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Facebook räumt ein, dass praktisch jeder Nutzer Datenmissbrauch erlitten haben könnte – doch Mark Zuckerberg lehnt einen Rücktritt ab

Mark Zuckerberg arbeitet nach den Krisen der jüngeren Vergangenheit weiter an der Transparenz seines Unternehmens
Mark Zuckerberg arbeitet nach den Krisen der jüngeren Vergangenheit weiter an der Transparenz seines Unternehmens

Der Druck auf Mark Zuckerberg steigt täglich. Nicht nur, dass Facebook gestern eingestehen musste, dass das Ausmaß des Datenskandals um Cambridge Analytica um 74 Prozent größer ist als bislang angenommen – der Internet-Gigant räumte zudem ein, dass in der Zwischenzeit die Informationen von praktisch jedem Profil von Drittanbietern missbraucht worden sein könnten. In einem Konferenzgespräch mit Journalisten reagierte Konzernchef Zuckerberg unterdessen gereizt auf die Frage nach seinem möglichen Rücktritt.

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Der Facebook-Albtraum nimmt kein Ende. Im Gegenteil: Er verschlimmert sich immer weiter. In einem Blogpost, in dem das Social Network neue Maßnahmen zur Datensicherheit  seiner Nutzer ankündigte, macht Facebook gleichzeitig immer neue Eingeständnisse.

Nicht nur, dass sich die Anzahl der durch den Datenskandal von Cambridge Analytica betroffenen Nutzer mal eben um 74 Prozent auf 87 Millionen Profile vergrößert hat – Facebooks Technikchef Mike Schroepfer machte in dem Blogpost fast beiläufig neue erschütternde Enthüllungen.

Daten der meisten öffentlichen Facebook-Profile abgegriffen

So musste das Social Network ebenso eingestehen, dass inzwischen praktisch jeder Facebook-Nutzer von einem  Datenmissbrauch durch einen Drittanbieter betroffen sein könnte. „Angesichts  des Ausmaßes und der Raffinesse der Aktivitäten, die wir erlebt haben, glauben wir, dass Daten des öffentlichen Facebook-Profils der meisten Nutzer abgegriffen worden sein könnten“, schreibt Schroepfer.

Auslöser für diese neue Qualität des Datenmissbrauchs ist eine Schwachstelle im Social Network bei der Suche nach der Telefonnummer oder Emailadresse eines Nutzers, die zum Profil führt. In Bangladesch mache dieses Feature etwa 7 Prozent aller Suchanfragen aus.

Nun musste Facebook jedoch einräumen, dass „bösartige Drittanbieter“ von dieser Suchfunktion jahrelang Gebrauch machen und so ungehindert die Nutzerdaten des öffentlichen Profils sammeln konnten. Facebook schaltete das Feature gestern erst ab.

Mark Zuckerberg wird von immer neuen Krisenherden überrascht

In einem Konferenzgespräch mit Journalisten musste Konzernchef Zuckerberg eingestehen, dass der Internet-Gigant von dem Ausmaß des Missbrauchs selbst überrascht sei.

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Mehr und mehr verfestigt sich das Bild, dass der 33-Jährige von der Datenaffäre überrollt wird und das Ausmaß der Krise immer noch nicht abschätzen kann. Jeden Tag, so scheint es, wird Facebook von einer neuen Entdeckung zum Datenmissbrauch von dritter Seite erschüttert.

Zuckerberg wehrt sich gegen Rücktrittsgerüchte

Konsequenzen, über die im Silicon Valley inzwischen immer offener diskutiert werden, will der Facebook-Gründer dennoch bislang nicht ziehen. Auf die Frage der Financial Times-Reporterin Hannah Kuchler, ob der Aufsichtsrat bereits über seine Absetzung diskutiert habe, habe Zuckerberg laut dem Techportal Mashable bockig geantwortet: „Meines Wissens nach nicht.“

Auf Nachfrage der NBC News-Reporterin Alyssa Newcomb, ob Zuckerberg glaube, dass er am besten dafür geeignet sei, Facebook zu führen, antwortete der 33-Jährige ausweichend, dass er aus seinen Fehlern lernen wolle. „Ich glaube, dass niemand perfekt ist. Ich denke vielmehr, dass es im Leben darum geht, aus seinen Fehlern zu lernen und nach vorne zu schauen.“

„Menschen sollten für das verantwortlich gemacht werden, was sie aus ihren Fehlern lernen“

Dass bei der Entwicklung von Facebook Fehler passieren würden, sei vielmehr unvermeidlich gewesen: „Die Wahrheit ist, dass – wenn man etwas noch nie Dagewesenes wie Facebook entwickelt – man etwas vermasselt. Menschen sollten aber dafür verantwortlich gemacht werden, was sie aus ihren Fehlern lernen“, so Zuckerbergs Plädoyer für die Fortführung seiner Aufgaben als CEO.

Ob sich Anleger von der Rhetorik des 33-Jährigen überzeugen lassen, bleibt abzuwarten: Auch gestern gab die Facebook-Aktie in einem positiven Marktumfeld weiter leicht auf 155 Dollar nach.

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