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„Die Redaktion als Angstgemeinschaft“: AfD-Talkerin Beatrix von Storch interviewt Matthias Matussek zum Thema „gesunder Menschenverstand“

Zwei Stühle, eine Meinung: die Politikerin/Talkerin Beatrix von Storch (links), Journalist Matthias Matussek in „Das ganze Bild“
Zwei Stühle, eine Meinung: die Politikerin/Talkerin Beatrix von Storch (links), Journalist Matthias Matussek in "Das ganze Bild"

Die AfD-Politikern Beatrix von Storch ist schon seit längerem auch als Medien-Anbieterin unterwegs. Sie ist eine der Personen hinter der "Internet & Blogzeitung" "Freie Welt". Beim YouTube-Kanal "Freie Welt TV" präsentiert von Storch seit einiger Zeit zudem ein Interview-Format, bei dem sie in der jüngsten Folge den früheren Spiegel- und Welt-Journalisten Matthias Matussek begrüßte. Die Begegnung geriet erwartbar.

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Matussek hat gerade das Trauma seines Rauswurfs bei der Tageszeitung Welt in seinem Buch „White Rabbit – oder der Abschied vom gesunden Menschenverstand“ wortreich verarbeitet. Nun darf Matussek seine Sicht auf die Flüchtlingskrise, die Kanzlerschaft Angela Merkels, „die Medien“ und den seiner Meinung nach fehlenden „gesunden Menschenverstand“ noch einmal bei Frau von Storch zu Gehör bringen. Die Interviewerin und der Interviewte sind sich dabei in so ziemlich allen Punkten einig: Die Kanzlerin habe mit ihrer Flüchtlingspolitik ihren Amtseid verraten, die deutschen Medien wollten eher belehren statt zu informieren und generell findet Matussek den Begriff der Lückenpresse ganz passend.

„Man muss sich so eine Redaktion, gerade in wirtschaftlich engen Zeiten, auch als Angstgemeinschaft vorstellen“, so Matussek über seine Kündigung bei der Welt. Nach seinem Rauswurf hätten ihm die Leute dort nicht mehr in die Augen geschaut. Es folgt eine eine Kurzform der Schilderung Matussek’scher „Heldentaten“ aus seiner Spiegel-Zeit (die Langfassung gibt es in seinem Druckwerk).

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Die Sendung von Beatrix von Storch heißt „Das ganze Bild“, was von der Wortwahl her ein wenig an die Sendung „Der fehlende Part“ des russischen Propaganda-Kanals RT Deutsch erinnert. Hier wie dort wird suggeriert, dass man Informationen bekomme, die einem anderswo (in den „Mainstreammedien“) vorenthalten würden. Bei von Storchs „ganzem Bild“ treten die üblichen Verdächtigen auf: der Flüchtlings-kritische muslimische Filmemacher Imrad Karim, Der Genderforschungs-kritische Biologe Ulrich Kutschera, der Russland-freundliche Thomas Fasbender, der britische Populist und Brexit-Treiber Nigel Farage oder der EU-kritische Historiker David Engels.

Das alles ist weitgehend deckungsgleich mit der Parteilinie der AfD, was angesichts einer Moderatorin von Storch nicht sonderlich überraschend ist. Überraschend ist vielleicht nur, dass die Politikerin Beatrix von Storch zu glauben scheint, ein einseitiges und von einer Politikerin moderiertes Talk-Format, das sich mit der Programmlinie ihrer Partei deckt, könne ein wie auch immer geartetes „ganzes Bild“ vermitteln.

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Alle Kommentare

  1. Ich stelle mir das so vor:
    Ist MM nicht das Paradebeispiel für einen Mainstream-Journalisten, der irgendwann mal gegen einen Baum (o.ä.) läuft und plötzlich macht´s im Kopf KLICK und er erkennt, was für eine elende Gestalt er bisher war? Immer sklavisch nach den Klickzahlen an der Wand des Großraumbüros schielen und brav politisch-korrekte, gegenderte Texte im Akkord abliefern und dann noch vorauseilend die Schere im Kopf, ob nicht doch noch etwas gegen den gerade angesagten Regierungs-Sprech im Text durchgerutscht sein könnte… Also, das ist doch kein Leben. Jedenfalls nicht auf Dauer und wenn man sich noch früh im Spiegel guten Gewissens anschauen möchte.

  2. Vom Regen in Traufe: dieses Format zeigt doch sehr gut, wie die „Medien-Vielfalt“ in einem AFD-Deutschland ausschauen würde.

    Ob Mainstream Anne Will (hier angesprochen mit ihren Atlantik-Brückenbauern) oder rechtsextrem mit AFD: Es sind nur zwei Seiten, der gleichen Einfalt.

    Man kommt nur vom Regen in die Traufe.

    1. Die AfD ist nicht rechtsextrem, Sie kleiner Hetzer!

      Und ein INterview findet immer mit zwei Personen statt, ihr Vergleich zu Anne Will, die in ihrer „Sendung“ ja keine Interviews führt, hinkt daher gewaltig.

      1. @Matthias: Sie haben ja recht. Die AFD ist nicht rechtsextrem, aber zumindest Teile davon, die vom Rest toleriert werden. Besser?

  3. Ooooooooch, Herr Winterbauer….schon wieder so ein Schmonzes, mit dem Sie die Ansicht der Deutschen über den Journalismus als „Lügenpresse“ zementieren..

    Das die Begegnung „erwartbar“ blieb; ok.
    Das ist auch nicht anders, wenn sich Maischberger, Hayali und Prantl (oder Co.) treffen und sich gegenseitig die Innenansicht der Blase schildern, in der sie gemeinsam, aber strikt getrennt vom rechten Normalo-Pöbel , hausen.
    Geschenkt….

    Aber so was:
    „….von der Wortwahl her ein wenig an die Sendung „Der fehlende Part“ des russischen Propaganda-Kanals RT Deutsch erinnert…..“

    „…dort wird suggeriert…“
    (Nein, wird nicht. Es wird dort berichtet. Tendenziell, aber ohne Gegenpart in den „Mainstreammedien“, die sie erfreulicherweise selbst schon in Anführungsstriche gestzt haben. Langsame Erkenntnis?)

    „…der Russland-freundliche Thomas Fasbender….“
    (Habe ich von Ihnen schon mal die Bezeichnung „USA-freundlich“ gelesen? Z.B. bei einem der ideologisch geschulten Propagandisten der Atlantikbrücke? Wenn ja, bitte Quellenangabe)

    „Das alles ist weitgehend deckungsgleich mit der Parteilinie der AfD, was angesichts einer Moderatorin von Storch nicht sonderlich überraschend ist.“
    (Nein. Das ist nicht überraschend, da die AFD die einzige aktive Oppsition zur derzeitigen Regierung und ihren nich mitregierenden Tolerierern darstellt.)

    „Überraschend ist vielleicht nur, dass die Politikerin Beatrix von Storch zu glauben scheint, ein einseitiges und von einer Politikerin moderiertes Talk-Format, das sich mit der Programmlinie ihrer Partei deckt, könne ein wie auch immer geartetes „ganzes Bild“ vermitteln.“
    (Jetzt kommen wir zu dem Punkt, der Sie wirklich fuchst!
    Frau von Storch hört man zu. Ihnen nicht.
    Und das, obwohl gerade Sie im Besitz der einzigen Wahrheit sind)

    Lieber Herr Winterbauer, es liegt mir fern, Sie zu beleidigen.
    Aber sehen Sie: Niemand läßt sich von jemandem belehren, der offensichtlich weniger klug ist, als man selbst. Und das ist das Problem heutiger Journalisten.
    Grammatik, Interpunktion und Sprachstil erreichen nicht einmal mehr Hauptschulabschlußniveau der 70er Jahre. Von dem Grundsatz, daß man sich als Journalist nicht mit einer Sache gemein macht, über die man berichtet, ist seit Jahren nichts mehr zu merken.
    Diese obligatorische Gepflogenheit wurde durchgehend durch „Haltung“ ersetzt.

    Hatten wir alles schon mal.

    Mein Tip:
    Wenn Sie nicht irreversibel an Leftismus erkrankt sind, schmökern Sie einmal in Hadmut Danischs Seiten über das, was er über den zeitgenössischen Journalismus schreibt. Ich unterschreibe jede Zeile davon.
    Und der Mann hat sich selbst weder politisch positioniert, noch bekommt er Geld dafür.

  4. Ich bezweifle, dass Max Weber “schon 1923” nach seiner USA-Reise gesagt hatte, “der deutsche Redakteur möchte gerne erziehen” (Matussek, Minute 2:23). 1923 war Max Weber schon 3 Jahre tot.

  5. „[…] Die Interviewerin und der Interviewte sind sich dabei in so ziemlich allen Punkten einig“

    Also wie bei Anne, Maybrit, Frank und Sandra

  6. Hallo Meedia,

    wäre es nicht mal interessant, mit Journalisten wie Matussek oder Politikern wie Farage im deutschen Mainstream-TV zu diskutieren? Aber nein, in Sendungen des öffentlich-rechtlichen Fernsehens oder auch dem Privat-TV werden die bösen Buben nicht mehr eingeladen. Man redet gern über sie, aber nicht mit ihnen.

    Übrigens: Der Filmemacher heißt Imad Karim.

  7. das passt. MM war schon immer so, nur wollten manche es nicht wahrhaben. Die Störchin – na ja. Schwamm drüber. Und weg.

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