Partner von:
Anzeige

Gericht erlaubt Nennung des bürgerlichen Namens: So zelebriert Bild den Prozess-Erfolg gegen Atze Schröder

atze-schroeder-bild-website.jpg

Bei dieser Schlagzeile hatten am Donnerstag wohl viele Leser ein Fragezeichen im Gesicht: “Hubertus Albers verliert gegen Bild”, ätzte die Redaktion. Erst beim Blick auf das Foto wurde klar, um wen es geht: Atze Schröder. Die Bild hatte zuvor vorm Landgericht Berlin durchgesetzt, dass sie den TV-Star beim Namen nennen darf – beim echten, den der Comedian der Öffentlichkeit bislang vorenthielt.

Anzeige
Anzeige

Der Entertainer hatte gegen die Boulevard-Zeitung geklagt, weil sie im März 2016 seinen bürgerlichen Namen veröffentlicht hatte – “im Zusammenhang mit einer Strafanzeige gegen Albers”, wie die Redaktion schreibt. Hintergrund für die Nennung war ein Prozess bzw. ein Streit zwischen dem Comedy-Star und dem damaligen „Let’s Dance“-Teilnehmer Niels Ruf. Im März 2016 waren die beiden in einer Kölner Hotel-Bar aneinandergeraten. Zumindest ein paar unschöne Worte sollen gefallen sein. Mit der Frage, ob und inwieweit es zu einem Handgemenge kam, sollten sich später selbst die Richter schwertun.

Folge des Künstler-Zwists: Ruf erstattete Anzeige. Allerdings wies das Amtsgericht in Rheine die Kernvorwürfe des Klägers, wonach Schröder ihn geschlagen, getreten und gekratzt hätte, zurück. Da er gleichwohl seinem Kontrahenten Gewalt angedroht haben soll, belegte das Gericht Schröder/Albers mit einer einstweiligen Anordnung, nach der der Comedy-Star Ruf bis Oktober 2016 weder bedrohen oder körperlich angreifen und sich ihm auch nur bis auf drei Meter nähern durfte.

Anzeige

Die Bild berichtet damals unter Nennung des echten Namens von Schröder. Dagegen ging der Entertainer dann vor dem Landgericht Berlin vor. Laut Springer hat das LG Berlin jedoch einen Unterlassungsanspruch “mangels einer rechtswidrigen Verletzung seines allgemeinen Persönlichkeitsrechtes zurückgewiesen”. Der Kläger habe die Berichterstattung über ihn als Person (und nicht durch die von ihm verkörperte Kunstfigur) selbst veranlasst, indem er die „Rangelei“ mit Niels Ruf nicht als „Atze Schröder“, sondern als Hubertus Albers vom Zaune brach, wie der Verlag auf MEEDIA-Anfrage erklärte.

Die Entscheidung in der Hauptsache erging am 18. Januar, noch ist das Urteil jedoch noch nicht rechtskräftig. Doch schon heute scheint klar, dass der Fall damit nicht erledigt ist. Denn der Anwalt des TV-Stars, Christian Schertz, plant in Berufung zu gehen, wie er gegenüber MEEDIA erklärte. Die Bild-Berichterstattung in Sache hält er zudem für “ziemlich absurd”. “Aber gut, ist ne Geschmackssache. Wir werden gegen das Urteil Berufung einlegen. Er muss unserer Meinung nach eine Berichterstattung über sein privaten Daten einschließlich seines bürgerlichen Namens oder Abschüsse aus dem Privatsphäre nicht dulden, da er diese nie öffentlich gemacht hat.So haben das die Gerichte auch bisher über Jahre gesehen.“

Anzeige

Mehr zum Thema

Anzeige
Anzeige
Meedia

Meedia