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Safari Update soll Milliarden-Umsätze kosten: Apple erteilt Werber-Beschwerden wegen eingebautem Anti-Tracking eine Absage

Verärgert mit seinem Safari-Browser die Werbeindustrie: Apple-CEO Tim Cook
Verärgert mit seinem Safari-Browser die Werbeindustrie: Apple-CEO Tim Cook

Apple baut in künftige Updates seines Safari-Browser Technik ein, die es Werbefirmen schwierig bis unmöglich macht, Nutzer zu tracken. Was die Privatsphäre des Einzelnen schützt, schadet möglicherweise der digitalen Werbebranche. Gegenüber dem Guardian fürchtet der Technologie-Konzern Criteo Millionenverluste und kritisiert Apples Alleingang. Branchenweit wird mit Umsatzverlusten in Milliardenhöhe gerechnet. Der Tech-Konzern erteilt Klagen aus der Werbebranche eine Absage.

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Die Debatte um neue Privatsphäre-Einstellungen ist nicht neu. Apple hatte seine Updates bereits im vergangenen Jahr umgesetzt und begonnen, Tracking erheblich zu erschweren. Der Werbeindustrie fiel es damit deutlich schwerer, den Weg des Nutzers nachzuverfolgen und entsprechend Werbung gezielt zu platzieren. Die Branche fand vereinzelt allerdings immer wieder Wege, die Restriktionen technologisch zu umgehen, der iPhone-Hersteller legte jüngst noch einmal nach.

Gegenüber dem Guardian erklärte nun der Ad-Tech-Konzern Criteo, dass Apples Vorhaben Millionenumsätze kosten werde. Das Unternehmen hatte seine Prognose zuletzt auf rund ein Fünftel Einbußen erhöht, zuvor wurde mit etwa 13 Prozent Verlust gerechnet. In der gesamten Branche ist mit Umsatzeinbußen im Milliardenbereich zu rechnen.

Apple ist für die Werbeindustrie dabei nicht das einzige bzw. größte Problem. Auch Google arbeitet in seinem Browser Chrome kontinuierlich an der Stärkung der Privatsphäre-Einstellungen, hat hier allerdings mit Ad-Unternehmen zusammengearbeitet und blockt beispielsweise nur aufdringliche Werbemittel.

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Bei Apple kritisiert die Industrie einen Alleingang, und dass Internet-Standards ignoriert würden. So dürften Cookies und Tracking-Tools so lange angewandt werden, bis der Nutzer sie aktiv ausstellt – Regeln, über die auch auf politischer Ebene gestritten wird. Mit der diskutierten E-Privacy-Ordnung wäre Tracking erst dann erlaubt, wenn der Nutzer seine Bereitschaft erklärt.

Apple reagierte auf die Kritik, die Criteo vergangenes Jahr mit fünf Wettbewerbern in einem offenen Brief geäußert hatte. Das Unternehmen verteidigte sein Vorgehen: „Die Technologie zur Anzeigenverfolgung ist so weit fortgeschritten, dass Unternehmen den Großteil des Browserverlaufs einer Person neu erstellen können.“ Dafür habe die Industrie keine Genehmigung, Apple wolle seine Nutzer schützen.

Die Ad-Branche will die Änderungen nicht kampflos hinnehmen. Man arbeite weiter daran, Mittel und Wege zu finden, um Apples Aktualisierungen zu umgehen, hieß es seitens Criteo. Neue Lösungen seien allerdings noch in ihrer Testphase.

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