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Eingriff im Messenger: Facebook löscht heimlich Mails von Mark Zuckerberg – und will das Feature nun für alle einführen

Mark Zuckerberg arbeitet nach den Krisen der jüngeren Vergangenheit weiter an der Transparenz seines Unternehmens
Mark Zuckerberg arbeitet nach den Krisen der jüngeren Vergangenheit weiter an der Transparenz seines Unternehmens

Nächste Irritation aus Menlo Park: Nur einen Tag nachdem bekannt wurde, dass Facebook in seinem Messenger Nachrichten von Nutzern auf Links und Fotos abscannt und mitunter sogar mitliest, überrascht eine weitere Enthüllung über Facebooks Überwachung des Messengers. So wurde am Wochenende bekannt, dass das weltgrößte Social Network Nachrichten von Konzernchef Mark Zuckerberg an Nutzer nachträglich wieder gelöscht hat.

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Hat Mark Zuckerbergs Obsession mit Snapchat auch Einfluss auf seine Message-Verhalten? Bekanntermaßen hat der Facebook-Chef mehrfach in der Frühphase von Snapchat versucht, die Message-App, die sich damals vor allem durch wieder verschwindende Fotos einen Namen machte, zu übernehmen – bekanntermaßen erfolglos.

Dafür hat Zuckerberg offenkundig ganz persönlich an der Lösch-Funktion Gefallen gefunden – und sie als neues Feature für sich exklusiv selbst angewendet. Die überraschende Enthüllung machte TechCrunch am vergangenen Freitag nur einen Tag nachdem bekannt wurde, dass Facebook in seiner Nachrichtenzentrale Messenger mitliest: In Nutzer-Nachrichten werden Links und Fotos darauf abgescannt, ob sie gegen die Community-Richtlinen verstoßen – und bei Beanstandung sogar mitgelesen.

Nachrichten von Mark Zuckerberg verschwanden mysteriöserweise

Doch dort endet der Eingriff des Social Networks nicht. Wie TechCrunch berichtet, hat Facebook in der Vergangenheit klammheimlich selber Nachrichten gelöscht – ohne dass Nutzer etwas davon mitbekommen hätten. Normalerweise ist das komplette Löschen einer im Messenger verschickten Nachricht nämlich unmöglich: Zwar können Nutzer im Chatverlauf einseitig ihre und die Nachricht eines anderen Nutzes löschen, beim Chat-Partner bleibt der Nachrichtenaustausch jedoch weiter protokolliert.

Nur wer die Gelegenheit hatte, mit dem Facebook-Chef persönlich zu chatten, hat in der Vergangenheit möglicherweise eine bemerkenswerte Entdeckung gemacht: Zuckerbergs Nachrichten haben sich mitunter mysteriöserweise in Luft aufgelöst, so dass der Chat am Ende wie ein Selbstgespräch aussah.

TechCrunch: „Wirft die Frage auf, ob ein Vertrauensbruch vorliegt“

Facebook räumte die Praxis ein, die nach TechCrunch-Angaben bis 2010 zurückreicht, und begründete das Vorgehen angeblich mit Sicherheitsbedenken, wie sie 2014 der Sony-Hacker-Skandal hervorgebracht hatte, bei dem mehrere Gigabyte interner Kommunikation von Top-Managern veröffentlicht wurden.

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Zugegeben hatte das Social Network das Vorgehen indes bislang nie.“Das wirft der Frage auf, ob ein Vertrauensbruch gegenüber den Nutzern vorliegt“, mahnt TechCrunch an.  Wieder einmal verfestigt sich der Eindruck, dass sich Facebook mit einer Salami-Taktik durchzuwurschteln versucht: Eingestanden wird nur, was bereits bewiesen ist und damit zugegeben werden muss.

„Unsend“: Facebook verspricht Lösch-Feature für Nachrichten im Messenger

Unterdessen versuchte der nur noch fünftwertvollste Internet-Konzern der Welt, der seit Bekanntwerden des Datenskandals um Cambridge Analytica inzwischen mehr als 100 Milliarden Dollar an Börsenwert vernichtet hat, das Heft des Handelns wenig später mit einer kommunikativen Kehrtwende wieder zurückzugewinnen.

Ein Konzernsprecher kündigte gegenüber dem Techportal an, dass Facebook in den nächsten Monaten das „Unsend“-Feature, bei dem Nachrichten wieder zurückgezogen und gelöscht werden können, für alle Nutzer ausrollen wolle. Demnach könnten Nutzer sogar einstellen, wie lange eine Nachricht sichtbar sei.

Obendrein gelobte das Social Network zum x-ten Mal in den vergangenen Wochen Besserung – diesmal in der Form, dass  Konzernchef Zuckerberg bis zum Rollout des neuen Features selbst keine Löschungen vornehmen dürfe…

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