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Zitate-Studie von pressrelations: Bild und Süddeutsche werden von anderen Medien am meisten zitiert, regionale Zeitungen im Aufwind

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Drei Jahre lang hat das Medienbeobachtungs-Unternehmen pressrelations ausgewertet, wie häufig Zeitungen, Zeitschriften, Onlinemedien, TV- und Radiosender in anderen Medien zitiert werden. Ergebnis: In 34 von 36 Monaten lag Bild vor der Konkurrenz. Aber: Die Tendenz geht bei den überregionalen Tageszeitungen nach unten, während Regionalzeitungen immer häufiger zitiert werden.

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8.428 mal wurden Artikel und News der Bild im Jahr 2017 von anderen Medien zitiert. Das ergibt die Analyse von pressrelations, die nun drei Jahre in Folge durchgeführt wurde. Das Unternehmen untersuchte dafür die Inhalte von 20 Zeitungen und Zeitschriften, acht großen Online-Nachrichtenmedien, sowie zehn Nachrichtensendungen und Magazinen im TV und Radio. Die Liste der Medien reicht von Bild, Spiegel, Focus, F.A.Z über die Rheinische Post, Bild.de, Zeit Online bis hin zur 20-Uhr-„Tagesschau“, „heute“ und den Nachrichten des Deutschlandfunks. All diese 38 Medienmarken wurden dahingehend untersucht, welche anderen Medien dort zitiert wurden. Für das Jahr 2017 erfasste pressrelations so z.B. 90.263 Zitate in den 38 Quellen.

Hinter der Bild, die über einen deutlichen Vorsprung verfügt, folgen in dem Zitateranking für 2017 die Süddeutsche Zeitung (5.335), Der Spiegel (4.742), die ARD (4.277) und die Bild am Sonntag (3.692).

Grafik: pressrelations

Der große Vorsprung der Bild kam vor allem durch die Ressorts Boulevard und Sport zustande. Hier liegt das Blatt weit vor der jeweiligen Konkurrenz. Beim Boulevard liegt die Süddeutsche Zeitung auf Rang 2, die Rheinische Post auf 3, beim Sport folgen Sport Bild und Sky hinter der Bild. Auch im Ressort Politik liegt Bild vorn, allerdings mit geringerem Vorsprung vor Spiegel, Welt und ARD. Beim Thema Wirtschaft/Finanzen führt das Handelsblatt 2017 vor der Süddeutschen Zeitung und dem Spiegel, in der Kultur gewann die Süddeutsche Zeitung vor Bild und Spiegel. Bei den Themen Wissenschaft und Medien, sowie Lokales führt wiederum die Bild. Bei erstgenanntem Ressort vor Süddeutscher Zeitung und Spiegel, beim Lokalen vor NDR und SWR.

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Mindestens genau so spannend wie das Ranking des Jahres 2017 ist die Entwicklung in den Jahren 2015 bis 2017. So blieb die Gesamtzahl der Zitate weitgehend stabil, lag zwischen 87.858 und 91.428 pro Jahr. Deutliche Verschiebungen gab es dabei aber zwischen den einzelnen Mediengattungen. So verloren die überregionalen Zeitungen, sowie die wöchentlichen und monatlichen Zeitungen und Magazine 18,5% bzw. 14,9%, während die Regionalzeitungen ihre Zitate-Anzahl beinahe verdoppelte. Mit fast 30.000 Zitaten geht mittlerweile sogar der größte Anteil vom Kuchen an die regionalen Blätter. Dahinter folgen mit rund 2.700 die überregionalen Zeitungen, mit 20.500 die TV- und Radiosender und -sendungen, sowie mit 16.900 die Wochen- und Monats-Printtitel. Online-Medien werden in der Studie nicht als eigenes Segment ausgewiesen, da es wegen der identischen Markennamen bei vielen Medien inzwischen nicht mehr einfach ist, Online-Ableger von Print-Ablegern zu unterscheiden.

Grafik: pressrelations

Größte Profiteure vom Zitate-Boom der Regionalzeitungen waren in den Jahren 2015 bis 2017 die Rheinische Post, die B.Z. und die Stuttgarter Zeitung, die sich jeweils um mehr als 62% steigerten. Ebenfalls massiv im Plus: die Stuttgarter Nachrichten, die Neue Osnabrücker Zeitung und die Berliner Morgenpost. Deutlich auf Seiten der überregionalen Titel verloren haben hingegen u.a. Bild (-20%) und die Welt-Gruppe (-33,7%). Auch für die Süddeutsche Zeitung und die F.A.Z. ging es bergab.

Im Segment TV und Radio dominieren die Öffentlich-Rechtlichen extrem das Geschehen. Privatsender werden kaum in anderen Medien zitiert. Ausnahme: Sky im Ressort Sport. Mit 1.045 Zitaten liegt Sky insgesamt sogar vor RTL (751) und den Info-Sendern N24 (inzwischen Welt) (248) und n-tv (227). Sat.1 wurde ganze 63 mal zitiert, ProSieben achtmal. Vorn liegen ARD (4.277), ZDF (3.652), NDR (3.066) und WDR (2.074).

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Alle Kommentare

  1. Das ist doch mal was, die Süddeutsche aka „Prantlhausener Tageblatt“ steht ganz oben. Genauso sind fast alle ÖR-Sender vertreten. Jetzt weiß ich auch, warum ich so oft die gleichen Meldungen hier und dort lese.

    Unverständlich ist mir, warum Tagesspiegel und ZEIT so weit abgeschlagen sind. Die taz finde ich gar nicht. Das zitieren daraus würde die Einheitsmeldungen doch etwas auflockern und nicht so offensichtlich erscheinen lasse.

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