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Expertenkommission KEF hält Gehaltsniveau bei einigen öffentlich-rechtlichen Sendern für zu hoch

Die Kommission zur Ermittlung des Finanzbedarfs der Rundfunkanstalten (KEF) hat in einem ersten Entwurf für eine Erhöhung des Rundfunksbeitrags um 86 Cent plädiert. Wie die „Medienkorrespondenz“ berichtet, ist die KEF außerdem dafür, die ihrer Meinung nach zu hohen Gehälter einiger Anstalten zu kürzen. Im Fokus stehen WDR, BR, HR, SR und das ZDF.

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Laut dem Bericht der „Medienkorrespondenz“ hat die KEF die Unternehmensberatung Kienbaum Consultants International GmbH beauftragt, das Vergütungsniveau bei den öffentlich-rechtlichen Anstalten zu untersuchen. Konkret in den Blick genommen wurden Jahresgrundgehalt, Sonderzahlungen (Urlaubs- und Weihnachtsgeld), Nebenleistungen (etwa Firmenwagen) und die Altersversorgung.

Dabei kam heraus, dass das Gehaltsniveau bei fünf Sendern überdurchschnittlich hoch sei, nämlich beim Saarländischen Rundfunk (SR), dem Bayerischen Rundfunk (BR), dem Hessischen Rundfunk (HR), dem ZDF und dem Westdeutschen Rundfunk (WDR). Vor allem beim WDR würde laut der Untersuchung weit über dem Durchschnitt verdient. Die Gutachter konstatierten beim WDR „ein deutlich erhöhtes Gesamtvergütungsniveau“. Wobei der SR nur leicht über dem Durchschnitt liege.

Die Gutachter haben zudem festgestellt, dass die Vergütung bei den öffentlich-rechtlichen Sendern höher ausfällt als bei den Einrichtungen der öffentlichen Verwaltung. Das Gutachten floss in die Berechnung des Finanzbedarfs bei der bekannt gewordenen ersten Empfehlung der KEF für eine neue Rundfunkgebühr mit ein. Die KEF empfiehlt in einem ersten Entwurf, die Rundfunkgebühr um 86 Cent auf 18,36 Euro ab 2021 anzuheben. Die Anstalten hatten eine wesentlich stärkere Erhöhung gefordert.

Im KEF-Bericht heißt es: „Die Kommission geht davon aus, dass insbesondere die im internen Vergleich mit einem besonders hohen Vergütungsniveau auffälligen Anstalten (BR, HR, SR, WDR, ZDF) deutliche Anstrengungen unternehmen, ihre überproportionalen Vergütungsniveaus zu korrigieren.“ Die betroffenen Sender weisen darauf hin, die Vergütungsstrukturen seien nötig, um mit Wirtschaftsunternehmen konkurrenzfähig zu bleiben. Außerdem sei bei den fünf Sendern der höhere Altersdurchschnitt der Mitarbeiterschaft und dessen Auswirkungen auf die Vergütungen nicht ausreichend berücksichtigt worden.

Nichtsdestotrotz fordert die KEF Kürzungen bei den Personalkosten, vor allem bei den fünft genannten Anstalten.

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