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Neue Führung bei Öko-Test: Spezialist für Fachzeitschriften übernimmt Ruder bei Verbrauchermagazin

Hans Oppermann ist der neue starke Mann bei Öko-Test
Hans Oppermann ist der neue starke Mann bei Öko-Test

Nach dem überraschenden Rauswurf des Geschäftsführers, Vorstands und Chefredakteurs Jürgen Stellpflug hat das zur DDVG gehörende Verlagshaus Öko-Test die Führungsspitze neu besetzt: Hans Oppermann wurde zum Vorsitzenden der Geschäftsführung der Öko-Test Verlag GmbH und zugleich vom Aufsichtsrat in den Vorstand der Öko-Test Holding AG berufen. Auf den Manager kommen schwierige Aufgaben zu.

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Turbulente Zeiten bei Öko-Test: Erst wurde vergangene Woche der langjährige Geschäftsführer und Chefredakteur des Verbrauchermagazins, Jürgen Stellpflug, von seinen Ämtern abberufen, dann übernimmt für wenige Tage Christopher Koeppler, Geschäftsführer bei der GLG Green Lifestyle GmbH, geschäftlich das Ruder bei dem Medienunternehmen. Jetzt wurde nun Hans Oppermann zum Vorsitzenden der Geschäftsführung und Vorstand des Verlagshauses ernannt. Er tritt seinen Posten mit Wirkung vom morgigen Dienstag an.

Der 58-Jährige ist in der Medienbranche kein Unbekannter. Er hat als CEO, CFO und COO bei den Fachverlagen Beuth in Berlin, Gentner in Stuttgart und der Verlagsgruppe Bauer in Wiesbaden und Hamburg gearbeitet. „Wir sind sehr froh, dass wir mit Hans Oppermann einen ausgewiesenen Fachmann des Fachzeitschriften-Segments mit großem Erfahrungshintergrund bei der digitalen Transformation von Medienunternehmen für diese Aufgabe begeistern konnten. So können wir zeitnah die Weichen zur künftigen Ausrichtung unseres vielfältigen Angebots stellen“, sagt Jens Berendsen, Aufsichtsratsvorsitzende der ÖKO-Test Holding AG. Fraglich ist, ob und wann die Chefredaktion neu besetzt wird. Sie hatte bis auf Weiteres der bisherige Redaktionsleiter Mirko Kaiser übernommen, heißt es.

Auf Oppermann kommen allerdings schwierige Aufgaben zu. Er muss mit der Chefredaktion vor allem eine neue Digitalstrategie erarbeiten. Hier kam es zuletzt zum Zoff mit dem bisherigen Geschäftsführer und Chefredakteur Stellpflug. Statt mehr Inhalte auf die Webseite zu stellen, hielt Stellpflug mehr Exklusivgeschichten für das Print-Produkt zurück. Die Folge: die Zugriffszahlen im Netz gingen rapide zurück. Zählte der Digitalauftritt im März 2017 noch knapp 3,2 Millionen Page Impression (PI), waren es im Vergleichsmonat diesen Jahres nur noch 945.000 PIs.

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Die rückläufigen Zugriffszahlen sind aber für die Erlösstruktur des Verlags besonders schädlich. Denn das Unternehmen bietet auf der Webseite ältere Hefte zum Verkauf an, die wegen ihrer Produkttests auch nach Monaten nichts an Aktualität eingebüßt haben. Dies ist aber eine wichtige Einnahmequelle für das Unternehmen. Doch diese droht mit sinkenden Zugriffszahlen auf der Webseite zu versiegen. Zudem leidet die Markenbekanntheit des Verbrauchermagazins unter den rückläufigen PIs.

Jetzt muss Oppermann das Ruder herumreißen. Wie Berendsen bereits erklärte, soll die Webseite revitalisiert werden. Derzeit werde hier an einem neuen Konzept gearbeitet. Einen Termin, wann dies umgesetzt wird, nannte er nicht. „Wir müssen deshalb die Marke Öko-Test weiter entwickeln, um den Bedürfnissen einer modernen Gesellschaft Rechnung zu tragen“, erklärte der DDVG-Manager jüngst. An der Öko-Test Holding AG hält die DDVG hingegen mit 67 Prozent die Mehrheit, die restlichen Anteile befinden sich im Streubesitz.

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