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Studie zu Satire-TV: „Die Anstalt“ ist „produktiv“, Jan Böhmermann „pseudo-kritisch“

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Die Forscher Dennis Lichtenstein und Cordula Nitsch von der Uni Friedrichshafen und Uni Düsseldorf haben in der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift M&K Medien & Kommunikationswissenschaft eine Vergleichsstudie zwischen den satirischen TV-Sendungen „Die Anstalt“, „heute show“ und „Neo Magazin Royale“ veröffentlicht. Dabei kommen sie zum Ergebnis, dass „Die Anstalt“ in erster Linie das so genannte Feld der „produktiven Satire“ bedient, während Jan Böhmermanns „Neo Magazin Royale“ als „pseudo-kritisch“ eingestuft wird.

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Die Forscher haben in einer quantitativen Inhaltsanalyse alle bislang gesendeten Ausgaben der drei Sendungen untersucht. Das waren insgesamt 154 Sendungen und 1.642 Beiträge, die für die Studie ausgewertet wurden. Darunter waren 18 Ausgaben von „Die Anstalt“, 75 Ausgaben „heute show“ und 61 Ausgaben„Neo Magazin Royale“. Erfasst wurde der Anteil politischer Themen in den Sendungen und die Tiefe politischer Informationen (Informationsbereitstellung) sowie die Positionierung der Sendungen zu politischen Informationen und die Bewertungen von politischer Akteuren.

Die Unterscheidung der Studie in „produktive“ und „pseudo-kritische“ Satire bedeutet freilich nicht zwingend eine Bewertung in dem Sinne, dass „produktiv“ automatisch mit „besser“ gleichzusetzen wäre. Die produktive Satire bette politische Informationen in größere Sinnzusammenhänge ein und rege das Publikum durch kritische Bewertungen zum das Hinterfragen von Informationen zur eigenen Meinungsbildung an, schreiben die Autoren. Die so genannte Pseudo-Satire greife zwar politische Themen auf, erschöpfe sich aber in der rein ironischen, weitgehend zusammenhanglosen Aufbereitung sowie in unpolitischer Kritik an Akteuren.

Eine Arbeitshypothese des Forscher-Duos war, dass ein klassisches Kabarett-Format wie „Die Anstalt“ eher „produktive“ Satire hervorbringt, während Comedy-Formate wie die „heute show“ und „Neo Magazin Royale“ eher Pseudo-Satire.

Direkt bestätigt wurde die Hypothese nicht. Wenn auch „Die Anstalt“ die meiste Orientierung bei der Bearbeitung von politischen Themen lieferte, fehle es doch oft an Kontext. Bei der „heute show“ fanden die Forscher gleichermaßen Elemente von produktiver und pseudo-kritischer Satire. Beim „Neo Magazin Royale“ überwog die Pseudo-Kritik. Die Grenzen zwischen Kabarett und Comedy-Formaten waren also eher fließend, wobei Böhmermanns „Neo Magazin Royale“ im Vergleich mit den beiden anderen Sendungen mengenmäßig die wenigsten politischen Themen bearbeitete. Die „heute show“ wies als Nachrichtensatire dagegen naturgemäß einen sehr hohen Politik-Anteil bei den Themen auf.

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Hier gibt es die komplette Studie.

Update, 17. Januar, 14:18 Uhr

Der Wissenschaftliche Dennis Lichtenstein, Mitautor der hier behandelten Studie, forscht seit Oktober 2014 an der Zeppelin Universität (ZU) in Berlin – nicht an der Heinrich-Heine-Universität in Düsseldorf. An der ZU arbeitet er am Lehrstuhl für Politische Kommunikation. Laut Instituts-Homepage war Lichtenstein zwischen den Jahren 2011 und 2014 an der Heinrich-Heine-Universität in Düsseldorf als wissenschaftlicher Mitarbeiter angestellt. Dort ist Cordula Nitsch am Institut für Sozialwissenschaften als Forscherin tätig.

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