusive einer Chefredaktion sollen bis dahin aufgebaut sein. Wie in den USA Arianna Huffington soll auch hierzulande eine bekannte Person mit großem Netzwerk und bekanntem Namen als Gesicht des Angebotes fungieren. Zudem hofft der Neuling auf große Blogger-Unterstützung. Diese äußern sich jedoch eher kritisch. .

Die Vorstellung der neuen HuffPo findet im Rahmen der von Hubert Burda Media organisierten Digitalkonferenz DLDwomen statt. Passenderweise ist Huffington deren Co-Schirmherrin. Bis dahin soll auch eine rund 15-köpfige Redaktion aufgebaut sein.

Wie in den USA soll auch die deutsche Ausgabe einerseits ein Nachrichtenportal sein, andererseits aber auch „eine Plattform für Meinungsbeiträge, Blogs und Community". Das heißt: Die Macher hoffen darauf, wie bereits in den Staaten, auch hierzulande viele Blogger und andere prominente Autoren einbinden zu können. Bei Carta.info bezweifelt Wolfgang Michal allerdings schon einmal, wo die Redaktion hierzulande 100 Blogger auftreiben möchte, die "für lau arbeiten".



Neben dem redaktionellen Konzept bringen die Amerikaner auch eigene Seiten-Technologie mit. Auch das könnte im Kampf gegen die arrivierten Nachrichtenportale einen gewissen Vorteil bringen.

Huffington hält die Tomorrow Focus AG für „den idealen Partner. Mit ihrer starken Position, der großen Erfahrung im Online-Publishing und profunden Kenntnissen der deutschen Gesellschaft und Kultur können uns Tomorrow Focus AG und Hubert Burda Media besser als jeder andere dabei unterstützen, über das zu berichten, was die Menschen am meisten interessiert."

Erstaunlich ist, dass die 62-Jährige in ihrem Statement auch Hubert Burda Media erwähnt. Der Verlag soll laut Spiegel-Informationen nämlich abgewunken haben, als es um eine Kooperation mit der AOL-Tochter ging. Die Zusammenarbeit wurde geprüft, die Manager sahen allerdings keine Möglichkeit, das Angebot „wirtschaftlich stabil“ zu rechnen.

Das Geschäftsmodell der Huffington Post lässt sich knapp zusammenfassen: möglichst große Reichweite mit möglichst billig produzierten Inhalten vermarkten. Damit haben viele deutsche Verlage ein Problem. Auch widerspricht es den aktuellen Paid Content-Plänen vieler Verlage. Weitere abschreckende Wirkung auf die deutschen Medienmanager hatte zudem immer die Unsicherheit, wie stark sich das Konzept des US-Portals mit dem neuem Leistungsschutzrecht vereinbaren lässt.

„Die Deutsche Huffington Post ist nicht irgendein weiteres Nachrichtenportal. Sie ist eine soziale Plattform, bei der sich alle User mit eigenen redaktionellen Beiträgen beteiligen und engagieren können“, sagt Oliver Eckert, Geschäftsführer von Tomorrow Focus Media: „Sie bietet unserem Publikum ein neuartiges journalistisches Erlebnis und bereichert die deutsche Medienlandschaft um frische, unverbrauchte Stimmen. Wir suchen top ausgebildete Online-Journalisten, die diesen spannenden neuen Weg mit uns gehen wollen.“

Die deutsche Version der Huffpo zu machen, ist sicherlich das spannendste Online-Journalismus-Projekt des Jahres. Die ganze Branche wird interessiert nach München schauen, und dem Netz-Journalismus hierzulande kann die Aufmerksamkeit nur gut tun. Ob es allerdings ein gutes Zeichen für die Verlagsbranche ist, dass kein klassisches Medienhaus bereit war, mit den Amerikanern zu kooperieren, trotz des massiven Drucks den der dramatische Medienwandel ausübt, sei einmal dahingestellt.

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Donnerstag 18. April 2013 14:43

Achtstelliger Zukauf: Burda hat Edelight übernommen

Die Print-Profis machen weiter Druck in Sachen E-Commerce: So zeigen gleich zwei Meldungen, dass das Interesse der Verlage an Shopping-Kooperationen und Beteiligungen immer mehr steigt. Zum einen wurde gerade bekannt, dass Burda die Social-Shopping-Plattform Edelight für einen achtstelligen Betrag komplett übernommen hat. Zum anderen kooperiert Gruner + Jahrs Couch nun mit Fab.com.


Fab.com und Edelight.de

Auf der Design-Plattform stellt Couch zwei Wochen lang eine Auswahl von Produkten vor, die speziell von der Redaktion ausgesucht wurden. Für Chefredakteurin Daniela Kamps bietet die Zusammenarbeit vor allem „sinnvolle und spannende Synergien zwischen Print und Online“. Tatsächlich ist ein produktlastiges Heft wie Couch wie gemacht für die Verbindung aus Produktpräsentationen im Magazin und einer angeschlossenen Shoppingfunktion. Ein erster Versuch in dieser Richtung mit Season wurde allerdings im vergangenen Jahr von Gruner + Jahr sehr schnell wieder gestoppt.

In Sachen E-Commerce ist Gruner + Jahr noch lange nicht so weit wie Burda. Die Münchner investieren seit Jahren in diesem Segment. So engagierte man sich auch schon länger beim Social-Shopping-Experten Edelight. Wie deutsche-startups nun vermeldet, wurde das Stuttgarter Start-up vom Medienhaus übernommen. Der genaue Kaufpreis ist nicht bekannt. Er soll im achtstelligen Bereich liegen.

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Alexander Becker lebt in Hamburg und arbeitet dort als freier Journalist. Seit fast zehn Jahren beschäftigt er sich mit dem World Wide Web und schreibt über die aktuellen Internet-Trends und neue Online- Entwicklungen. Bei MEEDIA betreut Alexander Becker die Rubrik „Web-Business“ und „Neue Sites“.

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