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Berufswunsch Influencer? Ohne echte Leidenschaft und treue Follower geht da gar nichts

Der Begriff „Influencer“ wurde nun zum Anglizismus des Jahres 2017 gewählt
Der Begriff "Influencer" wurde nun zum Anglizismus des Jahres 2017 gewählt

Ein WDR-Experiment hat es kürzlich gezeigt: Mit nur wenig monetärem Einsatz eine große Reichweite aufbauen, sich Influencer nennen und die Werbeanzeigen fliegen einem nur so zu. Klingt simpel, ist aber zu kurz gedacht, sagt Branchenkenner Björn Wenzel. Wer langfristig Erfolg haben will, sollte sich lieber an einige Regeln halten.

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„Wie wird man Influencer?“ Eigentlich dürfe man sich diese Frage gar nicht stellen, meint Wenzel, Geschäftsführer der Influencer-Marketing-Agentur Lucky Shareman. „Das ist, als würde man sich fragen, wie man Millionär wird“, sagt er. „Da fehlt komplett die intrinsische Motivation.“ Er hält es für den falschen Ansatz, nur den großen Namen auf Instagram, YouTube und Co. nachzueifern.

Es geht vor allem um Leidenschaft. „Man brennt für ein Thema, schreibt einen Blog oder dokumentiert seine Lieblingsecken einer Stadt auf sozialen Plattformen“, erklärt er. „Die authentischsten Influencer sind diejenigen, die organisch mit ihrer Community gewachsen sind“, sagt er. Im Gespräch mit MEEDIA kann er sich daher eine Spitze an die Konkurrenz nicht verkneifen. „Dass Influencer Academys oder jegliche Ausbildungen zum Influencer funktionieren, glaube ich nicht.“

Wer also langfristig Erfolg haben möchte und eine treue Community aufbauen will, muss strategischer denken. Fünf Empfehlungen gilt es zu beachten.

1. Finde eine eigene Nische

Erfolgreiche Influencer fokussieren sich auf bestimmte, teils spezielle Themen oder sie konzentrieren sich auf regionale oder lokale Bereiche. Mit diesem Credo lässt sich eine treue Gemeinschaft aufbauen, die ähnliche Interessen verfolgt oder im selben Gebiet unterwegs ist. Deshalb gilt:“Lieber eine kleinere Reichweite und eine engagierte Community haben als eine hohe Reichweite mit wenig Interaktion“, sagt Wenzel. Irgendwann hat aber auch jedes Follower-Wachstum ein Ende, gerade in einer Nische. Dann gilt es zu entscheiden, ob man beim Nischendasein bleibt oder sein Themenspektrum ergänzt, um die Community zu vergrößern.

2. Unlautere Mittel sind tabu

Wer nur an den schnellen Erfolg denkt, könnte ein abruptes Ende seiner Influencer-Karriere erleben. „Ein Influencer lebt von seiner Authentizität und seiner Community“, sagt Wenzel. Der Kauf von Fake-Followern ist deshalb nicht ratsam. Auch die Nutzung von sogenannten Instagram Pods sollte gut überlegt sein. Damit werden Zusammenschlüsse mehrerer zueinander passenden Instagrammer bezeichnet, die sich untereinander absprechen. Sobald neue Inhalte online stehen, werden die dann geteilt und kommentiert.

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3. Spannende Inhalte präsentieren

Das Influencer-Dasein muss aus einer Passion geboren sein – beispielsweise für eine bestimmte Stadt, für kulinarische Speisen oder besondere Kaffeeröstereien. „Interessante Inhalte sind die oberste Prämisse. Und darüber gewinnt man dann eine treue Leserschaft“, erklärt der Branchenkenner. Diese sorgen in der Folge für Kommentare und echten Austausch, was den Influencer für Marken und Agenturen attraktiv macht. „Persönlichkeit, Umgang und Umfeld müssen stimmen.“

4. Poste auf Deutsch

Auf Englisch posten, um durch die internationale Aufmerksamkeit mehr Reichweite und Likes zu bekommen? Nicht nötig, findet Wenzel, gerade in einem speziellen Bereich. „In Deutschland posten die meisten Influencer tatsächlich auf Deutsch.“ Die Beiträge können daher auch in deutscher Sprache verfasst sein.

5. Sei keine Litfaßsäule für Jedermann

Wenn man als Influencer eine Nische gefunden hat, werden über kurz oder lang erste Werbeangebote kommen. Sie müssen jedoch zum eigenen Profil passen. „Nicht jede Marke ist richtig für einen und für die muss man auch keine Werbung machen“, sagt Wenzel. Dazu gilt: Ein Influencer sollte nie etwas empfehlen, was er oder sie nicht gut findet. Den Followern könnte die Diskrepanz zwischen ehrlicher und gekaufter Empfehlung übel aufstoßen.

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