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Nach Skandal-Video im „Selbstmord-Wald“: YouTube beendet Zusammenarbeit mit Logan Paul

Youtube zieht nach dem Skandal-Video von Logan Paul Konsequenzen und beendet die Zusammenarbeit mit ihm.
Youtube zieht nach dem Skandal-Video von Logan Paul Konsequenzen und beendet die Zusammenarbeit mit ihm.

Nachdem der US-amerikanische YouTuber Logan Paul ein Video veröffentlichte, in dem er in Japan gezielt in einem sogenannten "Selbstmordwald" auf der Suche nach einer Leiche ging, eine fand und diese sogar filmte, prasselte eine große Hass-Welle auf den 22-Jährigen ein. YouTube hielt sich einige Tage zurück, ehe eine Reaktion auf das Video folgte.

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Am Silvestertag veröffentlichte der US-amerikanische YouTuber ein Video eines Aufenthalts in Japan. Paul war dort mit Freunden am Fuße des Fuji unterwegs und begab sich in den Aokigahara-Wald, der in Japan als „Selbstmord-Wald“ bekannt ist. Zahlreiche Menschen sollen sich dort Jahr für Jahr das Leben nehmen. Die Gruppe stieß dort auf eine Leiche und filmte diese. Zwar waren die Bilder der Person unkenntlich gemacht worden, doch im Video war ein Lachen des 22-Jährigen zu vernehmen.

Bereits am 1. Januar entfernte Logan Paul das Video wieder, nachdem es über 6 Millionen Aufrufe erreicht hatte. Einen Tag darauf entschuldigte Paul sich in einem Video und kündigte eine Auszeit an, die bis heute (Stand: 12. Januar) anhält. Er habe mit dem Video auf „Suizid und Suizid-Prävention aufmerksam“ machen wollen und bedauerte, seine Reichweite in diesem Falle falsch eingesetzt zu haben.

Eine Reaktion von YouTube ließ jedoch auf sich warten, erst am 9. Januar reagierte das Unternehmen: Suizid sei kein Spaß und entsprechende Videos werde es zukünftig nicht mehr geben. Für Logan Paul kündigte die Google-Tochter am Mittwoch drastische Konsequenzen an: Paul, dessen Kanäle knapp 20 Millionen YouTube-Nutzer abonniert haben, wurde aus dem „Google Preferred“-Programm ausgeschlossen. Darin bündelt Google die meistgesehenen YouTube-Videos bündelt und bietet diese Werbetreibenden an. Zudem verlor Logan die Hauptrolle in der Serie „Foursome“ und die Dreharbeiten zur Fortsetzung des YouTube Red-Films „The Thinning“ sind vorerst ausgesetzt worden.

Kritik äußert sich nicht nur an Logan Paul: Auch YouTube wird dafür kritisiert, erst sehr spät auf den Vorfall reagiert zu haben. Erst Anfang 2017 geriet YouTube durch einen Skandal eines großen Kanals unter Druck: Damals war die Zusammenarbeit mit Felix Kjellberg, der als „PewDiePie“ bekannt ist, beendet worden. Der Schwede hatte damals mehrere Videos veröffentlicht, die antisemitisches oder nationalsozialistisches Gedankengut enthalten haben sollen.  Anfang Dezember hatte YouTube-Chefin Susan Wojcicki erklärt, problematische Inhalte zukünftig schneller überprüfen und, wenn notwendig, löschen zu wollen. Eine Maßnahme, die mehr denn je notwendig zu sein scheint.

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