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Künstliche Intelligenz und integrierte Digital-Abos: das kann Googles neue News-App

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Auf der Entwicklerkonferenz I/O kündigte Google vor einigen Tagen eine neu gestaltete Google-News-App an. Mittels Künstlicher Intelligenz will Google den Nutzern der App weitgehend personalisierte Nachrichten anbieten. Auch Publikationen wie Die Zeit können direkt über die App abonniert und gelesen werden. Googles Ziel: Nutzer müssen den Google-Kosmos für Nachrichtenkonsum kaum mehr verlassen.

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Künstliche Intelligenz, die personalisierte Inhalte aus diversen Nachrichtenquellen bereitstellt: Das ist der Kern der neuen Google-News-App, deren Update seit Dienstag für Android- und iOS-Geräte in insgesamt 127 Ländern ausgerollt wird. Was den Nutzer nicht interessiert, soll – so Googles Plan – nach fortwährender App-Nutzung gar nicht erst angezeigt werden. Im Sprech von Google-News-Leiter Trystan Upstill ausgedrückt: Es soll einfacher werden, „hochwertigen Journalismus von überall auf der Welt noch besser zu finden.“

Erstmals angekündigt hatte Google-CEO Sundar Pichai die neue Google-News-App im Rahmen der Entwicklerkonferenz I/O in der vergangenen Woche. Pichai sprach, ähnlich wie Upstill, davon, dass es Googles Ziel sei, hochwertigen Journalismus zu fördern. Denn der sei „das Beste aus der menschlichen Intelligenz“. Konkret sieht das so aus: Zunächst bekommt der Nutzer eine persönliche Nachrichtenübersicht präsentiert. Im Abschnitt „Für dich“ gibt es zunächst fünf individuelle Nachrichten, die mehrmals am Tag aktualisiert werden. Dazu kommen weitere Nachrichten aus allen möglichen Themenbereichen, die sich möglichst nah an den Interessen der Nutzer orientieren. Je mehr Artikel gelesen und Nachrichtenquellen ausgewählt werden, desto persönlicher wird die Auswahl im Laufe der Zeit. Zudem können Nachrichtenquellen hervorgehoben oder abgewertet bzw. ganz ausgeblendet werden.

Die aus dem App-Vorgänger „Google News & Wetter“ bekannten Schlagzeilen finden sich auch in der neuen Version wieder. Hier liefert die App die wichtigsten Nachrichten des Tages aus den Kategorien „Neueste“, „Deutschland“, „Welt“, „Wirtschaft“, „Wissenschaft & Technik“, „Unterhaltung“, „Sport“ und „Gesundheit“. Neu ist die Funktion „Mehr zum Thema“: Hier liefert Google News Hintergrundartikel, Tweets oder YouTube-Videos zum jeweiligen Thema. Für eine chronologische Nachrichtenzusammenstellung setzt Google ebenfalls auf einen Algorithmus, allerdings mit einem Unterschied: Jeder Nutzer bekommt dieselben weiterführenden Nachrichten präsentiert. Trystan Upstill begründet das so: „Eine produktive Diskussion oder Debatte ist nur möglich, wenn jeder Zugang zu den gleichen Informationen hat.“

Googles neue News-App bietet neben Schlagzeilen auch eine persönliche Auswahl an Top-Meldungen.

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Im Abschnitt „Favoriten“ liefert Google News einen Überblick über gespeicherte Themen, Orte und für später gemerkte Meldungen. Außerdem können dort die ausgewählten Nachrichtenquellen, also beispielsweise Kicker online, CNN oder Die Zeit, verwaltet werden. Der Bereich „Zeitschriften“ listet alle verfügbaren Ausgaben abonnierter Zeitungen oder Magazine auf – über Google News ist es nämlich möglich, Publikationen wie Die Zeit, Cosmopolitan, das Time Magazine oder zahlreiche weitere Angebote direkt über die App zu abonnieren. Hierfür setzt Google auf die neue Technik „Subscribe with Google“, die erst im März gestartet wurde. Medien können auf diesem Weg Abos über Google verkaufen, das dann eine Provision für Abo-Vermittlung erhält und auf den Suchtrefferseiten eine eigene, auf den Nutzer zugeschnittene Info-Box für Inhalte von abonnierten Medien einrichten will.

Der Nutzer muss den Google-eigenen Kosmos möglichst also kaum noch verlassen, um seinen Bedarf an Informationen zu decken. Ob man nun Nachrichten der „Tagesschau“ oder die neue Ausgabe einer abonnierten Zeitung lesen möchte, alles ist fortan über Googles Angebot möglich. Und Google lernt seine Nutzer auf diese Weise noch genauer kennen, weiß noch besser, welche Themen interessant sind und welche Nachrichtenseiten konsumiert werden.  Google selbst sagt über die Funktionsweise von Google News: „Google News weiß, welche Menschen, Orte und Dinge in einer Geschichte enthalten sind und in welcher Beziehung sie zueinander stehen.“ Und weiter: „Jeder informiert sich über unterschiedliche Kanäle – für Sport hat jeder seine Lieblings-Webseite, Meldungen aus der Politik gibt es im Fernsehen und Neuigkeiten aus eurer Nachbarschaft könnt ihr in den Lokalnachrichten lesen. In der Google-News-App könnt ihr euch […] alles anzeigen lassen, wofür ihr euch interessiert.“

Spannend dürfte auch die Rolle der App in der Diskussion um das Leistungsschutzrecht und die Beteiligung der Verlage an den Umsätzen von Google, Facebook & Co. sein. Denn ohne tagesaktuellen Journalismus hätte Google schlicht keine Inhalte, die der News-Aggregator verbreiten könnte. Erst im März hatte Googles Business-Chef Philipp Schindler erklärt, dass Googles verschiedene Plattformen auf Verlage angewiesen sei – und deswegen diesen helfen müsse, „nachhaltige Umsätze und Geschäftsmodelle zu etablieren“. Freilich dürften die Verlage selbst dem Google-News-Angebot nicht gänzlich abgeneigt sein, schließlich gibt es hier die Möglichkeit, einfach und effektiv Digital-Abos zu verkaufen.

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