Nach den schweren Vorwürfen gegen Dieter Wedel: Auch Sat.1 kündigt interne Untersuchungen an

Der Privatsender Sat.1 will seine Vergangenheit mit Dieter Wedel aufarbeiten

Nachdem bereits der Saarländische Rundfunk (SR), der Norddeutsche Rundfunk (NDR) sowie die Produktionsfirma Bavaria Film bekanntgegeben hatten, ihre Zusammenarbeit mit Dieter Wedel aufzuarbeiten, kündigte nun auch Sat.1 an, alle Wedel-Produktionen überprüfen zu wollen. Damit will der Privatsender zur Aufklärung der massiven Vorwürfe gegen den Regisseur beitragen.

von MEEDIA Redaktion

Dies berichtete die Bild-Zeitung am Mittwoch. Demnach will Sat.1 unmittelbar mit der umfassenden Untersuchung anfangen. „Wir nehmen die aktuellen Vorwürfe gegen Wedel sehr ernst und haben eine interne Untersuchung angestoßen“, erklärt eine Sender-Sprecherin gegenüber der Bild. Der Konzern habe „eine moralische Verantwortung, unsere Mitarbeiter und die Mitwirkenden an unseren Produktionen vor sexueller Diskriminierung und Machtmissbrauch zu schützen“.

Dabei gehe es zwar vor allem um Dieter Wedels Mehrteiler „Der König von St. Pauli“ von 1998, so die Bild. Doch auch seine übrigen Produktionen für den Sender sollen überprüft werden.

Der Saarländische Rundfunk (SR) kündigte bereits in der vergangenen Woche an, eine eigene Einheit zur Aufklärung einzusetzen. Außerdem habe der Sender bereits Kontakt zu den mutmaßlichen Opfern aufgenommen. Auch der NDR und die Produktionsfirma Bavaria Film wollen überprüfen, ob es während ihrer jeweiligen Zusammenarbeit mit Dieter Wedel zu ähnlichen gewalttätigen Übergriffen kam.

Anfang Januar hatte das Zeit Magazin von drei Schauspielerinnen berichtet, die Dieter Wedel sexuelle Belästigung vorwarfen. In einer eidesstattlichen Erklärung widersprach der 75-Jährige. Am vergangenen Donnerstag ließ die Zeit in einem zweiten Bericht vier weitere Frauen zu Wort kommen, die neue, schwere Vorwürfe erhoben. Diese reichen von Schikane, Gewalt und sexueller Nötigung bis hin zur Vergewaltigung. In ihrer Berichterstattung weist die Zeit daraufhin, dass sich zahlreiche Anschuldigungen durch Dokumente aus Archiven belegen lassen. Zudem würden Aussagen von Zeugen am Filmset, von Freunden und Angehörigen der Frauen ihre Angaben stützen. Diese Enthüllungen bringen auch die verantwortlichen Sender und Produktionsfirmen unter Erklärungsdruck. So ließ der SR Anfang der 80er Jahre eine TV-Produktion weiter laufen, obwohl Ausfälle Wedels gegen eine Schauspielerin bekannt waren. Vermutlich war sogar die Intendanz damals informiert.

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