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#trending: Mett-Diebe, Elizabeth Swaney, der Bild-Hund und die SPD, die „Women of Wakanda“ und Ivete Sangalo

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Guten Morgen! Auch in #trending war es schon mehrfach Thema: das Eis, das Ferrero mit seiner Marke "kinder" auf den Markt gebracht hat. Der Hype im Netz war riesig, die Vorfreude gigantisch. Inzwischen sind die drei Eisprodukte erhältlich und ich muss sagen: Selten habe ich so langweiliges Eis gegessen. Ich bin extrem unterwältigt.

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#trending // News & Themen

Manchmal bin ich dann doch wieder etwas beruhigt, wenn ich die erfolgreichsten Artikel in den sozialen Netzwerken anschaue. Denn manchmal findet sich zwischen all der Kriminalität, den gequälten Tieren, den verschwundenen Kindern, dem Populismus, dem Hass ein Text, der beweist, dass die Menschen doch auch immer noch lachen können und Spaß haben an kuriosen Meldungen. Am Dienstag war das ein Artikel des Spiegel-Online-Ablegers bento: „Einbrecher in NRW klauen drei Kilo Mett“ titelte man am Nachmittag – und sammelte im Verlauf des Abends über 10.000 Interaktionen bei Facebook und Twitter ein.

Noch lustiger als die Meldung sind dabei die Kommentare unter dem Facebook-Post von Spiegel Online, der für den größten Teil der 10.000 Interaktionen verantwortlich war. Zwei Beispiele: „Ich würde mich bei den Ermittlungen auf die Veganer-Szene konzentrieren. Da schon der legale Kauf von Fleischwaren in der Szene durch religiös-fanatisch anmutende Rädelsführer geächtet wird besorgen sich viele die Tierprodukte heimlich und gehen einher mit Straftaten die der milieutypischen Beschaffungskriminalität zuzuordnen sind.“ Und: „Der Hackfleischmann von Domian ist offensichtlich wieder auf Brautschau.“

#trending // Olympia

Tausende Tweets über den Wettkampf einer Olympia-Letzten – Das gibt es selten. Und wenn, dann geht es meist um die so genannten Exoten. Südamerikaner oder Afrikaner, die sich auf eine Bobbahn oder die Langlauf-Loipe trauen. Elizabeth Swaney hingegen stammt aus Kalifornien, nahm aber für Ungarn am Ski-Halfpipe-Wettbewerb teil. Talent besitzt sie nicht und so wurde sie mit den Punkten für ihre Anwesenheit Letzte, nachdem sie die Halfpipe nur hin und her gefahren war. In den sozialen Netzwerken sorgte das für viel Aufmerksamkeit, aber auch für kontroverse Diskussionen. So fanden manche toll, dass sie sich für Olympia qualifiziert hatte, weil sie an Weltcups teilnahm, bei denen wenig Konkurrenz vor Ort war, sodass sie selbst als Letzte die nötigen Weltcup-Punkte sammelte. Andere machten sich über ihren Lauf lustig und wiederum andere fanden es respektlos, was Swaney tat: „@ElizabethSwaney traveled across the globe, asked others to pay for it, and jobbed the system just to disrespect the competition.  She’s a narcissist and a joke„, twitterte jemand. Swaney kandidierte übrigens auch schonmal gegen Arnold Schwarzeneggerum das Gouverneurs-Amt von Kalifornien und nahm für Venezuela an Skeleton-Wettbewerben teil. Seltsame Hobbies.

#trending // Politik

Die SPD und der Bild-Hund. Mancher sagt, die Anmeldung des Hundes Lima bei der SPDsei ein gelungener Boulevard-Gag des Springer-Blattes, andere schütteln den Kopf darüber, dass Bild erneut versucht, die letztlich vorbildliche innerparteiliche Demokratie bei den Sozialdemokraten schlecht zu reden. Erst waren es „Ausländer“, die über die „deutsche Regierung abstimmen“ dürfen, dann war es eine Räuberpistole um Juso-Chef Kevin Kühnert und nun Lima. Am besten gefallen hat die Bild-Aktion der AfD, die vor allem den entsprechenden Artikel der Welt mit tausenden Likes und Shares bedachte. Mit 8.800 Interaktionen gehörte der Text zu den vier erfolgreichsten journalistischen Texten des Tages im deutschsprachigen Raum. Das Bild-Original kam nur auf 1.700 Interaktionen.

Der erfolgreichste Tweet eines deutschen Politikers hatte am Dienstag übrigens auch mit der SPD und Bild zu tun – wenn auch mit politischen Umfragen und nicht mit dem Hund. SPD-Politiker Ulrich Kelber twitterte: „Wenn die @BILD so gerne über SPD-Umfragewerte redet, dann rede ich als SPDler gerne über die BILD-Auflage 🙂„. Bild. Die SPD unter den Tageszeitungen.

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#trending // Entertainment

Congrats to the entire #blackpanther team! Because of you, young people will finally see superheroes that look like them on the big screen.“ Worte, die sich die Macher des neuesten Marvel-Blockbusters „Black Panther“ einrahmen können. Denn sie kommen von niemand anderem als Michelle Obama. Der Tweet, der über 500.000 Likes und Retweets einsammelte, steht exemplarisch für die Euphorie, die „Black Panther“ derzeit in der dunkelhäutigen US-Bevölkerung auslöst.

Mehr als drei Millionen Tweets kamen seit dem Filmstart Ende der vergangenen Woche weltweit für den Hashtag #blackpanther zusammen. In den USA setzte der Film an seinem ersten Wochenende 235 Mio. US-Dollar um – so viel wie kein Februar-Neustart jemals. Und: Nur vier Filme starteten in der US-Kino-Historie mit einem noch größeren Umsatz.

Was den Film so erfolgreich und so ungewöhnlich macht, ist die Tatsache, dass es der erste Marvel-Film mit vorwiegend dunkelhäutiger Besetzung ist. Und nicht nur das: Männer, die starke maskuline Helden erwarten, werden enttäuscht sein, denn es sind insbesondere die weiblichen Charaktere, die „Black Panther“ zu einer Besonderheit machen, die „Women of Wakanda“ – Wakanda heißt das fiktive afrikanische Land, in dem „Black Panther“ spielt. Ein Artikel von Refinery29, „Black Panther Has A Message For Black Men: Trust Black Women„, sammelte 175.000 Interaktionen bei Facebook und Twitter ein – so viele wie kein anderer englischsprachiger journalistischer Artikel vom Dienstag.

Auch die Darstellerinnen Angela Bassett, Lupita Nyong’o, Danai Gurira und Letitia Wright gefeiert. Zwei von abertausenden Tweets zum Thema: „Black Panther makes the celebration of women and people of color look so effortless that it makes you wonder what took Hollywood so goddamn long.“ twitterte Karen Hao und Zac Thompson schrieb: „#BlackPanther is a triumph in every sense of the word. Shows us a world where people of color and women are not only empowered but at the height of industry and technology. A landmark in cinema that will be remembered for years to come.

#trending // Worldwide

Der weltweit erfolgreichste Facebook-Post kam am Dienstag von Ivete Sangalo. Wenn Ihnen der Name etwas sagt, sind sie womöglich Musik-Experte oder Fan brasilianischer Musik. Ivete Sangalo ist nämlich eine Sängerin, die extrem erfolgreich in Brasilien und Portugal ist – insgesamt schon 15 Millionen Alben verkauft hat. Der Facebook-Post, der mit 543.000 Interaktionen nach 11 Stunden so erfolgreich war wie kein anderer am Dienstag, hatte aber nichts mit Musik zu tun, sondern damit, dass sie Mutter von Zwillingen wurde. Das ist zwar schon ein paar Tage her, doch nun postete sie erstmals ein Foto. Auf Instagram, wo der Like-Finger lockerer sitzt erreichte sie damit sogar 3,1 Mio. Likes.

#trending // Deutsche Tops des Tages

Story nach Social-Media-Interaktionen: Der Postillon – „Nach Fan-Protesten: Bundesliga verschiebt Montagsspiele auf Dienstag“ (23.000 Interaktionen bei Facebook und Twitter)

Story nach Likes & Shares bei Twitter: Tichys Einblick – „Flüchtlingsstatus bedeutet bedingungsloses Grundeinkommen“ (3.100 Retweets und Likes)

Story bei Blendle (nach Likes): stern – „Wie Schiffe im Nebel

Google-SuchbegriffBiathlon Olympia 2018 (100.000+ Suchen)

Wikipedia-SeiteOlympische Winterspiele 2018 (46.100 Abrufe)

Youtube-Video: PrankBrosTV – „KINO MENÜ CHALLENGE !!! | PrankBrosTV

Song (Spotify): Drake – „God’s Plan“ (313.800 Stream-Abrufe aus Deutschland am Montag)

Musik (Amazon): Various – „Bravo Hits, Vol.100 – Limited Special Edition Box-Set“ (Audio CD)

DVD/Blu-ray (Amazon): „Stephen King’s Es (2017)“ (Blu-ray)

Game (Amazon)PSN Card-Aufstockung / 10 EUR

Buch (Amazon): Rita Falk – „Kaiserschmarrndrama: Ein Provinzkrimi (Franz Eberhofer)“ (Broschiert)

#trending // Feedback und Teilen

Anmerkung: Alle in #trending genannten Zahlen beziehen sich wenn nicht anders vermerkt auf den Vortag der Newsletter-Veröffentlichung (Stand: 24 Uhr)

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Mehr Social-Media-Trends und -Themen lesen Sie in meiner nachmittäglichen Kolumne in der Handelsblatt-10-App. Erhältlich für iOS und Android.

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Alle Kommentare

  1. Was mich an dem Film mehr überrascht hat, war Wakandas Politik: Isolationismus, keine Immigration, stolz auf die eigene Rasse und Herkunft, andere Kulturen unerwünscht.

    Das könnte so auch im ein oder anderen konservativen bis ultranationalistischen Wahlprogramm stehen.

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