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Facebook-Ranking der Spitzenpolitiker: Lindner und Petry große Verlierer, AfD und Linke dominieren

Alice Weidel (li.) und Sarah Wagenknecht sorgen bei Facebook für Diskussionen. Über und mit Christian Lindner wird dagegen weniger gesprochen
Alice Weidel (li.) und Sarah Wagenknecht sorgen bei Facebook für Diskussionen. Über und mit Christian Lindner wird dagegen weniger gesprochen

Von wegen in Deutschland herrscht ein politischer Stillstand: Vor gut einem Jahr erstellte MEEDIA ein Ranking der erfolgreichsten Politiker bei Facebook. Damals lagen Angela Merkel, Martin Schulz und vor allem Christian Lindner noch auf Spitzenplätzen. Jetzt dominieren die Linke und die AfD mit Alice Weidel, Jörg Meuthen, Sahra Wagenknecht und Gregor Gysi.

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Im Mai 2017 sahen die oberen Plätze des Rankings noch wie folgt aus:

1. Christian Lindner – 279.500 Likes, Reactions, Shares und Kommentare
2. Angela Merkel – 267.900
3. Frauke Petry – 267.800
4. Sahra Wagenknecht – 240.600
5. Jörg Meuthen – 175.800
6. Martin Schulz – 99.600

Seitdem haben die Parteien der Mitte ihren populistischen Rivalen das Feld überlassen. So finden sich in der aktuellen Liste fünf Politiker und Politikerinnen der AfD, drei der Linken, sowie jeweils eine/einer von CDU und FDP. Die Top Ten deutscher Politiker nach Facebook-Interaktionen mit Posts der jüngsten 30 Tage:

1. Alice Weidel – 421.400
2. Jörg Meuthen – 329.500
3. Sahra Wagenknecht – 314.400
4. Gregor Gysi – 97.000
5. Angela Merkel – 94.600
6. Beatrix von Storch – 59.000
7. Oskar Lafontaine – 44.900
8. Petr Bryston – 43.900
9. Christian Lindner – 40.800
10. Björn Höcke – 39.000

Der neue Ministerpräsident Bayerns Markus Söder folgt auf Rang 11, Franziska Giffey als stärkste Vertreterin der SPD auf Platz 16, Grüne fehlen auf den ersten 25 Rängen komplett.

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Beim Blick auf die jüngste Statistik erstaunt erst einmal, dass die Interaktionszahlen der ersten Drei sogar weit höher sind, als die der Politiker aus dem Wahlkampf. Offenbar verstehen es die Social-Media-Teams hinter Weidel, Wagenknecht und Meuthen heute noch besser als vor einem Jahr, die Mechaniken von Facebook zu nutzen.

Ein wichtiger Grund für den großen Erfolg der linken und rechten Politiker liegt natürlich auch in den Umstand, dass sie in der Opposition sind. Ohne Regierungsverantwortung ist es doch viel einfacher, empörte und wütende Postings abzusetzen. Die Logik von Facebook sorgt dann dafür, dass solche Meinungsäußerungen, die auch bei den Lesern viele Emotionen hervorrufen, bevorzugt im Newsfeed ausgespielt werden. Wie sehr man mit Wut punkten kann, zeigten alleine schon das Beispiel der Postings der drei Linken-Stars Wagenknecht, Gysi und Lafontaine nach dem Raketenangriff der USA, Englands und Frankreichs auf Syrien. Alleine die empörten Meinungsbeiträge der Drei, sorgen jeweils schon für kräftige Interaktionsraten.

Diese Argumentation zieht als Erklärung bei den Verlusten von Frauke Petry und Christian Lindner allerdings nicht. Beiden gelingt es offenbar nicht mehr so, wie noch im Wahlkampf, die Facebook-Fans zu begeistern. Bei Petry hat dies offensichtlich mit dem Verlassen der AfD zu tun. Lindner dagegen scheint sich gerade eine gewisse mediale Pause verordnet zu haben. Derzeit wird weniger über seine politische Agenda als über anderes berichtet.

Geradezu augenscheinlich ist der Niedergang der SPD. Auch in den sozialen Medien braucht die Partei und ihre neu aufgestellte Führungsmannschaft offenbar einen Neustart.

Das Politiker-Ranking erschien am Morgen bereits im täglichen Social-Media-Radar #trending. Hier geht es zur Newsletter-Anmeldung.  

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Alle Kommentare

  1. Merkel ist keine Deutsche.Anjela Kazimierczak/Kasner/“Merkel“ ist eine polnische Juedin und hasst alle Deutsche.

    1. Haben Sie eigentlich auch schon mal eine Genanalyse über Ihre diversen ethnischen Herkünfte anfertigen lassen? Wünsche Ihnen viele neue Erkenntnisse dabei! Das könnte sogar gegen offen zur Schau getragenen Rassismus helfen!

      1. 💋👙🐰🎬🎥📩💃💕HELLO BABY ! Send me please a long hot Sex-Video with hot sexy Girl & hot potent sexy Boy in Action at my private E-Mail-Adress:
        Sternenklasse1@gmail.com ; I’m so very hot this Time here at Germany, ZDF-TV, Sports-Regie-Team, REGIESEURIN. ! 💋🐰🎬🎥💕💃⚽
        👉👉Fang nie an aufzuhören, hör nie auf anzufangen. 👈👈
        – Marcus Tullius Cicero —

  2. @Herr Becker:

    Zitat:

    Wie sehr man mit Wut punkten kann, zeigten alleine schon das Beispiel der Postings der drei Linken-Stars Wagenknecht, Gysi und Lafontaine nach dem Raketenangriff der USA, Englands und Frankreichs auf Syrien.

    Zitatende. Dazu:

    „Der Luftangriff auf mutmaßliche Chemiewaffeneinrichtungen in Syrien war ein Bruch des Völkerrechts. Zu diesem Ergebnis kommt ein Gutachten des Wissenschaftlichen Dienstes des Bundestages“. tagesschau.de-vor 9 Stunden

    https://www.tagesschau.de/ausland/syrien-angriff-gutachten-101.html

    Was meinen Sie, Herr Becker. Der wissenschaftliche Dienst des Bundestages ( oder vielleicht die Tagesschau?) will mit Wut punkten?

  3. herrlich…. es wird immer besser…..! danke nochmals! vielen dank! es ist zu putzig.
    (absichtlich klein geschrieben, dann fühlen sie sich wieder noch ein wenig schlauer und posten hoffentlich noch mehr amüsantes…)

  4. Bei Lindner wundert mich das speziell nicht.
    Die Leute merken doch, daß sich Lindner als Partei ausgibt, tatsächlich aber nur seine Person damit nach vorne schieben will.
    Die F.D.P ist zum Label für einen einsamen Karrieristen verkommen.

    Denn diese „Partei“ hat nur noch den Namen gemeinsam mit dem Verein, in dem Leute wie Heuss, Scheel oder Genscher tätig waren. Klein, aber fein und immer einflußreich.

    Der Niedergang begann mit dem Ausscheiden von Möllemann und dem Vorsitz des ultimativen Beliebigkeitspolitikers Westerwelle, der jeden ernsthaften Interessenten abgeschreckt hat und die Partei in der Folge in die Bedeutungslosigkeit abstürzen ließ.

    Das Zeigen eines klaren Profils bindet immer eine Gruppe Wähler fest an eine Partei, verhindert aber dadurch gleichzeitig die Mehrheitsfähigkeit.

    Das unterscheidet die beiden Ein-Mann-Parteien von Geert Wilders und Christian Lindner elementar.
    Nur…Wilders hats begriffen, Lindner nicht.

    Da hilft ihm auch kein Protegieren durch seine Frau via „GMX“ oder „WEB.DE“ Nachrichtendienst, wo man vor der letzten BTW teilweise bis zu drei Artikel mit Bild gleichzeitig auf der GMX-Startseite über Lindner vorfand, während gleichzeitig immer neue Hetz- und Schmähartikel über die AFD direkt daneben platziert waren.

    Meiner Beschwerde beim deutschen Presserat diesbezüglich wurde nicht mal der Eingang bestätigt.

    Vielleicht können Sie da mal nachrecherchieren, Herr Becker.
    Entsprechend gesichertes Material liegt vor.

    Natürlich nur, wenn es Ihre „Haltung“ zuläßt.

  5. der post von ruth hat mir wirklich den tag gerettet. danke für diese humoristische glanzleistung! die afd-wähler als intellektuelle speerspitze. das hatte ich so noch gar nicht betrachtet. und natürlich ist die afd nicht rechts. wie kann man nur auf sowas kommen…? :)))))
    danke nochmal!

    1. Tja…überdurchschnittlich gebildet, überdurchschnittliches Einkommen und stilvoll genug, um in Postings weder auf die Groß/Kleinschreibung zu verzichten noch sie mit einem Sack voll Satzendzeichen zu beenden.
      Und deswegen treiben sich AFD-Wähler unterproportional bei Facebook herum.

      Sicher ein ganz fremde Welt für Sie.

      1. natürlich ist das eine fremde welt für mich. in solch abgehobenen intellektuellen sphären wie sie und ihre parteigenossen von der afd traue ich mich gar nicht vor.

        ich hab´s zur besseren unterscheidung nochmal kleingeschrieben um auch den stilistischen vorteil ihrer elite-partei deutlich zu machen. gut so?

        jetzt muss ich aber schnell zu facebook. da gibt es ja zum glück niemand von der afd.

        hach, wie schön muss das sein, wenn man sich sein realität selbst zusammenbaut – und dann auch noch daran glaubt. putzig!

  6. Hallo Herr Becker,

    wenngleich es lustig ist, gerade die Likes bei Facebook als statistisches Maß für die Bedeutung der gelikten Personen anzunehmen („….tausend Freunde bei Facebook, aber keiner, der beim Umzug hilft…“), so sehr muß ich mich über so was hier wundern:
    „Seitdem haben die Parteien der Mitte ihren populistischen Rivalen das Feld überlassen.“

    Es gibt definitiv keine „Parteien der Mitte“ mehr unter den Altparteien.
    Alles drängt sich mittlerweile am linken Rand.

    Die komplette breite Mitte und auch links davon bis nach ganz rechts hat die AFD übernommen. Konkurrenzlos.

    Und wenn Leute wie Sie und Ihre Brüder im Geiste nicht 24/7 auf diese Partei eindreschen und sie verunglimpfen („rechtspopulistisch; rechter Rand; rückwärtsgewandt; XXX-feindlich“) würden, hätte sie bei der letzten Wahl sicher deutlich über 50% erreicht.

    So wählen sie nur Leute, die dem medialen Shitstorm widerstehen, was schon ein überdurchschnittliches Standing bei Diskussionen im Bekanntenkreis und entsprechende Intellektualität voraussetzt.

    Und ich versichere Ihnen, daß diese noch weniger mit Facebook zu tun haben als der Rest.

    Sie können Ihre Zahlen zugunsten der AFD um sicherlich einen zweistelligen Prozentsatz erhöhen, wenn sie die „Dunkel“ziffer berücksichtigen.

    1. @Ruth: Und in welchem medialen Paralleluniversum bewegen Sie sich, wenn Sie die AfD für die „komplette breite Mitte und auch links davon bis ganz nach rechts“ halten? Wo sind denn bitteschön bei der AfD Ansätze für eine soziale, arbeitnehmerfreundliche Politik? Wenn Sie genauer hinauschauen würden, würden Sie in deren Programm eher viel mehr Ultra-Neoliberales mit sehr viel sozialer Kälte entdecken. Mal ganz abgesehen von der hetzerischen und spalterischen Ausländerdebatte.
      Für Sie persönlich mögen ja einige Gründe für die AfD sprechen, das ist völlig in Ordnung – aber die Mitte der politischen Landschaft ist das mit Sicherheit nicht.
      Übrigens dürfen Sie durchaus auch den Nicht-AfD-Wählern eine kritische Auseinandersetzung mit den Medien zutrauen. Die Annahme, dass man nur als AfDler dazu in der Lage wäre, weil einem die Mainstream-Medien ja per se nicht wohl gesonnen sind, ist schlichtweg arrogant und lachhaft.

      1. “ Wenn Sie genauer hinauschauen würden, würden Sie in deren Programm eher viel mehr Ultra-Neoliberales mit sehr viel sozialer Kälte entdecken.“

        Wenn Sie mit „Kälte“ meinen, daß diese Partei aufhören möchte, das Steueraufkommen mit der Gießkanne über das Land zu verteilen, sondern zielgerecht einzusetzen, dann gebe ich Ihnen Recht.
        Das bisherige Verhalten läuft mangels monetärer Masse doch schon jetzt im Notlaufprogramm.
        Zu viele Leute mit Anspruchsdenken, aber ohne eigene Nettoleistung für den Staat möchten durchgefüttert werden.
        Das kann nicht im Sinn der arbeitenden Bevölkerung sein.

        „Mal ganz abgesehen von der hetzerischen und spalterischen Ausländerdebatte.“

        Das wiederum läßt einen klaren Blick auf Ihr Demokratieverständnis zu.
        Denn was „Hetze“ ist, bestimmen natürlich Sie und Ihresgleichen.
        Von Ihnen kommt dagegen ja immer nur „Kritik“.
        Und wenn jemand eine abweichende Meinung vom befohlenen Mainstream vertritt, ist er ein „Spalter“.

        So läuft das aber nicht.

        Ihren insgesamt herablassenden Tonfall im ganzen Text überlese ich jetzt einfach mal.

      2. Ben, ich habe keine Ahnung, welchen Personenkreis Sie nun mit „Ihresgleichen“ meinen. Es handelt sich hier um meine private Meinung, die ich mir nicht von den Medien und von schon gar nicht von einer Partei vorschreiben lasse. Wenn ich für die Art und Weise, wie die AfD die Ausländerdebatte führt, das Wort „hetzerisch“ gebrauche, dann stütze ich dies auf den Wortlaut, den Leute wie Höcke oder Gauland gebrauchen. Die Hassreden von diesen Demagogen erfordern eigentlich keinerlei Kommentar, die kann man für sich stehen lassen, um zur Erkenntnis zu kommen, dass das die schlimmsten Hetzer und Spalter sind, die Deutschland in den letzten 40 Jahren erlebt hat. Sie können nun freilich zu einer anderen Erkenntnis kommen – aber genau so läuft das.

  7. Wenn Sie schreiben „gelingt es nicht mehr, die Facebook-Fans zu begeistern“, dann hört sich das an, als ob der eine oder die andere mehr oder weniger Facebook-Nutzer erreichen oder für sich begeistern konnte.

    Tatsächlich handelt es sich bei den Anhängern um relativ geschlossene Communities, in denen die Emotionen mal stärker, mal schwächer brodeln. Da die Lager kaum miteinander interagieren und die Rechten ohnehin meistens ihre eigenen „alternativen Fakten“ pflegen, sagen diese Zahlen meiner Meinung nach eher wenig über die tatsächliche Stimmung in Deutschland aus.

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