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Neue Vorwürfe in der #MeToo-Affäre im WDR: „Wir sollten Ruhe geben und das nicht an die große Glocke hängen“

Mehrere Vorwürfe der sexuellen Belästigung durch prominente Figuren des Senders sorgen derzeit für Schlagzeilen
Mehrere Vorwürfe der sexuellen Belästigung durch prominente Figuren des Senders sorgen derzeit für Schlagzeilen

Nach der Freistellung des WDR-Korrespondenten, der über Jahre hinweg Frauen sexuell belästigt haben soll, erweitert sich der Kreis der möglichen Betroffenen. Am heutigen Mittwoch legt die Bild-Zeitung mit neuen Vorwürfen nach, die sich auch gegen Führungskräfte des Senders richten: So sollen betroffene Frauen angewiesen worden sein, Ruhe zu geben.

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Die Bild zitiert eine  Frau, die mehrfach von dem WDR-Korrespondenten belästigt worden sei. Die beschriebenen Vorfälle reichen dem Bericht zufolge bis in die 90er Jahre zurück, in denen der Journalist sie nach einer Konferenz körperlich bedrängt und sich später bei einem Treffen zuhause vor ihr entblößt haben soll. Parallel soll er der Journalistin vermittelt haben, über ihre Karriere entscheiden zu können.

Dem Bild-Bericht zufolge sei der WDR über die Vorfälle informiert worden, habe aber nichts unternommen. Stattdessen berichtet die mutmaßlich Betroffene über die Reaktion ihres Vorgesetzten: „Der hat uns nur gesagt, wir sollten Ruhe geben und das nicht an die große Glocke hängen.“

Dass die Vorfälle zu dieser Zeit auch schon auf höheren Ebenen bekannt gewesen sein sollen, will Bild aus ihr vorliegenden Dokumenten erkennen. So zitiert das Blatt aus einem Schreiben des Personalrates an die damalige Fernsehdirektorin Verena Kulenkampff, in dem von möglicher sexueller Belästigung am Arbeitsplatz berichtet wird. Gegenüber Bild hat Kulenkampff die Vorwürfe dementiert: „Davon ist mir nichts bekannt. Ich kann mich an nichts erinnern.“

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Mit der Berichterstattung wächst der Druck auf die Spitze des WDR. Mittlerweile mehrere Berichte legen nahe, dass Führungskräfte jahrelang Belästigungen geduldet haben anstatt sie zu ahnden. Das trifft auch auf die aktuellen Führungskräfte Jörg Schönenborn (Fernsehdirektor) und Intendant Tom Buhrow zu. Correctiv und stern hatten zuerst über die Belästigungsvorwürfe berichtet.

Buhrow hatte den Journalisten erst nach intensiver Berichterstattung in der vergangenen Woche freigestellt und sieht sich auch intern großer Kritik ausgesetzt. So hatte die Personalrätin Christiane Seitz in einer Mail an mehrere Mitarbeiter kritisiert, dass Intendanz und Fernsehdirektion wegschauen und Verbesserungsvorschläge ablehnen würden. Seitz trat daraufhin aus dem so genannten Interventions-Ausschuss, an den sich Betroffene wenden können, zurück.

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Alle Kommentare

  1. Es ist interessant zu sehen, wie das auf der `Arroganz der Macht´ basierende Lügengebäude (endlich!) wie ein Kartenhaus in sich zusammen fällt.

    Konsequenzen für die Senderspitze?

  2. Kein Wunder, dass man in diesem Dreckssystem immer nach oben fällt, je läger man dabei ist. Aber wahrscheinlich ist Vetternwirtschaft und sexuelle Belästigung auch beim Staatsfunk von der Pressefreiheit gedeckt.
    Wo bleibt die Namensnennung der „Recherchespezialisten“ von Stern, Correctiv, Spiegel, SZ, Zeit und taz?

  3. Ganz toll. Nach 20 Jahren lassen sich diese Vorwürfe sicher nicht mehr eindeutig aufklären. Da steht dann Aussage gegen Aussage und es werden die üblichen feministischen Empörungsrituale abgespult.

    Hat der WDR eigentlich keine wichtigeren Probleme, als jeden Tag ein bisschen in den Medien #metoo zu spielen?

    1. Nach 20 Jahren steht es immer Aussage gegen Aussage. Schon nach 1 Jahr. Aber als Frau hat man es eben leichter, weil man eben per Geschlecht schon mal enorm unterprivilegiert ist, vor allem in bestimmten Branchen, wo es um Integrität geht. Natürlich nicht unterbelichtet, alles andere als das, weshalb man eben besser nach 20 Jahren daher kommt und sich es vorher einfach richtet, ich meine Ruhe bewahrt. Der Zeitpunkt und die jeweilige Intention zählt, denn was gestern gemeinsamer Spaß war, kann morgen schon locker als Belästigung verkauft werden.

    2. Warten sie mal ab, „Parallel soll er der Journalistin vermittelt haben, über ihre Karriere entscheiden zu können“ ist schon eine ganz andere Qualität.

      Herr U.A. hat Charakter auch in anderen Feldern vermissen lassen.

      Wenn es beim WDR tatsächlich so möglich ist Stellen zu besetzen ist das sicher kein Einzelfall.

      Ein Grund für die wirklich schlechte journalistische Qualität z.B. bei der Zeit und dem Spiegel könnte übrigens auch darauf hindeuten, dass hier nach sexueller Verfügbarkeit Positionen besetzt werden.

      1. Interessant ist schon, dass auch Frauen über Karrieren und überhaupt die Zukunft von Männern entscheiden.

        Da pudelt sich eigentlich niemand auf.

      2. „Ein Grund für die wirklich schlechte journalistische Qualität z.B. bei der Zeit und dem Spiegel könnte übrigens auch darauf hindeuten, dass hier nach sexueller Verfügbarkeit Positionen besetzt werden.“

        Naja. Wer möchte denn mit einer gehirngewaschenen Propaganda-Drohne Sex haben?

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