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Meine Prognose für das Medienjahr 2018 in einem Satz: Was Top-Entscheider der Branche vorhersagen

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MEEDIA wollte wissen: Wie wird das Medienjahr 2018 und hat die wichtigsten Köpfe der Branche gefragt. Mit dabei unter anderem: Barbara Hans, Philipp Welte, Florian Haller, Jochen Wegner oder auch Online-Marketing-Rockstar Philipp Westermeyer. Wichtigste Bedingung: Die Experten und Kenner sollten in nur einem Satz antworten. Das schafften sogar die meisten. Einem reichte gar ein Wort.

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Philipp Welte, Publishing-Vorstand Hubert Burda Media:
„Wir Verlage müssen unsere antagonistischen Reflexe aus dem letzten Jahrtausends überwinden und gemeinsam an unserer Zukunft arbeiten – ‚united we stand‘, getrennt werden wir scheitern.“

Lorenz Maroldt, Chefredakteur des Tagesspiegel:
„Die Chance: Eine Medienrevolution mit zu gestalten. Das Risiko: Sie zu verpassen.“

Sabine Ingwersen, Chefredakteurin Tina, Bella, Laura (und weiterer Titel):
„Die größte Chance sehe ich darin, auch weiterhin in ganz engem kontinuierlichen Austausch mit den Leserinnen und Lesern zu stehen – seinen Lesern nicht zuzuhören, ist für jeden Medienmacher das größte Risiko.“

Daniel Steil, Chefredakteur von Focus Online:
„2018 wird für uns bei BurdaForward das Jahr der Partnerschaften mit anderen Verlagen – alleine haben wir gegen die Giganten Google, Facebook und Amazon kaum eine Chance.“

Jörg Hausendorf, Konzerngeschäftsleitung Bauer Media Group:
„Um 2018 den Markt zu bewegen, setzen wir auf verlegerischen Mut sowie Marktlösungen von hoher gestalterischer Qualität für innovative Print-Konzepte, blicken aber gleichzeitig auch über den Tellerrand in Richtung möglicher Allianzen und neuer Geschäftsmodelle.“

Barbara Hans, Chefredakteurin von Spiegel Online:
„Die Chancen liegen in der Publizistik: Der Bedarf an Einordnung und Orientierung wird wachsen, und damit auch die Relevanz von unabhängigem Qualitätsjournalismus – auch für neue Zielgruppen, die wir im Digitalen mit spannenden, visuellen Angeboten auf neuen Wegen erreichen können; die Herausforderungen für den digitalen Journalismus liegen in den Erlösmodellen. Die Auswirkungen der E-Privacy-Verordnung, die Konzentration der Werbegelder bei den großen Playern, die Entwicklung neuer Bezahlmodelle – kurzum: Die Sicherung unserer Unabhängigkeit wird uns 2018 beschäftigen.“

Christoph Amend, Chefredakteur des Zeit Magazins:
„Wie 2018 wird, weiß ich wirklich nicht, ich wünsche mir einerseits mehr Smartphone-freie Sonntage, andererseits auch neue Serien und Podcasts, die es mir schwermachen, das durchzuhalten, neue Magazine, die uns auf neue Ideen bringen – und im Herbst wieder eine Olivenernte in Italien, ganz analog und ganz ohne Medien.“

David Schraven, Publisher und Geschäftsführer von Correctiv:
„Der Buch- und Zeitschriftenmarkt droht 2018 in weiten Teilen zu kollabieren – die Folgen werden wir überall spüren, nicht alles davon wird schlimm sein.“

Wolfgang Büchner, Digitalchef von Madsack:
„Die größten Chancen für das kommende Jahr sehe ich in einer klugen Vernetzung der Verlage, um bei digitalen Transformation voranzukommen. Die größten Risiken in der Marktmacht von Google, Facebook, Amazon und Apple sowie in den Plänen des EU-Parlaments für eine E-Privacy Verordnung, die die Macht dieser Tech-Giganten noch weiter festigen würde.“

Jochen Wegner, Chefredakteur von Zeit Online:
„Besondere Zeiten inspirieren besonderen und besonders guten Journalismus. Ich fürchte und hoffe, dass auch 2018 besonders wird.“

Thomas Hass, Geschäftsführer Spiegel-Verlag:
„Wir werden ein Jahr erleben, in dem die neue Wertschätzung für erstklassigen Journalismus weiter wachsen wird, und zwar nicht nur, weil immer deutlicher wird, dass journalistische Fähigkeiten – sorgfältige Recherche, Dokumentation, Fact Checking, kritische Distanz und am Ende gut erzählte Geschichten – notwendig sind, um der Wahrheit auf die Spur zu kommen und den Menschen Aufklärung und Orientierung zu geben; sondern auch weil diese Leistungen von unabhängigen Redaktionen und Medienhäusern wieder gefragt sind bei unseren Werbekunden, die zunehmend merken, dass es sich lohnt, sehr darauf zu achten, in welchen Umfeldern sie die Werbung für ihre Marken platzieren: Brand Safety in hochwertigen journalistischen Umfeldern wie dem Spiegel wird ein großes Thema im Jahr 2018.“

Beat Balzli, Chefredakteur der Wirtschafts Woche:
„Die Disruption gefährdet die Qualitätsmedien und ist gleichzeitig deren größte Chance, weil die Menschen noch mehr darauf  angewiesen sind, dass ihnen jemand den roten Faden im Chaos aufzeigt.“

Dirk Wiedenmann, Geschäftsleitung Bauer Advertising:
„Der Trend in der Marktentwicklung für den Gesamtmarkt und PZ ist klar. Es geht also darum, ihn entsprechend erfolgreich zu gestalten. Wir werden das aktiv tun und für unsere Kunden weiter die besten Kommunikationslösungen entwickeln.“

Thomas Koch, Mr. Media:
„Wenn die Werbewirkung 2018 endlich wieder steigen soll, brauchen wir mehr Strategien, die diesen Namen auch verdienen: Konzepte, die Medien nach ihren Stärken einsetzen und ganz pragmatisch „Streu von Weizen trennen.“

Rainer Esser, Geschäftsführer der Zeit:
„Für Qualitätsmedien wie Die Zeit wird 2018 ein großartiges Jahr, denn gerade in bewegten Zeiten bieten sie die beste Orientierung – das wird sich für uns im Leser- aber auch im Werbemarkt bemerkbar machen.“

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Andreas Rickmann, Social-Media-Chef der Bild:
„2018 wird für Medienmarken auf Plattformen noch komplizierter, denn die Zeit der Standardlösungen (‚Wir machen mal eine Facebook-Seite’) ist endgültig vorbei.“

Pit Gottschalk, Sportchef der Funke-Mediengruppe:
„2018 wird das Jahr der ewigen Nadelstiche: die Verleger piksen die Öffentlich-Rechtlichen, die Europapolitiker die US-Giganten Google und Facebook, die Influencer die Medienmarken, die Besserwisser die Etablierten – und keiner will‘s gewesen sein.“

Florian Harms, Chefredakteur von T-Online.de:
„Die größte Chance für Medien liegt jetzt darin, sich konsequent digital neu zu erfinden, so Millionen Nutzern eine informationelle Heimat zu bieten und neue Erlöswege zu erschließen. Das größte Risiko besteht darin, dabei nur halbherzig vorzugehen, an althergebrachten Strukturen und Prozessen festzuhalten und so binnen weniger Jahre zu sterben.“

Florian Haller, CEO von Serviceplan:
„Die größten Chancen und Risiken bestehen in der rasant zunehmenden Volatilität und Komplexität unseres Umfeldes.“

Sebastian Turner, Herausgeber des Tagesspiegel:
„2018 wird sich das herkömmliche Ökosystem der Medien weiter auflösen, während neue Ökosysteme langsam wachsen – das Ökosystem der Leitmedien entwickelt sich 2018 am besten.“

Nico Lumma, Managing Partner des Next Media Accelerators:
„2018 wird es mehr denn je um Personalisierung und Interaktion gehen, von Chatbots über Location bis hin zu Kuratierung wird sich alles um die Nutzer drehen.“

Andreas Wolfers, Chef der Henri-Nannen-Journalistenschule:
„Im nächsten Jahr wird die Zahl junger Leute wieder steigen, die Intelligenz, ethischen Anspruch und Lust aufs Risiko dazu nutzen, sich für den Beruf des Journalisten zu entscheiden.“
Stephan Weichert, Medienwissenschaftler und Studiengangsleiter an der Hamburg Media School:
„Chancen messe ich einem öffentlich-rechtlichen Netflix bei, wo Beiträge nach 7 Tagen nicht gelöscht werden, sondern die vom Publikum finanzierten Qualitätsinhalte dauerhaft verfügbar sind, während ich es riskant finde, dass der Journalismus sowohl personell als auch inhaltlich noch immer nicht die Vielfalt der Gesellschaft abbildet.“

Lars Haider, Chefredakteur des Hamburger Abendblatts:
„Wir brauchen leidenschaftliche Journalisten, die ihre eigenen Produkte kennen und lieben – und die sich nicht an maximaler Reichweite, sondern an (zahlenden) Lesern und Abonnenten orientieren.“

Thomas Knüwer, Medien-Experte und Social-Media-Berater:
„2018 wird ein Jahr, in dem alte Medien sich in Sicherheit wiegen, denn ihre Zahlen werden nicht so schlimm fallen wie in den Vorjahren und sie werden sich einreden, nun würde alles gut – womit auch die Gefahr des Jahres beschrieben ist: Denn ab 2019 wird es düsterer also zuvor.“

Tim Wolff, Chefredakteur der Titanic:
„Wer statt Donald Trump bestenfalls Christian Lindner hat, bekommt statt ‚New York Times‘ und ‚Washington Post‘ eben ‚Zeit‘ und … ja, was eigentlich: ‚Beef‘?“

Thorsten Mandel, Geschäftsführer von Pilot:
„Tech- Know-how und Datenkompetenz bilden bereits die Basis unserer erfolgreichen Arbeit und werden uns 2018 vor neue Herausforderungen stellen: Allen voran sind Themen wie Ad Fraud, Targetinggüte oder Sichtbarkeit sowie die Folgen der EU-Datenschutzverordnung für uns wesentliche Entwicklungen, mit denen wir uns auseinandersetzen und die wir bewältigen müssen.“

Sven Dams, Verlagsgeschäftsführer Bauer Programm:
„Mehr Sender, immer neue Highlights der Streaming-Anbieter und innovative technische Möglichkeiten, Bewegtbildinhalte zu konsumieren, sind für Programmzeitschriften eine Chance: Das Bedürfnis der Zuschauer nach journalistischer Empfehlung und Einordnung durch unsere TV-Magazine gewinnt somit deutlich an Relevanz – die Herausforderung besteht darin, die sich verändernden Bedürfnisse der Konsumenten möglichst schnell zu erkennen und diese Insights in ideale Produkte zu übersetzen.“

Jesper Doub, Geschäftsführer Spiegel.net:
„Jedes Risiko geht immer mit Chancen einher – so auch in 2018, wo hochwertiger Journalismus aufgrund der weiter wachsenden Relevanz sowohl als Reichweiten- als auch als Paidmodell herausragende Chancen hat, die sicherlich durch Diskussionen u.a. über Brand Safety und die konkrete Ausprägung der EU E-Privacy Verordnung maßgeblich beeinflusst werden.“


Thomas Lindner,Vorsitzender der FAZ-Geschäftsführung:

„Nach dem chinesischen Horoskop kann im kommenden Jahr des Hundes alles passieren – sogar unkonventionelle Lösungen für alte Probleme zu finden. Also wird es so weitergehen wie bisher. Und ach ja, …. es wird natürlich auch bei uns alles schneller, digitaler und programmatischer….“

Philipp Westermeyer von Online Marketing Rockstars antwortet mit nur einem Wort:
„Plattformstrategie“

 

Update (24. Dezember):
Wir hätten wirklich gerne mehr Statements von Frauen veröffentlicht, aber wir haben nur so wenige Antworten bekommen. Anders Lina Timm. Bei Facebook sammelte sie Statements von Entscheiderinnen aus ihrem Netzwerk und erlaubt uns nun eine Auswahl zu zitieren.

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Alle Kommentare

  1. ich bin mir sicher das pr-textbausteine von frauen genauso nichtssagend sind wie die hier aufgeführten.

    das internet hat raum und zeit gefressen nicht nur rubrikenanzeigen. verlage sind nicht die grundlage von journalismus.
    solange diese einsicht verboten bleibt weil sie sich verbietet sind solche statementsammlungen historische dokumente des phrasenschweinpfeifens im walde.

  2. Mögen die Medienmacher in eine gute Zukunft blicken, die sich von Erziehungsjournalismus abwenden und ihre Hauptaufgabe wieder darin sehen, die Menschen möglichst unvoreingenommen zu informieren und sich getrauen, sich kritisch mit den Mächtigen auseinanderzusetzen.

  3. Und Top-EntscheiderInnen der Branche wie Lina Timm, Anita Zielina, Marieke Reimann, Susanne Höb, Annette Milz, Isabelle Sonnenfeld, Franziska Bluhm, Franzi Kempis, Pia Frey, Teresa Buecker, Magdalena Rogl, Susann Hoffmann, Tatjana Kerschbaumer, Carline Mohr, Julia Bönisch, Léa Steinacker, und Hanna Suppa habt ihr nicht gefragt, Meedia? Peinlich, wier hier wieder mal alte, weiße Männer glauben, das Wort zu haben…

  4. Wäre das jetzt wirklich so schwer gewesen, noch ein paar Frauen zu befragen? Zwei, Meedia? Ernsthaft? Gibt es für euch nur zwei Frauen, die ihr als „Top Entscheider“ einstuft? Schade.

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