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Ohne Sebastian Kehl, aber mit Philipp Lahm und Hannes Wolf: ARD und ZDF stellen Programm zur Fußball-WM in Russland vor

ARD und ZDF haben am Montag ihr Programm zur Fußball-WM in Russland vorgestellt
ARD und ZDF haben am Montag ihr Programm zur Fußball-WM in Russland vorgestellt

Ihren Sommer verbringen die Sportjournalisten von ARD und dem ZDF in Baden-Baden: Ab dem 14. Juni, wenn in Russland die Fußball-WM startet, berichten Alexander Bommes, Jochen Breyer & Co. aus dem Kurbad über das Großereignis. Dass sich die Verantwortlichen gegen Moskau als Sendezentrum entschieden haben, liege an "einer umstrittenen Veranstaltung in einem umstrittenen Ausrichterland".

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Einen Dämpfer musste das Zweite Deutsche Fernsehen (ZDF) vor Beginn der Pressekonferenz im Empire Riverside Hotel auf St. Pauli hinnehmen. Dessen Experte und Ex-Profi Sebastian Kehl hatte am Montagmorgen auf Twitter verkündet, dass er ab dem 1. Juni als Leiter der Lizenzspielerabteilung bei Borussia Dortmund anfangen wird. Nach Abwägung aller Aspekte gebe es keine andere Möglichkeit, schreibt Kehl, als sich direkt auf den neuen Job zu konzentrieren. Trotz aller Vorfreude werde er daher nicht für das ZDF über die Fußball-WM in Russland berichten können. Für den öffentlich-rechtlichen Sender komme der Schritt zu einem „denkbar ungünstigen Zeitpunkt“, erklärten die ZDF-Verantwortlichen bei der Programmvorstellung, die sie gemeinsam mit der ARD durchführten. Man müsse nun kurzfristig auf Expertensuche gehen, nachdem die dreijährige Zusammenarbeit mit dem Ex-Profi geendet ist. „Das ZDF ist mit den anderen Experten gut aufgestellt“, betonte aber ZDF-Teamchef Thomas Fuhrmann.

„Die ARD baut auf, das ZDF baut ab“, kommentierte Moderator Jochen Breyer die überraschende Entscheidung mit einem Augenzwinkern – in der Pressemappe wurde Kehl noch gemeinsam mit Breyer vorgestellt. Während das ZDF in Gestalt von Oliver Kahn, Holger Stanislawski und dem Schiedsrichter-Experten Urs Meier mit einem zwar reduzierten, aber etablierten Team auftrat, stellte die ARD gleich drei neue Experten vor: Stefan Kuntz, derzeitiger U21-Nationaltrainer und Europameister von 1996 (der im Übrigen wegen möglicher Interessenskonflikte keine Spiele der deutschen Mannschaft analysiert) und Fußballtrainer Hannes Wolf werden die WM-Partien mit ihrer Expertise begleiten. Außerdem mit dabei: Philipp Lahm. Der Weltmeister von 2014 wird als Gesprächspartner zum ARD-Team stoßen. Im neuen Format „Weltmeister im Gespräch“ spricht der ehemalige Kapitän der deutschen Nationalmannschaft mit der Journalistin Jessy Wellmer über die Ereignisse auf den Spielfeldern der Weltmeisterschaft. Wie gewohnt dabei ist zudem Ex-Profi Thomas Hitzlsperger, der seit drei Jahren für die ARD als Experte vor der Kamera steht und die Spiele analysiert.

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Die insgesamt 64 Spielen der Gruppen- und K.O.-Phase übertragen die öffentlichen-rechtlichen Sender nicht wie bei früheren Fußballgroßereignissen direkt aus dem Gastgeberland, sondern in diesem Jahr erstmalig aus Baden-Baden, wo ein gemeinsames Sendezentrum entsteht, das vom SWR bereitgestellt wird. Aus inhaltlichen Gründen habe sich der federführende SWR „gegen eine ausgeprägte Vor-Ort-Präsenz (…) entschieden.“, hieß es bei der Presskonferenz. Weder der Gastgeber Russland noch der Ausrichter FIFA seien unumstritten. „Die Sendezentrale in Baden-Baden demonstriert nicht nur räumliche Distanz, sondern symbolisiert auch den nötigen journalistischen Abstand (…).“ Technisch sei dieser Schritt gut zu bewerkstelligen und einen weiteren Effekt bringe die Entscheidung zusätzlich mit sich, erklärte die ARD-und ZDF-Riege unisono. Die Sender sparten durch die Entscheidung gegen Moskau als Sendezentrale und für Baden-Baden Gebührengelder. Die Generalprobe dazu haben die öffentlich-rechtlichen Sender im vorigen Jahr während des Confed-Cups durchgeführt.

Der Schritt bedeutet jedoch nicht, dass ARD und ZDF ausschließlich aus der Ferne berichten. Als Stadionmoderatoren berichten Sven Voss, Katja Streso, Alexander Ruda (alle ZDF) sowie Julia Scharf und Ralf Scholt (beide ARD) aus den Arenen. Komplettiert wird das ARD-Team durch die Live-Reporter Steffen Simon, Gerd Gottlob, Florian Naß und Tom Bartels, der das Auftaktspiel zwischen Russland und Saudi-Arabien aus dem Olympiastadion Luschniki aus Moskau kommentieren wird. Für das ZDF werden die Live-Reporter Béla Réthy, Oliver Schmidt, Claudia Neumann und Martin Schneider über die Partien berichten. Bei der DFB-Mannschaft im Quartier Watutinki weilen ZDF-Moderatorin Katrin Müller-Hohenstein und ARD-Reporter Gerhard Delling. Ebenso im Programm ist das Talk-Format „WM-Kwartira“, das von Micky Beisenherz und Jörg Thadeusz moderiert wird.

Dass nicht nur das Sportliche im Vordergrund steht, sondern ebenfalls das Gastgeberland Russland von einer, wie die ARD- und ZDF-Entscheider hoffen, anderen Seite in Zeiten der aktuell brisanten politischen Situation gezeigt wird, dafür sorgen unterschiedliche Reportage-Formate, die im Vorfeld und während des Turniers ausgestrahlt werden. Das ZDF sendet unter dem Arbeitstitel „7 Dinge, die Sie über Russland wissen sollten“ eine Dokumentation über die Menschen, die Kultur und die Geschichte des Landes. Ähnliches verfolgt die ARD mit der vierteiligen Reportagereihe „Unser Russland – eine Städtereise zur Fußball-WM“, die ab dem 26. Mai bis zum Start des Turniers wöchentlich läuft. Darin treffen die deutsch-russische Schauspielerin Palina Rojinski und ARD-Korrespondent Udo Lielischkies unterschiedliche Menschen in den Austragungsorten der Weltmeisterschaft.

Die Fußball-WM in Russland beginnt am 14. Juni mit dem Auftaktspiel Russland gegen Saudi-Arabien (Anpfiff 17 Uhr, MESZ). Das Finale findet am 15. Juli in Moskau (Anpfiff 17 Uhr, MESZ) statt und wird im ZDF übertragen.

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