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Wie bei Reddit: Facebook testet einen Downvote-Button, um fragwürdige Kommentare zu melden

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Facebook-Chef Mark Zuckerberg: Glaubt nicht an den Dislike-Button

Auf einen Dislike-Button warten Facebook-Nutzer bis heute. Zumindest in modifizierter Form deutet sich nun jedoch beim weltgrößten sozialen Netzwerk ein Umdenken an. Wie erste Facebook-Nutzer gestern berichteten und der drittwertvollste Internetkonzern der Welt inzwischen bestätigt hat, testet Facebook in den USA einen sogenannten Downvote-Button bei Kommentaren. Der Zweck: Hass- und Hetzkommentare leichter zu identifizieren.

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Die Debatte wird seit Jahren angeregt geführt. Warum eigentlich gibt es bei Facebook nur einen Like-Button, aber keine Möglichkeit, sein Missfallen zum Ausdruck zu bringen? Die Antwort darauf ist simpel: Facebook ist seit Tag eins vor allem eines – ein sehr amerikanisches Produkt.

Besucher des eigenen Profils sehen? Pfui, Stalking. Über beendete Freundschaften informiert werden? Wer will das schon wissen! Missfallen zum Ausdruck bringen – hochgradig unerwünscht.

Zuckerbergs späte Einsicht: „Nicht jeder Moment ist ein guter Moment“

Dabei hat Konzernchef Mark Zuckerberg nach anhaltender Kritik vor Jahren schließlich zuzugeben, dass auch das virtuelle Leben im weltgrößten Social Network nicht nur einem Ponyhof gleiche. „Nicht jeder Moment ist ein guter Moment“, gab der Facebook-CEO 2015 zu.  Trotzdem blieb Zuckerberg bei seiner optimistischen Firmenphilosophie: „Die Leute suchen nicht nach einem Button, mit dem sie Posts anderer Mitglieder herabsetzen können, sondern nach einer Möglichkeit, Empathie zu zeigen.“

Der Kompromiss war die Einführung von sogenannten ‚Reactions‘: In fünf verschiedenen Emojis können Nutzer neben dem Like-Button seit 2015 ihre Befindlichkeit ausdrücken – eine Möglichkeit, neben dem Gefallen auch Emotionen wie Liebe, Erstaunen, Erheiterung, Trauer oder Wut zu zeigen.

Ist der Downvote-Button ein verkappter Dislike-Button?

Dass sich Facebook in seiner virtuellen Blase immer weiter von der wirklichen Welt abgekoppelt, muss Zuckerberg nach der brutalen Kritik an seinem Social Network in den letzten Monate auch gedämmert haben. Entsprechend ist nun ein Schwenk zu verstehen, über den Nutzer – darunter Daily Beast-Reporterin Taylor Lorenz – seit gestern auf Twitter berichten.

So tauchte bei einigen Nutzern unter Kommentaren ein sogenannter Downvote-Button auf: Ein Daumen nach unten, wie er auch bei YouTube oder der Social News-Community Reddit zum Einsatz kommt.

Instrument, um Facebook auf fragwürdige Nutzer Kommentare aufmerksam zu machen

Nutzer können mit dem diesem Button ihr Missfallen über einen Kommentar zum Ausdruck bringen. Wird der Daumen nach unten gedrückt, erscheint zudem eine weitere Melde-Funktion, die näher klassifizieren soll, was den Nutzer am Kommentar gestört habe – ob er anstößig, verwirrend, u.a sei.

Ein Unternehmenssprecher bestätigte gegenüber Mashable, dass Facebook in den USA den Downvote-Button teste – „als Feature, um uns Feedback zu Kommentaren auf öffentlichen Seiten zu geben“. Der Downvote-Button ist also für Facebook ein Instrument, mit dem Nutzer das Social Network auf fragwürdige Kommentare aufmerksam machen sollen.

Reddit-Chef: Facebook-Nachahmung „höchste Form der Anerkennung“

Als Dislike-Button wollte Facebook den Downvote-Button nicht verstanden wissen. „Wir testen keinen Dislike-Button“, erklärte ein Unternehmersprecher gegenüber Mashable. Der Test des Downvote-Button wird in den USA bei fünf Prozent der Nutzer durchgeführt.

Der mit Tennis-Ikone Serena Williams verheiratete Reddit-Gründer Alexis Ohanian bezeichnete Facebooks offenkundige Nachahmung unterdessen mit dem berühmten Oscar Wilde-Zitat als „höchste Form der Anerkennung“.

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