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Facebook geht gegen russische „Trollfabrik“ vor und löscht mehr als 270 Fake-Accounts

Facebook reagiert auf die bald in Kraft tretende DSGVO
Facebook reagiert auf die bald in Kraft tretende DSGVO

Mark Zuckerberg hat sich zur Fake-Account-Problematik geäußert und in einem Facebook-Posting bekanntgegeben, dass man künftig stärker gegen derartige Profile vorgehen möchte. In einem ersten Schritt habe das Unternehmen 270 Accounts und Seiten gelöscht, die von einer russischen "Trollfabrik" aus gesteuert wurden.

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Um die Integrität von Wahlen auf der ganzen Welt zu verbessern, werde man künftig strenger gegen Fake-Accounts vorgehen, so Zuckerberg in einem Statement. Dazu habe die Firma aus dem Silicon Valley 270 Seiten und Profile einer russischen Organisation namens „Internet Research Agency“(IRA) gelöscht. Diese habe in der Vergangenheit versucht, Wahlen in den USA, in Europa und Russland zu manipulieren. „Wir wollen so eine Agentur weder auf Facebook noch sonst wo auf der Welt“, schreibt der 33-Jährige.

In einem Blogpost von Alex Stamos, Chief Security Officer von Facebook, finden sich weitere Details: 70 Facebook- und 65 Instagram-Accounts sowie 138 Facebookseiten, die von der IRA kontrolliert wurden, sind von der Löschaktion betroffen. 95 Prozent der Profile seien in russischer Sprache gewesen. Die Verbindung zur „Trollfabrik“ sei der Grund für die Entfernung der Accounts gewesen, nicht deren Inhalte, so Stamos.

Today we're taking an important step to protect the integrity of elections around the world by taking down more than 270…

Gepostet von Mark Zuckerberg am Dienstag, 3. April 2018

Jene IRA mit Sitz in St. Petersburg steht nach derzeitigem Ermittlungsstand der US-Justiz hinter der Kampagne zur Beeinflussung der amerikanischen Präsidentschaftswahl im Jahr 2016. Sein Unternehmen, erklärt Zuckerberg, habe seit Bekanntwerden der Aktivitäten der „Trollfabrik“ an Tools mit künstlicher Intelligenz gearbeitet, um Fake-Accounts schneller aufzuspüren und zu löschen. In Vorfeld der Wahl in Frankreich vor rund einem Jahr habe man beispielsweise 30.000 Profile entfernt.

Das jüngste Update gehe gegen das große IRA-Netzwerk vor, das russische Bürger beeinflussen möchte. „Das ist der nächste Schritt, um die IRA komplett von Facebook zu entfernen“, so Zuckerberg. Die betroffenen von der IRA gesteuerten Accounts seien dazu genutzt worden, um Russen und russischsprechende Menschen aus der Ukraine, Usbekistan und Aserbaidschan zu erreichen. Facebook werde, so die Ankündigung, in den nächsten Wochen ein Tool veröffentlichen, mit dem Nutzer überprüfen können, ob sie Accounts folgen, die von der IRA kontrolliert werden.

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Garantie für Privatsphäre der Nutzer – mit Ausnahmen

Der Facebook-Boss hat sich zudem in einem Interview mit der Reuters zur neuen EU-Datenschutzregelung geäußert, die im Mai in Kraft tritt. Darin betonte er, dass sich sein Unternehmen bereits jetzt an viele Regelungen halte, die im Gesetz enthalten sind. Als Beispiel nannte er die Möglichkeit der Nutzer, ihre Daten auf der Plattform vollständig zu löschen. Er lehnte es jedoch ab, den EU-Standard komplett für Facebook zu übernehmen. Allerdings werde man sich bei den geplanten globalen Anpassungen von den EU-Datenschutzregeln leiten lassen.

Prinzipiell wolle Facebook die Privatsphäre der Nutzer weltweit garantieren, mit Ausnahmen. Details offenbarte Zuckerberg im Gespräch mit der Nachrichtenagentur nicht. Seine Äußerungen deuten jedoch darauf hin, dass US-Nutzer in Zukunft womöglich schlechter gestellt sein könnten als Nutzer in der EU. Richard Gutjahr äußerte sich in einem Tweet zu Zuckerbergs Aussagen und glaubt, dass es wohl „mehrere ‚Versionen‘ von Facebook geben“ wird.

Die EU-Datenschutz-Grundverordnung zielt darauf ab, personenbezogene Daten besser zu schützen und die Datenverarbeitung durch Unternehmen zu vereinheitlichen. Bei Verstoß gegen die Auflagen drohen den Firmen millionenschwere Strafzahlungen von bis zu 20 Millionen Euro oder bis zu vier Prozent ihres weltweiten Umsatzes. Andere Technologiefirmen wie Apple haben bereits mitgeteilt, dass sie ihren Kunden in den USA und in anderen Ländern den gleichen Datenschutz einräumen wollen wie in der EU.

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