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Mark Zuckerberg bezieht in Facebook-Post Stellung zur Datenaffäre: „Bin dafür verantwortlich, was auf unserer Plattform passiert“

Facebook reagiert auf die bald in Kraft tretende DSGVO
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Fünf Tage nach dem Bekanntwerden der Datenaffäre hat sich Mark Zuckerberg endlich zur außer Kontrolle geratenen Situation geäußert. Der 33-Jährige vermied eine direkte Entschuldigung, machte aber gleichzeitig deutlich, dass er sich dafür in der Verantwortung sieht, "was auf unserer Plattform passiert". Gleichzeitig betonte Zuckerberg, dass eine derartige Datenweitergabe an Drittanbieter heute längst nicht mehr möglich sei und kündigte weitere Schritte zur Erhöhung der Nutzer-Sicherheit an.

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Das mit Spannung erwartete Statement von Facebook-Chef Mark Zuckerberg zur immer weiter schwelenden Datenaffäre um Cambridge Analytica ist raus: In einem fast 1000 Worte langen Blogeintrag bei Facebook bezog der 33-Jährige Stellung – und übernahm Verantwortung.

„Wir haben die Pflicht, Eure Daten zu schützen, und wenn wir das nicht können, verdienen wir es nicht, dass wir Euch dienen“, gab sich Zuckerberg in klassischem Krisen-PR-Sprech erwartungsgemäß demütig. Eine echte Entschuldigung vermied der CEO des siebtwertvollsten Konzerns der Welt allerdings, weil er Facebook in der Datenaffäre offenkundig nicht als schuldig, sondern als Opfer betrachtet, wie der Post einmal  mehr deutlich machte.

Zuckerberg erörterte noch einmal den Hergang der Ereignisse. Seit 2007 erhalten Anbieter von Apps auf Facebook Zugang zu Nutzerdaten – wie im Fall der Quiz-App thisisyourdigitallife, deren Daten an Cambridge Analytica weitergegeben wurden.

Der Facebook-Chef machte klar, dass das Social Network ab 2014 seine Nutzungsbedingungen aber verschärft habe, um Missbrauchsfällen vorzubeugen. Ein Jahr später wurde Zuckerberg durch den Guardian bereits darüber informiert, dass eine Datenweitergabe erfolgt sei – was zur Verbannung von thisisyourdigitallife auf Facebook führte.

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Sowohl Cambridge Analytica als auch der App-Entwickler Aleksandr Kogan hatten zu dem Zeitpunkt angegeben, die erhaltenen Daten gelöscht zu haben – was jedoch nicht den Tatsachen entsprach, wie Facebook letzte Woche durch den Guardian lernte.

„Mir ist es ernst damit, alles dafür zu tun, um unsere Community zu schützen“

Zuckerberg erklärte erneut, dass sich Facebook dadurch hintergangen fühle, räumte aber auch ein, dass dadurch ein Vertrauensbruch zwischen dem Social Network und seinen Nutzern erfolgt sei, weil sie schließlich davon ausgehen könnten, dass die Daten sicher seien.

Um ähnliche Vorfälle in Zukunft auszuschließen, kündigte Zuckerberg eine Reihe von Maßnahmen an, die die an Drittanbieter übertragenen Daten reduzieren sollen. Zuckerberg führte an, die an eine App übermittelten Daten auf den Namen, die Emailadresse und das Profilfoto zu beschränken. Auch ein neues Tool, das dabei helfen soll, die verwendeten Apps besser im Blick zu haben, versprach Zuckerberg.

„Mir ist es ernst damit, alles dafür zu tun, um unsere Community zu schützen“, schloss Zuckerberg seinen Post zur Datenaffäre um Cambridge Analytica.  Ob die Ankündigungen ausreichen, um den massiven Vertrauensverlust von Facebook wiedergutzumachen , bleibt abzuwarten. Die Börse reagierte auf den eine halbe Stunde vor Handelsschluss abgesetzten Post mit einem marginalen Kursplus von 169 auf 169,39 Dollar.

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