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Dropbox strebt an die Börse – doch eine Bewertung von 10 Milliarden Dollar erscheint sportlich

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Es ist so weit: Nach jahrelangen Spekulationen hat Dropbox seinen Antrag auf Börsenzulassung eingereicht. Der Cloud-Speicher-Dienst will beim Börsengang 500 Millionen Dollar an frischen Mitteln erlösen und dürfte versuchen, eine Bewertung von 10 Milliarden Dollar anzustreben – so hoch wurde der 2007 gegründete Filehoster nämlich bei seiner letzten Finanzierungsrunde bewertet. Der Einblick in die jüngste Geschäftsentwicklung fällt indes durchwachsen aus: 2017 konnte Dropbox seine Umsätze zwar um 31 Prozent steigern, fuhr jedoch einen Verlust in dreistelliger Millionenhöhe ein.

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Es hat eine Weile gedauert: Ein Jahr nach Snap schickt sich das nächste Internetunternehmen an, zu einer zweistelligen Börsenbewertung an der Wall Street zu debütieren. Der elf Jahre alte Cloud-Speicher-Anbieter Dropbox reichte gestern bei der amerikanischen Börsenaufsicht den Antrag auf Börsenzulassung ein – das sogenannte „S1 Filing“.

Unter dem Tickersymbol „DBX“ strebt der Filehoster an die Technologiebörse Nasdaq – und will bei seinem Börsendebüt zumindest einen Emissionserlös von 500 Millionen Dollar erzielen. Die Angaben im Börsenprospekt sind jedoch zumeist als Platzhalter zu verstehen: Über die tatsächliche Höhe der ausgegebenen Aktien entscheidet im Rahmen des Bookbuildings dann die Nachfrage.

Weiter Verluste in Höhe von 111 Millionen Dollar

Die Signale an potenzielle Aktienzeichner fallen nach der veröffentlichten Bilanz für das abgelaufene Geschäftsjahr unterdessen gemischt aus. Einerseits kann CEO und Gründer Drew Houston anhaltend hohes Umsatzwachstum ausweisen: So konnten die Erlöse 2017 im Vergleich zum Vorjahr um immerhin 31 Prozent von 845 Millionen auf 1,1 Milliarden Dollar gesteigert werden.

Gleichzeitig operiert Dropbox notorisch defizitär: Auch im vergangenen Geschäftsjahr fielen happige Verluste von 111 Millionen Dollar an, die allerdings deutlich geringer waren als in den Vorjahren, in denen das Minus noch 210 bzw. 345 Millionen Dollar betragen hatte. Dropbox selbst warnte im Börsenprospekt, dass dieser eine „Geschichte von Verlusten“ aufweise und man möglicherweise nicht die Profitabilität erreichen oder halten könne.

Erreicht Dropbox eine Bewertung von 10 Milliarden Dollar?
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Ob Dropbox an der Börse zudem die Bewertung der letzten Finanzierungsrunde von 2014 erreichen kann, als der Filehoster noch mit zehn Milliarden Dollar bewertet wurde, gilt als Multi-Milliarden-Dollar Frage an der Wall Street. Der mehr auf Geschäftskunden ausgerichtete Konkurrent Box etwa hat in den drei Jahren seit seinem IPO keine einfache Zeit hinter sich.

Box debütierte zunächst furios, fiel 2016 dann jedoch deutlich unter den Ausgabekurs zurück. Heute notierte Box bei 23 Dollar wieder deutlich über dem Niveau. Im Vergleich mit Box könnte Dropbox durchaus Probleme bekommen, die Bewertung der jüngsten Finanzierungsrunde wiederzusehen, wie Wall Street Journal-Reporter Rolfe Winkler herausarbeitet. Würde Dropbox nämlich mit den gleichen Umsatz-Multiplen bewertet, könnte es demnach nur eine Bewertung von 7 Milliarden Dollar aufrufen.

Dropbox weist bereits 500 Millionen Nutzer auf, davon elf Millionen zahlende Kunden. Das US-Unternehmen bietet Kunden ein Freemium-Modell an: Im begrenzten Speicherumfang ist die Nutzung von Dropbox kostenlos, bei größeren Datenmengen wird eine monatliche bzw. Jahresgebühr fällig.

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