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„Super-Mediathek“: ARD und Verlage wünschen sich eigene Alternative zu Facebook & Co.

BR-Intendant wünscht sich eine eigene Inhalte-Plattform im Kooperation mit Verlagen
BR-Intendant wünscht sich eine eigene Inhalte-Plattform im Kooperation mit Verlagen

Für Medienhäuser stellt sich seit Jahren immer wieder die Frage, wie abhängig sie sich von den großen Netz-Playern Facebook & Co. machen wollen. Der BR-Intendant und ARD-Vorsitzende Ulrich Wilhelm überlegt nun, eine eigene Plattform zu gründen – mit Inhalten der öffentlich-rechtlichen Sender sowie der deutschen Verlage. Doch es ist fraglich, ob das Bundeskartellamt einer solchen "Super-Mediathek" zustimmen würde.

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Dies berichtete Daniel Bouhs für den Deutschlandfunk. Demnach habe Ulrich Wilhem bereits während seines Amtsantritts im Januar gesagt, eine solche Plattform wäre „ein ganz großer Wurf, den Europa leisten könnte“. Seitdem hätten allerdings mehrere Intendanten ihre Sympathien für eine solche „Super-Mediathek“ bekundet, so Bouhs, beispielsweise Patricia Schlesinger vom RBB und Tom Buhrow vom WDR.

Gegenüber dem Deutschlandfunk erklärt Wilhelm: „Es ist eine Idee, die darauf angelegt ist, mit den Verlagen auszuloten, ob es da Gemeinsamkeiten gibt. Also ich würde nicht sagen, so muss es sein – lieber Mathias Döpfner –, sondern die Frage wäre eher an ihn und viele andere: Könnte das ein Feld sein, über das wir gemeinsam nachdenken sollten?“ Mathias Döpfner sei einer solchen Plattform gegenüber nicht abgeneigt, heißt es in dem Bericht weiter. So habe er auf der Jahrespressekonferenz des Axel-Springer-Verlages erklärt, dem Vorschlag wohne eine absolut richtige Idee inne. Doch ihm sei wichtig, dass privater Sektor und öffentlicher Sektor getrennt bleiben.

Es ist nicht das erste Mal, dass die öffentlich-rechtlichen Sender eine gemeinsame Plattform planen. Bereits vor Jahren versuchten ARD und ZDF, einen eigenen Streaminganbieter für Filme und Serien mit dem Namen „Germany’s Gold“ an den Start zu bringen. Doch damals legte das das Bundeskartellamt Widerspruch ein. Die Zusammenarbeit der beiden Öffentlich-Rechtlichen bei ihrem Internet-Videoverleih würde mit sich bringen, „dass insbesondere die Preise und die Auswahl der Videos miteinander koordiniert würden“, erklärte der Kartellamtspräsident Andreas Mundt im September 2013, „die kartellrechtlichen Probleme liegen auf der Hand.“

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Ob das Bundeskartellamt nun einer gemeinsam Mediathek von ARD und den deutschen Verlagen zustimmen würde, ist ebenfalls mindestens fragwürdig. Der Journalist Martin Hoffmann schreibt auf Twitter: „Ihre Marktmacht würde jeden kleinen Konkurrenten einfach erschlagen.“ Auch glaube er nicht, dass diese Plattform technologisch mit den großen Playern mithalten könnte. Insgesamt bewertet er die Idee als „Luftschloss“.

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