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ProSiebenSat.1 verkauft Reiseportal Weg.de an Lastminute.com

Der scheidende ProSiebenSat.1-Vorstandschef Thomas Ebeling legt seine letzte P1S1-Bilanz vor
Der scheidende ProSiebenSat.1-Vorstandschef Thomas Ebeling legt seine letzte P1S1-Bilanz vor

Der Medienkonzern ProSiebenSat.1 setzt seinen Scheidungsprozess vom Reisegeschäft fort. Nach dem Verkauf des Online-Reisebüros Etraveli im Juni kommt nun auch das Reiseportal weg.de unter den Hammer. Käufer ist die niederländische lastminute.com Group, die Webseiten wie lastminute.com, Bravofly oder Jetcost betreibt. Nach eigenen Angaben übernimmt sie den weg.de-Betreiber Comvel zum 1. Januar 2018 für insgesamt 12 Millionen Euro in bar.

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Für ProSiebenSat.1 gilt es nun noch einen Abnehmer für seinen Reiseveranstalter Tropo zu finden. Der Münchener Fernsehkonzern hatte bereits Anfang des Jahres angekündigt, sich von seiner Reisesparte trennen zu wollen, da erwünschte Synergien mit dem Fernsehgeschäft zuletzt schwanden. Beim Einstieg in das Reisegeschäft vor drei, vier Jahren hätten die Buchungsportale noch stark von TV-Werbung profitiert, hatte Konzernchef Thomas Ebeling in einem früheren Interview gesagt und hinzugefügt: „Märkte ändern sich.“

Im Rahmen sogenannter Media-for-Equity- oder auch Media-for-Revenue-Share-Geschäfte hatte ProSiebenSat.1 oft einfach TV-Werbezeit gegen Firmen- oder Umsatzanteile an aufstrebenden Firmen getauscht. Zuletzt machten Online-Portale insgesamt gut ein Viertel vom Konzernumsatz aus. Zu den erfolgreichen Umsatzbringern zählen hierbei etwa das Dating-Portal Parship oder die Online-Drogerie Flaconi.

Während dieser Bereich in der vergangenen Zeit kontinuierlich gewachsen ist, lief es in der Fernsehsparte zuletzt eher schleppend. Im dritten Quartal gingen die TV-Werbeumsätze leicht zurück. Aus dem Grund kassierte Ebeling im November denn auch endgültig seine konzernweiten Jahresziele, nachdem er sich zuvor einige Male vorsichtig zu diesem Kernsegment geäußert hatte.

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Abhilfe schaffen soll ein konzernweiter Umbau, wobei das TV-Geschäft ab Januar 2018 dann mit den Online-Plattformen zusammengelegt wird. Davon erhofft sich das Management Einsparungen von mehr als 50 Millionen Euro bis 2019/2020. Zudem soll ab Mitte Februar ein neuer, noch nicht benannter Konzernchef das Ruder bei ProSiebenSat.1 übernehmen.

Zuvor hatte Ebeling mit abschätzigen Bemerkungen über die Zuschauer der eigenen Sender Kritik auf sich gezogen. Später erklärte er, es habe sich um eine „plakative Zuspitzung“ gehandelt. Keinesfalls habe er die eigenen TV-Zuschauer diskreditieren wollen.

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