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#krebsistscheisse: Wie ein Shitstorm gegen einen Journalisten zu einer Spendenflut für die Krebshilfe führte

Nach einem Internet-Bericht spendete die pr0gramm-Community unter dem Hashtag #krebsistscheiße Geld.
Nach einem Internet-Bericht spendete die pr0gramm-Community unter dem Hashtag #krebsistscheiße Geld.

Wie man einen Shitstorm auch ins Positive wenden kann, haben Nutzer der Online-Bilder-Plattform pr0gramm gezeigt: Nachdem der US-amerikanische Journalist Brian Krebs einen zweifelhaften Artikel über die Betreiber der Plattform veröffentlicht hat, ließen die Nutzer der Webseite ihrem Frust freien Lauf – und fingen damit an, mit dem Hashtag #krebsistscheisse Geld an die Deutsche Krebshilfe zu spenden.

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Am Montag veröffentlichte der US-amerikanische Journalist Brian Krebs einen Bericht über die „Mining“-Software Coinhive, mit der man über die Rechenleistung anderer Computer so genannte Krypto-Währungen, wie beispielsweise Bitcoin, generieren kann. Krebs schrieb, dass einer der pr0gramm-Gründer der Entwickler von Coinhive sein soll und veröffentlichte Namen und Wohnort des pr0gramm-Teams.

Die Nutzer reagierten nach der Veröffentlichung empört und schnell war der Hashtag #krebsistscheisse in die digitale Welt gesetzt. Der Nutzer „BassT87“ postete zusätzlich einen Screenshot mit einer 25-Euro-Spende an die Deutsche Krebshilfe und schrieb dazu: „Ich hab den Rummel um Herrn Krebs mal zum Anlass genommen, meinen Teil gegen Krebs beizutragen. Vielleicht macht der eine oder andere es ja nach.“ Ein Großteil der Community zog tatsächlich nach, inzwischen sind seit Dienstag über 103.000 Euro eingegangen, wie die Stiftung auf Facebook bestätigte.

Auch bei der DKMS (ehemals Deutsche Knochenmarkspenderdatei) sind in Folge des Shitstorms zahlreiche Spenden eingegangen, wie das Unternehmen auf Twitter erklärt. Am Dienstag seien demnach über 50.000 Euro gespendet worden.

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Ironie am Ende: In einer Stellungnahme hat sich der programm-Mitgründer mittlerweile dazu bekannt, tatsächlich Urheber von Coinhive zu sein. 2007 habe er nur zum Spaß pr0gramm gegründet, die Seite sei nur für seine Freunde und ihn gedacht gewesen, sie bekam aber immer mehr Nutzer. 2015 stieg er nach Morddrohungen aus. Danach entwickelte er Coinhive und testete die Software bei pr0gramm, die Betreiber waren darüber informiert.

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