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Konkurrenz durch Plattformen: Bertelsmann-Chef Thomas Rabe fordert faire Werbe-Regulierungen

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Bertelsmann-Chef Thomas Rabe hat eine fairere Regulierung der Werbemärkte gefordert, um das wachsende Ungleichgewicht zwischen den US-Techplattformen und der Medienindustrie auszugleichen. Als problematisch beurteilt der CEO zudem den Entwurf der E-Pricacy-Verordnung auf EU-Ebene. Dieser gefährde die Werbefinanzierung journalistischer Digitalangebote.

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Bertelsmann-Chef Thomas Rabe sieht eine wachsende Wettbewerbsungleichheit zwischen Tech-Plattformen und Medienunternehmen und fordert, die Regulierung der Werbemärkte den Marktgegebenheiten anzupassen. „Wir sind der Meinung, dass der Regulierungsrahmen modernisiert werden muss“, erklärt Rabe anlässlich der Bilanzpressekonferenz des Konzerns. Zum Hintergrund: TV-Sender unterliegen deutlich strengeren Vorgaben als Online-Videoplattformen. Während bei den TV-Sendern die Ausspielung von Werbung klaren Vorgaben unterliegt (sechs Minuten je halbe Stunde), können Plattformen wie YouTube & Co. selbst darüber bestimmen, wie viel Werbung bei ihnen geschaltet wird. Ein weiterer Nachteil: Die derzeitigen Regulierungen gelten für lokale Märkte, die Tech-Riesen seien hingegen global aufgestellt. Hier müsse deshalb gegengesteuert werden.

Als problematisch wertet Rabe auch den derzeitigen Entwurf einer E-Privacy-Verordnung auf EU-Ebene. Er sei nachteilig für journalistische Digitalangebote und würde den US-Tech-Plattformen in die Hände spielen. „Das kann nicht Sinn der Sache sein“, betont der Vorstandschef. RTL-Chefin Anke Schäferkordt befürchtet, dass hierdurch die Werbefinanzierung von Digitalangeboten infrage gestellt wird. Der Grund: Cookies könnten nicht mehr verwendet werden, um Daten für die Werbewirtschaft zu messen. „Das könnte zu schwerwiegenden Einbußen in diesem Bereich führen“, so Schäferkordt. Sie sieht deshalb in der geplanten Daten-Allianz mit RTL, ProSiebenSat.1 und United Internet eine „Grundlage, um journalistische Angebote über Werbefinanzierung zu ermöglichen.“ So könnten die Nutzer über ein Einwilligungscenter entscheiden, wie mit ihren Daten umgegangen wird.

Zu Aussagen über die Auswirkungen des Cambridge Analytica-Skandals auf das Nutzerverhalten bei Facebook und künftigen Werbebuchungen hielt sich Rabe zurück. Es sei zu früh, hierüber zu urteilen. „Ich glaube, dass es an Facebook ist, die Geschehnisse um Cambridge Analytica und den Umgang mit den Daten aufzuarbeiten“, so der Bertelsmann-Chef. Facebook ist für den Gütersloher Medienriesen Wettbewerber und Kunde zugleich. So ist die Dienstleistungstochter Arvato für die US-Plattform aktiv.

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Bertelsmann will im laufenden Geschäftsjahr den Konzernumsatz steigern und strebt „ein Konzernergebnis von mehr als einer Milliarde Euro an“. In 2017 kletterte der Umsatz des Unternehmens auf 17,2 Milliarden Euro. Das Konzernergebnis wurde mit knapp 1,2 Milliarden Euro angegeben. Damit ist Bertelsmann-Chef Thomas Rabe seinem Ziel näher gekommen, die Umsatzmarke von 20 Milliarden Euro zu knacken. Zudem strebt er ein operatives Ergebnis von drei Milliarden Euro an und einen Gewinn von mehr als einer Milliarde Euro.

Auch die Verlagstochter Gruner + Jahr, die mit neuen Zeitschriften wie JWD. („Joko Winterscheidts Druckerzeugnis“) verstärkt an die Kioske drängt, hat im vergangenen Geschäftsjahr den Gewinn gesteigert. Das Operating EBITDA verbesserte sich hier um 6,2 Prozent auf 145 Millionen Euro. Der Konzernumsatz ging hingegen um 4,2 Prozent auf 1,5 Milliarden Euro zurück. Grund für den Umsatzrückgang waren Verkäufe von Aktivitäten in Österreich und Spanien.

Zum Bertelsmann-Konzern mit weltweit knapp 120.000 Mitarbeitern zählen neben der RTL Group der Dienstleister Arvato, die Buchsparte Penguin Random House, der Hamburger Zeitschriftenverlag Gruner + Jahr, die Drucksparte Printing Group, die Musik-Tochter BMG sowie eine Bildungs- und Investitionssparte.

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