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Mitten in Facebooks Imagekrise: Verimi launcht Master-Login für im Umgang mit Daten sensibilisierte Nutzer

Will Verimi als Login-Konkurrenz zu US-Plattformen positionieren: CEO Donata Hopfen
Will Verimi als Login-Konkurrenz zu US-Plattformen positionieren: CEO Donata Hopfen

Verimi will sich unter anderem mit einem umfassenden Login-Angebot als Alternative in der Daten-Unsicherheit um die US-Plattformen positionieren. Am heutigen Dienstag ging eine erste Version der neuen Daten-Initiative an den Start – mitten in Facebooks schwerer Imagekrise. Zum Launch sind erst einmal nur zwei der insgesamt zehn hochkarätigen deutschen Investoren des Startups als Anwender dabei.

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Im ersten Schritt hat das Unternehmen, in das neben den ersten Anwendern Deutsche Bank und der Bundesdruckerei auch Wirtschaftsgrößen wie Axel Springer, Lufthansa, Deutsche Telekom, Allianz oder die Postbank investiert sind, seinen Login-Button live gestellt. Damit können sich Kunden der Deutschen Bank und Bundesdruckerei einen Verimi-Account einrichten und sich über ihn bei den Partnern einloggen. Die Login-Funktion soll sich als zentrales Schlüsselloch für gleich mehrere Dienste und Leistungen etablieren. Neben den Investoren ist das Startup für weitere Partner offen. Zum Start binden Anbieter wie Weltsparen, Compaio und Docyet den grünen Button ein.

Neben dem Single-Sign-on ist das Video-Ident-Verfahren von Beginn an Teil des Produktes. Bei diesem können sich Nutzer mit Hilfe ihres Personalausweises oder Reisepasses direkt online legitimieren. Weitere Funktionen kommen sukzessive dazu, zum Beispiel die qualifizierte elektronische Signatur nach eIDAS, Bezahldienste, das Hochladen und das Archivieren sensibler Dokumente sowie Funktionalitäten für Personaldokumente. Verimi ermöglicht damit auch so genannte digitale Behördengänge, also beispielsweise die sichere Identifikation und Authentifizierung mit Bürgerportalen. Was entstehen soll, ist also weitaus mehr als ein reiner Dienstleister für Logins.

Finanziell scheint das Startup grundsätzlich erst einmal gut aufgestellt. Die insgesamt zehn Investoren, die jeweils zehn Prozent am Unternehmen halten, haben 50 Millionen Euro eingebracht. Eine weitere Finanzierungsrunde soll folgen. Geld verdienen will Verimi zukünftig nicht bei den Nutzern, sondern bei Geschäftspartnern. „Wir verfügen über unterschiedliche Identitäts- und Authentifizierungsstufen“, erklärte CEO Donata Hopfen jüngst im Interview mit MEEDIA. „Das heißt, für ein einfaches Log-In und für die Registrierung eines Newsletters kann man die Verimi-Identät nutzen, ohne dass dabei Gelder fließen. Anders ist es, wenn der Nutzer unseres Dienstes einen Mietwagen bucht oder ein Flugticket bestellt. Hier zahlen uns Mietwagen-Firmen, Fluggesellschaften oder Reisekrankenversicherungen eine Lizenz dafür, dass der Nutzer uns bittet seine bei Verimi hinterlegten Dokumente zu nutzen und zu legitimieren.“

Mit dem Launch in dieser Woche bringt das von der Ex-Bild-Geschäftsführerin geleitete Startup sein Angebot rund vier Monate später an den Start als ursprünglich geplant und kommt damit – augenscheinlich – dennoch zur richtigen Zeit. Facebook, das Verimi deutlich als Wettbewerber identifiziert, steckt in der größten Imagekrise seiner Geschichte. Im Zuge des Cambridge-Analytica-Skandals musste das Netzwerk eingestehen, dass Datensätze von mehr als 87 Millionen Menschen zweckentfremdet worden waren. Am heutigen Dienstag muss sich CEO Mark Zuckerberg vor dem US-Kongress dazu erklären.

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Verimi wirbt hingegen mit datenschützendem Umgang wie auch größtmöglicher Kontrolle durch den Nutzer. So könnten diese selbst bestimmen, welche Verimi-Partner auf die eingebrachten, deutlich sensibleren Daten, zugreifen können.

Für die Datenallianz dürften mehrere Faktoren entscheidend über Erfolg und Misserfolg werden. Der Facebook-Skandal sensibilisiert Nutzer zwar für das sonst so sperrige und komplexe Thema Datensicherheit und schwächt Facebook. Auf der anderen Seite wird der Zuckerberg-Konzern mit seiner Macht nun einiges in Bewegung setzen, um das Vertrauen der Nutzer zurückzugewinnen. Hinzu kommt ein weiterer Konkurrent, der ebenfalls weltweit über Millionen von Nutzern verfügt und sich bislang nichts Schlagzeilenträchtiges wie das Social Network hat zu Schulden kommen lassen: Google.

Verimi, das seine Server größtenteils in Deutschland aufgestellt hat wird auch vom Image seiner Partner und vor allem Investoren abhängig sein. Ebenfalls von Bedeutung wird die Umsetzung einer zügigen Expansion sein. „Es muss uns gelingen, eine europäische Antwort auf die Datenmacht von Facebook, Google & Co. zu liefern“, bestätigte Hopfen. „Zunächst startet Verimi in Deutschland. Hier entsteht die Blaupause, um das Konzept und die Technologie in andere europäische Länder auszurollen.“

Dass das Startup im Wettbewerb noch nicht zu spät ist, zeigt auch ein Blick auf die nationale Konkurrenz. Gemeinsam mit RTL und ProSiebenSat.1 arbeitet auch United Internet an einer Daten-Initiative. Von NetID, wie das Unternehmen heißen soll, ist aber noch nicht viel zu sehen.

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