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Neue Details im Facebook-Skandal: Cambridge Analytica speicherte Daten weit länger als bisher bekannt

Facebook-CEO Mark Zuckerberg
Facebook-CEO Mark Zuckerberg

Der umstrittene Daten-Händler Cambridge Analytica hat die Informationen von Facebook-Nutzern deutlich über den US-Wahlkampf hinaus gespeichert. Wie der Guardian berichtet, soll die Firma noch Anfang 2017 im Besitz der Daten gewesen sein – obwohl Facebook das britische Unternehmen zuvor mehrfach aufgefordert hatte, diese zu löschen. Der Öffentlichkeit verschwieg das Social Network diesen Umstand.

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Nach Angaben des Guardian habe Facebook Cambridge Analytica seit 2015 immer wieder darum gebeten, die illegal ausgewerteten Daten zu löschen. Doch passiert sei zwei Jahre lang nichts. Erst 2017 später soll eine verbindliche Zusage zur Löschung der Informationen rausgegangen sein.

In seinem Bericht zitiert der Guardian mehrere Mitarbeiter von Cambridge Analytica. Diese berichten, dass die Daten der Facebook-Nutzer auch noch nach dem US-Wahlkampf auf dem Server der britischen Datenanalyse-Firma lagen und schwer zugänglich gemacht worden seien. Einer der Mitarbeiter, der nicht namentlich genannt werden will, sagt im Gespräch mit der Zeitung: „Man konnte sie nur finden, wenn man wusste, wo sie waren.“ Er sei überrascht gewesen, als die Daten gefunden wurden. „Uns war zuvor gesagt worden, dass sie gelöscht worden seien und wir sie nicht mehr benutzen konnten.“

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Bei dem Datenskandal wurden Informationen von bis zu 87 Millionen Facebook-Nutzern von einem App-Entwickler an die Datenanalyse-Firma Cambridge Analytica weitergegeben. Es handelte sich sowohl um Daten von Umfrage-Teilnehmern als auch von ihren Facebook-Freunden. Diesen weitreichenden Zugriff auf Informationen der Freunde von Nutzern hatte Facebook für App-Entwickler bereits 2014 abgeschafft.

Mittlerweile musste Cambridge Analytica Insolvenz anmelden. Die Medienberichte über die Firma hätten praktisch alle Kunden vertrieben, hieß es zur Begründung. Die finanzielle Lage sei „prekär“. Das Wall Street Journal berichtete über steigende Anwaltskosten. Der Sender NBC berichtete unterdessen, Cambridge-Analytica-Investorin Rebekah Mercer und diverse Top-Manager des Unternehmens seien bereits kurz vor Ausbruch des Skandals bei einer neuen Datenanalyse-Firma mit dem Namen Emerdata an Bord gegangen.

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