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Wegen Volksverhetzung: Düsseldorfer Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Kollegah und Farid Bang

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Farid Bang und Kollegah bei der Echo-Verleihung 2018

Die Düsseldorfer Staatsanwaltschaft ermittelt wegen Volksverhetzung gegen die beiden Rapper Kollegah und Farid Bang. Das hat Behördensprecher Ralf Herrenbrück der Westdeutschen Zeitung auf Anfrage mitgeteilt. Es seien insgesamt zwei Strafanzeigen eingegangen, eine davon von einem jüdischen Mitbürger.

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Nun werden die Liedtexte der Rapper auf ihre strafrechtliche Relevanz überprüft, sagte Herrenbrück der Westdeutschen Zeitung. Dabei gehe es nicht nur um die Texte aus dem aktuellen Album, sondern auch frühere Songs der Rapper.

Auf dem aktuellen gemeinsamen Album „Jung, brutal, gutaussehend 3“ von Kollegah und Farid Bang befindet sich die Songzeile „Mein Körper definierter als von Auschwitz-Insassen.“ Trotzdem wurden die Rapper beim diesjährigen Echo ausgezeichnet – was eine deutschlandweite Debatte in Deutschland über Antisemitismus im deutschen Battle-Rap auslöste.

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Auch der Echo stand wegen der Auszeichnung der beiden Musiker massiv in der Kritik: Zahlreiche Preisträger gaben ihre Echos zurück; letztendlich schaffte der Verband der Musikindustrie die Veranstaltung ab. Der Preis habe sich in den vergangenen Jahren zwar als feste Größe in der Musikbranche etabliert, hieß es in einer Pressemitteilung des Verbandes, man wolle jedoch „keinesfalls, dass dieser Musikpreis als Plattform für Antisemitismus, Frauenverachtung, Homophobie oder Gewaltverharmlosung wahrgenommen wird“.

Die Plattenfirma der beiden Rapper, die Bertelsmann Music Group (BMG), kündigte darüber hinaus an, die Zusammenarbeit mit den Musikern vorerst ruhen zu lassen. „Wir hatten den Vertrag über ein Album. Jetzt lassen wir die Aktivitäten ruhen, um die Haltung beider Parteien zu besprechen“, sagte BMG-Vorstandschef Hartwig Masuch. „Wir entschuldigen uns bei den Menschen, die sich verletzt fühlen.“

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