"Obama auf See bestattet": Journalisten beichten unter #meingroessterfail ihre peinlichsten redaktionellen Patzer

Wenn man den US-Präsidenten mit dem größten Terroristen der Welt verwechselt: Unter #meingroessterfail zeigen Journalisten ihre peinlichsten Fehler

Es ist einer dieser Fälle, der in der aktuellen Debatte um das Netzwerkdurchsetzungsgesetz die Komplexität des Social Web aufzeigt – denn das ist nicht nur für filterlose Hassparolen bekannt, sondern auch für gegenteilige Strömungen wie Solidarität. Die wird aktuell unter dem Hashtag #Meingroessterfail vor Augen geführt, unter dem zunächst Medienschaffende von ihren peinlichsten Schnitzern berichten.

Die Hashtag-Aktion ist die Folge von Häme, die Twitter-Nutzer über einer Journalistin der Dorstener Zeitung ausgeschüttet hatten. Die Redakteurin hatte einen Text über die Design-Fehler von Computer-Chips verfasst und den Begriff dabei wörtlich genommen. In dem Artikel stand geschrieben: „Das Design der Chips müsste für die Behebung verändert werden. Für den Designer undenkbar. Das Aussehen geht scheinbar vor Sicherheit“. Gemein war allerdings die Infrastruktur der Produkte. Updates sollten diese wieder sicher vor Hackerangriffen machen. Der Artikel beziehungsweise ein Screenshot verbreitete sich anschließend im Netz und wurde hämisch kommentiert.
https://twitter.com/rolandgruen/status/949396075256967168
Twitter-Nutzer Roland Grün erkannte darin die Gelegenheit, der Häme mit solidarischen Grüßen zu entgegnen. Unter dem Hashtag #Meingroessterfail berichtete er von seinem für ihn peinlichsten Fehler.
https://twitter.com/rolandgruen/status/949398898459791360
Der Hashtag fand anklang, über das Wochenende haben zahlreiche Journalisten mit kleinen Anekdoten zu ihren peinlichsten Schnitzern geantwortet. So erklärte Handelsblatt-Korrespondentin Annett Meiritz, wie sie während ihrer Zeit bei Spiegel Online titelte: „US-Militär soll Obama auf See bestattet haben“. In der Meldung ging es allerdings um Osama Bin Laden. Froben Homburger, heute Nachrichten-Chef bei der dpa, berichtete, wie er mal versehentlich vertrauliche Notizen veröffentlicht hat und Anna Aridzanjan beschrieb den „Klassiker,“ Spiegel-Erbe Jakob Augstein mit seinem Vater und Verlagsgründer Rudolf zu verwechseln. In den Tweets verbergeben sich aber auch Fails, die zu ihrer Zeit für einen Skandal getaugt hätten. So gesteht Hörfunk-Journalist Holger Ort ein, vor mehr als 20 Jahren in einer Call-In-Sendung alle Anrufe gefaked zu haben. MEEDIA hat einige der Fails gesammelt:
https://twitter.com/annmeiritz/status/949661184600563713
https://twitter.com/fhomburger/status/949598781837840384
https://twitter.com/textautomat/status/949938406485843968
https://twitter.com/HolgerOrt/status/949936831197601792
https://twitter.com/Schupo/status/950246868008792064
https://twitter.com/ImreGrimm/status/950158301471346688
https://twitter.com/MrClicko/status/950098819185823745
https://twitter.com/OHollenstein/status/950045996741988352
https://twitter.com/MrWissen2Go/status/950113426394755073
https://twitter.com/miriamk86/status/950287397778022401
https://twitter.com/Pertsch/status/949812307231723520
https://twitter.com/LarsReckermann/status/949707595773808640