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Audioformate im Aufwind: ARD-Tochter AS&S vermarktet Podcast der Süddeutsche Zeitung

AS&S Radio-Geschäftsführer Oliver Adrian: SZ-Podcast „Das Thema“ neu im Portfolio
AS&S Radio-Geschäftsführer Oliver Adrian: SZ-Podcast "Das Thema" neu im Portfolio

Die Radiobranche ist im Podcast-Fieber. Immer mehr akustische Formate kommen auf den Markt. Jetzt hat die AS&S einen neuen Auftrag an Land gezogen. Der ARD-Tochter übernimmt die Vermarktung des Podcasts „Das Thema“ der Süddeutschen Zeitung. Damit drängt der ARD-Vermarkter weiter in ein aufkeimendes Geschäftsfeld, das mit dem Einstieg der Autoindustrie in den Markt der selbstfahrenden Autos an Dynamik gewinnen könnte.

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Die Verlagsbranche schickt immer mehr akustische Muntermacher ins Rennen, um mehr Leser für ihre Online-Dienste zu begeistern. Doch die Medienhäuser tun sich mit der Vermarktung der Audioformate schwer. Das hat der ARD-Vermarkter AS&S erkannt. Er drängt deshalb immer stärker in das aufkeimende Geschäftsfeld. Jetzt ist der ARD-Tochter ein neuer Coup gelungen. Das Unternehmen vermarktet künftig den Podcast „Das Thema“ der Süddeutschen Zeitung. Dies bestätigt ein AS&S-Sprecher gegenüber MEEDIA.

Damit kann die AS&S ihren Kundenkreis erweitern. Die ARD-Gesellschaft vermarktet bereits Podcasts von Detektor FM und 4000 Hertz. Im September vergangenen Jahres kam der Politik-Podcast „Lage der Nation“ des Journalisten Philip Banse und des Richters und Netzaktivsten Ulf Buermeyer hinzu. Dass AS&S Radio-Geschäftsführer Oliver Adrian das Segment fest im Blick hat, ist verständlich. In der Medienbranche findet eine Art Renaissance des gesprochenen Wortes statt. Immer mehr Printhäuser starten eigene Audio-Podcasts – darunter Spiegel, Zeit und Rheinische Post. „Die Nische der Podcasts ist klein, aber sie wächst“, sagte Adrian jüngst.

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Damit bringt die Vermarktung von Podcasts den Verlagen zusätzliche Werbeerlöse ein. Für Werbetreibende sind die akustischen Stücke hochinteressant. Der Grund: Die Hörer halten den Audio-Angeboten lange die Stange. Wer einen Podcast einmal abonniert hat, bleibt meist dabei. Zudem zeigen Podcast-Nutzer eine größere Bereitschaft, sich Audio-Werbung anzuhören. Dies belegt eine repräsentative Umfrage der Facit Media Research unter 3.000 Menschen ab 14 Jahren.

Langfristig könnten Podcasts den Verlagen noch mehr Werbeerlöse in die Kassen spülen. Grund hierfür ist der Markt für selbstfahrende Autos. Er öffnet den Medienhäusern ganz neue Vermarktungschancen. Denn die Autofahrer könnten in ihren selbstfahrenden Fahrzeuge mehr Zeit finden, um sich die Audiostücke der Zeitungs- und Magazinmacher anzuhören. Damit würde der Kampf der Medienmarken um Nutzer nicht mehr nur auf den Webseiten stattfinden, sondern auch im Innenraum von Autos. Doch Podcasts bergen für Verlage und Werbetreibende noch weitere Vorteile. Medienexperten gehen davon aus, dass durch die Audioformate das Segment Radio zusätzliche Nutzergruppen mobilisiert, die der Gattung bislang ferngeblieben sind. Konzerne wie Amazon haben das Potenzial längst erkannt. Die zu Amazon gehörende Hörbuch- und Hörspiel-Plattform Audible startete jüngst in Deutschland eine Podcast-Offensive. So stellt die Gesellschaft seit kurzem ihren Abonnenten Sendungen mit dem Comedian Micky Beisenherz oder der Autorin Ronja von Rönne zur Verfügung.

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