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„Immer mehr Betroffene melden sich“: Tom Buhrow über sexuelle Belästigungen beim WDR

Stellte sich am Dienstag den Fragen des WDR-Rundfunkrates: Intendant Tom Buhrow
Stellte sich am Dienstag den Fragen des WDR-Rundfunkrates: Intendant Tom Buhrow

Der WDR-Rundfunkrat hat in einer Sitzung eine Resolution zu den Vorwürfen sexueller Belästigung beschlossen. Das Aufsichtsgremium verfolge "aufmerksam und sehr betroffen interne und externe Hinweise auf Vorwürfe sexueller Übergriffe im WDR", hieß es in der am Dienstag in Köln verabschiedeten Stellungnahme. Tom Buhrow berichtete während der Sitzung, dass sich immer mehr Betroffene melden würden.

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Der Rundfunkrat setze sich „für einen Ethik- und Verhaltenskodex und ein Meldeverfahren ein, das die personenbezogenen Daten Beteiligter“ schütze. Gleichzeitig ermutigte er alle WDR-Mitarbeiter zu einem offenen Umgang mit dem Thema Machtmissbrauch. WDR-Intendant Tom Buhrow hatte in der Sitzung zuvor dargelegt, wie der Sender mit den Vorwürfen umgeht. Er betonte, seinen Kurs fortsetzen zu wollen, „korrekt und konsequent“ Aufklärung zu schaffen. Zugleich gehe es mit Blick auf die Zukunft darum, den Schutz vor sexueller Belästigung zu verbessern. Er bat abermals alle Betroffenen, sich bei einer der geschaffenen Anlaufstellen zu melden. Immer mehr hätten sich bereits dort geäußert. Allen Hinweisen, auch zunächst anonymen, werde gewissenhaft nachgegangen.

Für sein Vorgehen erhielt Buhrow im Rundfunkrat viel Zuspruch bei vereinzelten kritischen Stimmen, etwa zur Frage der Unternehmenskultur.“Wir sagen klar: Wir brauchen Maßnahmen zur Aufklärung der Lage und unterstützen den Intendanten in dieser Frage“, sagte der Vorsitzende des Aufsichtsgremiums, Andreas Meyer-Lauber. „Ich sage deutlich: Es ist eine ganz kleine Minderheit von Irrläufern, die da unterwegs sind“, sagte er. Für annähernd 100 Prozent der Mitarbeiter gelte, dass sie Machtmissbrauch im WDR nicht tolerierten.

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Die Rundfunkrat-Mitglieder forderten Buhrow in ihrer Resolution darüber hinaus auf, „die Aufarbeitung bekannter Fälle sowie die Prävention sexueller und anderer Übergriffe innerhalb des WDR und im Wirkungskreis des Senders im Rahmen eines Schutzkonzeptes offensiv und vorbehaltlos voranzutreiben und notwendige Konsequenzen zu ziehen.“

Der WDR hatte zuletzt zwei Mitarbeiter nach Vorwürfen sexueller Belästigung freigestellt. Kanzleien wurden beauftragt, aktuellen Hinweisen auf weitere mögliche Fälle nachzugehen. Mitte April beschloss die WDR-Geschäftsleitung zudem ein Maßnahmenpaket für eine bessere Prävention gegen sexuelle Belästigung. Außerdem soll die frühere Gewerkschaftschefin und EU-Kommissarin Monika Wulf-Mathies prüfen, wie der WDR mit Hinweisen auf sexuelle Belästigung umgegangen ist.

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