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Neue Strategie bei Hanse Ventures: Start-up-Schmiede steigt bei traditionsreichem Schiffsausrüster ein

Tobias Seikel ist bei Hanse Ventures für die operative Führung verantwortlich
Tobias Seikel ist bei Hanse Ventures für die operative Führung verantwortlich

Bislang galt Hanse Ventures als reine Start-up-Schmiede, um die Geschäftsideen junger innovativer Menschen umzusetzen. Als Gegenleistung hierfür erhält der Firmen-Inkubator Anteile an den Neugründungen. Jetzt erweitert das von Ex-Gruner+Jahr-Chef Bernd Kundrun gegründete Unternehmen seine Strategie. Hanse Ventures beteiligt sich an einem lange bestehenden und traditionsreichem Unternehmen aus der Bootsbranche.

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Bernd Kundrun, ehemaliger Vorstandschef von Gruner + Jahr, und Rolf Schmidt-Holtz, früherer CEO der Bertelsmann Music Group und Ex-Chefredakteur des WDR, sind zwei alte Hasen im Mediengeschäft. Vor knapp sieben Jahren gründeten die beiden erfahrenen Manager mit den Jung-Unternehmern Sarik Weber (u.a. Xing) und Jochen Maaß (Artaxo) die Hamburger Start-Up-Schmiede Hanse Ventures. Die Geschäftsidee: das norddeutsche Unternehmen dient als Starthelfer, um jungen Menschen mit innovativen Geschäftsideen den Weg in die Selbstständigkeit zu ermöglichen.

Im Gegenzug hierfür beteiligt sich der Inkubator an den Neugründungen. Dadurch haben Kundrun, Schmidt-Holtz & Co. inzwischen ein kleines Reich an diversen Beteiligungen aufgebaut – darunter rebelle, einem Marktplatz für Designermode aus zweiter Hand, pflege.de, einem Serviceportal für Pflege und Wohnen im Alter oder Vitraum, einem Webportal, das Immobilienbesitzern und Bauherren von der Planungsphase bis zur Montage neuer Fenster und Räume unterstützten soll.

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Jetzt schlägt Hanse Ventures neue Wege ein. Das Unternehmen ist direkt bei einer lange am Markt bestehenden Gesellschaft eingestiegen. So hat sich die Start-Up-Schmiede mit 30 Prozent an dem traditionsreichen Schiffsausrüster A.W. Niemeyer beteiligt. Tobias Seikel, der operativ für die Führung bei Hanse Ventures verantwortlich zeichnet, sieht hierin eine klare Erweiterung der bisherigen Strategie. „Ich will nicht ausschließen, dass wir uns auch künftig direkt an bestehenden Gesellschaften beteiligen“, erklärt der Geschäftsmann gegenüber MEEDIA. Hanse Ventures werde sich zudem bei A.W. Niemeyer „operativ einbringen und explizit neue Innovationen im Digitalbereich“ einführen, heißt es.

Mit Kundrun und Schmidt-Holtz verfügt Hanse Ventures über ein Netzwerk zu kapitalkräftigen Investoren. Zum Kreis gehört der ehemalige Bertelsmann-Vorstandschef Hartmut Ostrowski, der am Hanse Venture-Ableger Toptranslation beteiligt ist, einer Agentur für Fachübersetzungen. Mit dabei sind auch der bundesweit bekannte und umtriebige Geschäftsmann Carsten Maschmeyer, der bei pflege.de eingestiegen ist, sowie der frühere Gruner + Jahr-Auslandsvorstand Torsten-Jörn Klein. Er besitzt Anteile bei rebelle. Doch Kundrun und Schmidt-Holtz lassen nicht jeden in den erlauchten Investorenkreis. „Wer sich an unseren Start-ups beteiligen will, muss mindestens 100.000 Euro pro Investment mitbringen. Diese Untergrenze gilt für Privatpersonen, institutionelle Personen investieren in der Regel deutlich mehr“, erklärte Seikel einst gegenüber MEEDIA.

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