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Sexuelle Belästigung in der Modebranche: Condé Nast International veröffentlicht Verhaltenskodex

Condé-Nast-Deutschlandchef Moritz von Laffert
Condé-Nast-Deutschlandchef Moritz von Laffert

Auch in der Modebranche sind in den vergangenen Monaten vermehrt Vorwürfe wegen sexueller Belästigung bekannt geworden. Der Magazinverlag Condé Nast veröffentlichte deshalb am Mittwoch einen für alle Condé-Nast-Mitarbeiter, Partner und Dienstleister verbindlichen Verhaltenskodex. Dieser bezieht sich vor allem auf Foto-Aufnahmen, die Betreuung von Models und den Umgang mit Nackt-Motiven.

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Der sogenannte Code of Conduct von Condé Nast International ist ab sofort gültig. Dies gab der Verlag am Mittwoch bekannt. Die neuen Richtlinien umfassen zusammengefasst folgende Punkte:

  • Alle beauftragten Models müssen mindestens 18 Jahre alt sein. Wenn Ausnahmen notwendig sind, beispielsweise, weil Kinder für ein Feature unerlässlich sind, müssen sie von einer von der Agentur gestellten Aufsichtsperson begleitet werden.
  • Jede Aufnahme, die Nacktheit, durchsichtige Kleidung, Unterwäsche, Bademode, Tiere, simulierten Drogen- oder Alkoholmissbrauch oder sexuell behaftete Posen beinhaltet, muss vorher von der betreffenden Person schriftlich freigegeben werden. Keine der beteiligten Personen eines Shootings darf unter Einfluss von Alkohol oder illegalen Drogen stehen.
  • An jedem Set muss eine Möglichkeit zum privaten Umkleiden vorhanden sein. Zu keinem Zeitpunkt sollten Models während der Aufnahmen mit einem Fotografen, Make-up-Artisten, Stylisten oder anderen Beteiligten einer Produktion alleine gelassen werden.
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Bereits Ende letzten Jahres hatten Condé Nast USA und Condé Nast International die Entwicklung des globalen Code of Conduct angekündigt. Einhergehend mit den neuen Richtlinien wird es ein Komitee aus internen Condé-Nast-Führungskräften geben, das eingehende Beschwerden prüfen soll. Sollte das Komitee Verstöße jeglicher Art feststellen, verspricht Condé Nast das Arbeitsverhältnis mit der regelverstoßenden Person zu beenden und alle weiteren nötigen Schritte in die Wege zu leiten.

Im Oktober 2017 beendete der Verlag abrupt jegliche Zusammenarbeit mit dem Star-Fotografen Terry Richardson; der mutmaßliche Grund war sexuelle Belästigung. In einem vorangegangen Beitrag der Sunday Times wurde Richardson als der „Harvey Weinstein der Modebranche“ bezeichnet. Der Autor fragt konkret: „Warum wird Terry Richardson immer noch von Modefans gefeiert?“

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