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Big Brother Award: Negativpreis geht an Microsoft, Alexa, aber auch an Die Grünen

In Bielefeld wurde der Big Brother Award verliehen
In Bielefeld wurde der Big Brother Award verliehen

Microsoft Deutschland erhält in diesem Jahr den "Big Brother Award". Der von Datenschutz-Aktivisten verliehene Negativpreis für Datensammlung und Verletzungen der Privatsphäre geht in der Kategorie Technik an das Software-Unternehmen mit Deutschlandsitz in München. In der Politik watscht die Jury in diesem Jahr auch Die Grünen ab – wegen des neuen Verfassungsschutzgesetzes und wegen der geplanten Novellierung des hessischen Polizeigesetzes.

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Die Landtagsfraktion der hessischen Grünen erhält deshalb die Auszeichnung zusammen mit den Fraktionskollegen der CDU. „Ihre Gesetzesinitiative enthält eine gefährliche Ansammlung gravierender Überwachungsermächtigungen, die tief in Grundrechte eingreifen und den demokratischen Rechtsstaat bedrohen“, heißt es in der Jury-Begründung. Sie kommt zu dem Fazit: „Mit solchen Geheimdienst- und Polizeigesetzen, wie im schwarz-grün regierten Hessen geplant oder im grün-schwarz regierten Baden-Württemberg teilweise schon umgesetzt, können die Grünen ihr Selbstverständnis als Bürgerrechtspartei allmählich begraben.“

Der Bielefelder Verein Digitalcourage wirft Microsoft vor, mit dem Betriebssystem Windows 10 über das Internet Diagnose-Daten (Telemetrie) zu sammeln. Das Problem: Selbst erfahrene Nutzer könnten den Datenfluss nicht abschalten.

Microsoft hatte die Kritik im Vorfeld zurückgewiesen und kam nicht zur Preisvergabe am Freitagabend ins Bielefelder Stadttheater. Dem Unternehmen komme es nicht auf die Abschöpfung der Kundendaten an, sondern es nutze die Telemetrie zur Verbesserung des Produkts, hieß es aus München.

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Der Preis wird an Politiker, Unternehmen oder Organisationen verliehen, die nach Ansicht des Datenschützervereins Digitalcourage besonders unverantwortlich mit Daten anderer umgehen. Ein weiterer Preis ging unter anderen an Amazons Assistenzsoftware Alexa.

Mit Material der dpa

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