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„Caliphate“: Die New York Times entführt Hörer in den „Islamischen Staat“ und will damit Abonnenten gewinnen

Rukmini Callimachi berichtet für einen neuen New-York-Times Podcast direkt auf dem „Caliphate“ der Terrororganisation IS
Rukmini Callimachi berichtet für einen neuen New-York-Times Podcast direkt auf dem "Caliphate" der Terrororganisation IS

Die New York Times war stets auch weltweiter Vorreiter, wenn es um innovative Formen des Journalismus ging. Das war so beim vielfach preisgekrönten Digital-Storytelling-Format "Snowfall", das ist nun erneut so beim Trend-Thema Podcasts. Für dieses Frühjahr hat die Times einen aufwändigen Podcast über den "Islamischen Saat" namens "Caliphate" angekündigt, der auch bei der Monetarisierung neue Wege geht.

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Für den Podcast „Caliphate“ hat die vielfach ausgezeichnete Times-Journalistin Rukmini Callimachi ein komplettes Jahr gearbeitet. „Caliphate“ soll eine Innenansicht aus dem berüchtigten Islamischen Staat (IS) geben. Die Grundfrage, der Callimachi dabei nachgeht, ist, was die Terrororganisation IS so anziehend für viele junge Männer aus aller Welt macht.

„Ein Jahr, nachdem wir ‚The Daily‘ gestartet haben, erweitern wir unser Angebot mit Erzählungen, die so komplex und wichtig sind, dass sie eine neue Form des Audio-Storytelling benötigen“, sagt Isa Tobin, Executive Producer Audio bei der New York Times. Die Zeitung legt bei Podcasts dabei dieselben hohen Qualitätsmaßstäbe an wie bei Texten.

Das angesprochene Format „The Daily“ ist ein überaus aufwändiger täglicher News-Podcast, der von der New York Times produziert wird. Ein weiteres erfolgreiches Audio-Format der Zeitung ist der Kultur-Podcast „Still Processing“, in dem die beiden Autoren Jenna Wortham und Wesley Morris – teils mit Gästen – über die Kulturszene debattieren.

„Caliphate“ ist nun eine eher klassische Reportage im Audioformat, die Times nennt dies eine dokumentarische Mini-Serie. Rukmini Callimachi ist seit 2014 bei der Times und kümmert sich vor allem um islamischen Extremismus. Callimachi, die auch die Stimme des „Caliphate“-Podcasts ist, gilt als eine der besten Expertinnen zum IS im US-Journalismus. Vor ihrer Zeit bei der Times arbeitete sie u.a. für die Nachrichtenagentur AP und das Time-Magazin.

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Mit „Caliphate“ beschreitet die New York Times nicht nur inhaltlich neue Wege, sondern auch was das Geschäftsmodell anbelangt. Die bisherigen Podcasts des Medienhauses waren stets komplett gratis zu hören. „Caliphate“ wird nun erstmals zuerst für Digital-Abonnenten der Times zur Verfügung stehen und zu einem späteren Zeitpunkt für alle freigeschaltet. Damit wird der Podcast automatisch Bestandteil des Paid-Content-Konzepts der Zeitung. Die New York Times ist beim Paid Content weltweit Vorreiter was das so genannte Metered Model betrifft. Dabei können Nutzer eine bestimmte Anzahl an Texten gratis lesen, bevor sie dazu aufgefordert werden, ein Abo abzuschließen. Die Anzahl der Gratis-Texte wurde im Laufe der Jahre immer weiter zurückgefahren.

Podcasts für Abonnenten sind eine Form der Monetarisierung, die bislang eher selten ausprobiert wird. In Deutschland versucht etwa die Audio-Plattform Audible (gehört zu Amazon) Abonnenten auch mit exklusiven Podcasts zu locken.

Hier gibt es einen Trailer zu „Caliphate“ zu hören und man kann sich benachrichtigen lassen, wann es losgeht.

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