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Führungswechsel bei Impulse: Redaktion und Verlag bekommen eine weibliche Doppelspitze

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Paukenschlag bei Impulse: Nikolaus Förster gibt fünf Jahre nach dem Management buy out die Verlagsleitung sowie die Chefredaktion ab. Der geschäftsführende Gesellschafter schlüpft indes bei dem von ihm verlegten Hamburger Wirtschaftsmagazin in die Rolle des Herausgebers. Die Führung des Verlags und der Redaktion legt der 49-Jährige hingegen in die Hände einer weiblichen Doppelspitze.

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Nikolaus Förster, geschäftsführender Gesellschafter der Impulse Medien GmbH, tritt etwas kürzer und zieht sich aus dem Tagesgeschäft zurück. Der Grund: Noch vor Jahresende hatte sich der Wirtschaftsjournalist im Interview mit MEEDIA um seine eigene Work-Life-Balance gesorgt. Denn fünf Jahre harte Aufbauarbeit nach dem Erwerb der ehemaligen Gruner + Jahr-Zeitschrift hätten dem Jungverleger viel abverlangt. Förster: „Ich habe in den ersten Jahres meines Unternehmerdaseins einfach zu viel gearbeitet und darüber vergessen, Privates und Berufliches besser auszubalancieren. Doch das werde ich jetzt ändern“, sagte er jüngst.

Jetzt macht der 49-Jährige offenbar seine Ankündigung wahr. Er legt die Chefredaktion und die Verlagsleitung in die Hände einer weiblichen Doppelspitze. Chefredakteurin wird die bisherige Vize-Chefin Antonia Götsch. Die Verlagsleitung hingegen übernimmt Laura Blindow, bisher stellvertretende Verlagsleiterin der Impulse Medien GmbH. „Solch ein ambitioniertes Projekt, das wächst und sich bewusst vom Mainstream der Branche abkoppelt, lässt sich nur mit einem starken Team managen“, begründet Förster die Personalmaßnahme. Der Journalist hatte das Wirtschaftsblatt Anfang 2013 im Rahmen eines Management-Buy-Outs von Gruner + Jahr erworben, nachdem sich die Verlagstochter des Bertelsmann-Konzerns wegen jahrelanger Verluste bei der Financial Times Deutschland aus dem Segment der Wirtschaftsberichterstattung (bis auf Capital) zurückgezogen hatte.

Nach dem Erwerb des 1980 gegründeten Mittelstandsmagazins baut Förster eigene Verlagsstrukturen auf. Dabei schlägt er neue Wege ein. Er verzichtet auf sämtliche Aboprämien und -laufzeiten, die in der Branche üblich sind. Denn viele Wirtschaftsmagazine locken ihre Leser mit aberwitzigen Sach- und Geldprämien, um neue Leser zu gewinnen. Davon will Förster jedoch nichts wissen. Messersets, Tankgutscheine, Staubsauger oder hohe Geldbeträge sind ihm ein Dorn im Auge.

Der Unternehmer baut eine eigenen Kundenbetreuung auf, zudem vermarktet er die Zeitschrift seit Anfang des Jahres in eigener Regie. Um den Zeitschriftenbereich drapiert er ferner diverse Zusatzgeschäfte. Dazu gehören ein eigener Buchverlag sowie die Produktion von Bewegtbildern. Um die Ertragslage zu verbessern, erhöht er zudem in mehreren Schritten den Copypreis. So kostet das Heft ab 2018 künftig 19,90 Euro. Damit verteuert Förster den Abo-Titel allerdings bereits zum vierten Mal. Als er die Zeitschrift 2013 übernahm, lag der Abgabepreis noch bei moderaten 7,50 Euro. Mehrfach erhöhte er im Laufe der Zeit den Heftpreis – erst auf 9,90 Euro, dann 12,80 Euro, Anfang vergangenen Jahres dann auf 15,90 Euro.

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Die Hochpreisstrategie wird in der Branche skeptisch beäugt, da sie die Auflage des Unternehmermagazins weiter unter Druck setzt. Zuletzt schmolz daher die Zahl der Abonnenten deutlich ab. Waren es im 3. Quartal 2016 noch 38 314 Exemplare, sind es im vergleichbaren Quartal 2017 nur noch 35480 Stück – ein Minus von 7,4 Prozent. Doch die Vertriebsmaßnahme und die Erlöse aus den Zusatzgeschäften zeigen ihre Wirkung: Nach zwei Verlustjahren schafft das Unternehmen aus dem Hamburger Stadtteil Hammerbrook die Ertragswende und schreibt 2016 eine schwarze Null. Auch für 2017 erwartet Förster einen Gewinn. Zur Höhe macht er aber noch keine Angaben. Den Jahresabschluss für das vergangene Geschäftsjahr erwartet er erst im März.

Mit Götsch und Blindow holt sich der Impulse-Verleger zwei Frauen an seine Seite, die er bereits aus Gruner + Jahr-Zeiten bestens kennt. Götsch arbeitete seit 2007 bei der Financial Times Deutschland, wurde dann leitende Redakteurin bei den G+J-Wirtschaftsmedien und war hier zuletzt als Textchefin für Impulse tätig. 2015 absolvierte die Journalistin zusätzlich eine einjährige Ausbildung zum TÜV-zertifizierten Businesscoach. Sie hat zudem mehrere Journalistenpreise gewonnen- darunter den Ludwig-Erhard-Förderpreis für Wirtschaftspublizistik. Blindow hingegen stieß nach diversen Stationen unter anderem bei Bertelsmann als Projektleiterin zu den G+J-Wirtschaftsmedien und wurde unter nach dem Einstieg von Förster stellvertretende Verlagsleiterin bei Impulse.

Mit dem Rückzug aus der operativen Tätigkeit hat Förster künftig mehr Zeit, um sich stärker um den Ausbau von Zusatzgeschäften und Seminaren zu kümmern. Die Impulse Medien GmbH beschäftigt derzeit 40 Festangestellte.

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