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Schweden-Sex, Der Postillon und die Qualitätsmedien: der (fast) aussichtslose Kampf der Satire-Seite um eine richtige Berichterstattung

Der Postillon zur Berichterstattung vom ZDF: „Das ist Bullshit!“
Der Postillon zur Berichterstattung vom ZDF: "Das ist Bullshit!"

Ausgelöst durch die #MeToo-Debatte hat die schwedische Regierung ein neues Gesetz ausgearbeitet. Dabei geht es - kurz gesagt - um die ausdrückliche Zustimmung beider Partner zum Geschlechtsverkehr. Fast alle deutschen Medien berichteten darüber. Wie sie das taten findet der Postillon-Macher Stefan Sichermann jedoch alles andere als lustig und vor allem falsch. Seit über einem Tag versucht er nun die vermeintlichen Qualitätsmedien via Twitter auf ihre Fehler aufmerksam zu machen.

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Doch lange regten sich beispielsweise weder das ZDF noch die Augsburger Allgemeine, der mit ihrer Story “Schweden: Männer müssen Sex-Genehmigung bei Frauen einholen” ein echter Social-Media-Hit gelang.

Im Gespräch mit MEEDIA erklärt der Postillon-Macher, wo der Teufel im Detail steckt und warum er sich so über die Darstellung vieler Medien ärgerte.

+++

Kein Witz: Seit einem Tag versuchen Sie, also der Postillon, einige Medien auf einen Fehler aufmerksam zu machen. Um was geht es?

Stefan Sichermann: Es geht darum, dass in Schweden ein neues Gesetz eingeführt wird, das neu regelt, ab wann eine Vergewaltigung vorliegt. Vor allem wird da jetzt genauer differenziert zwischen verschiedenen Formen der Vergewaltigung. Und ein wichtiger Punkt: Eine Vergewaltigung liegt nicht mehr nur noch dann vor, wenn das Opfer vorher „nein“ gesagt hat. Das soll vor allem wohl verhindern, dass die Behörden bislang wenig machen können, wenn jemand eingeschüchtert wird und deshalb aus Angst zustimmt.

Gibt es dazu eine Quelle?
Die schwedische Quelle in Englisch dazu: „If a person has not agreed in words or by their clear actions that they are willing to engage in sexual activity, then forcing or coercing them into a sexual act will be illegal.“ Das bedeutet relativ simpel, dass beide Beteiligten, den Sex wollen müssen. Wie genau das signalisiert werden muss, steht da wiederum nicht. Es muss halt klar sein. Dem kann man eigentlich kaum widersprechen. Und dem widerspricht auch in Schweden so gut wie niemand. Alle Parteien stimmen dafür. Auch die rechte Partei der Schwedendemokraten, die alles andere als glühende Feministen sind. Daran kann man schon erkennen, dass das Gesetz nicht so dramatisch ist, wie in Deutschland dargestellt. Wenn es Kritik gibt, dann, dass das Gesetz nicht viel ändern dürfte, also alles fast gleich bleibt. Kritiker nennen das Symbolpolitik, Verteidiger des Gesetzes sagen, es könnte helfen, die Mentalität zu ändern.

 Welchen Hauptfehler haben die deutschen Medien jetzt gemacht?
In deutschen Medien wird es allerdings so dargestellt, als müssten Männer (obwohl das Gesetz für alle gilt, nicht nur für Männer) jetzt immer vor dem Sex selbst ihre Ehefrau fragen, sonst wäre es automatisch eine Vergewaltigung. Oft heißt es sogar, man muss am besten schriftlich zustimmen. Und das wird geliket und geteilt, weil alle denken, dass die Schweden spinnen. Ich wurde überhaupt erst darauf aufmerksam, weil mich viele anschrieben und fragten, ob das eine Postillon-Nachricht ist.

Lässt sich nachvollziehen, wie der Fehler entstanden ist?
Die meisten völlig falschen Artikel in Deutschland kommen übrigens von einem Autor. André Anwar. Der ist wohl freier Schwedenkorrespondent und hat seinen inhaltlich völlig schwachsinnigen Artikel in der Braunschweiger Zeitung, in den Stuttgarter Nachrichten, in der Augsburger Allgemeinen und in der NOZ untergebracht. Daraus scheint auch eine dpa-Meldung entstanden zu sein. Focus Online schreibt wiederum von der Augsburger Allgemeinen ab und zitiert das und so geht es munter weiter. Am schlimmsten ist das dann bei der Welt, wo es heißt, Schweden ist jetzt mit Saudi-Arabien und dem Iran das unromantischste Land der WeltUlf Poschardt jammert ähnlich. Naja, und noch verrückter wird es dann, wenn auch noch ZDF „heute“ (bei Twitter) und BR24 den gleichen Mist ablassen. Bento hat auch berichtet und sogar einen Link auf thelocal.se gesetzt. Und trotzdem den gleichen falschen Quatsch nachgeplappert.

Hören die betroffenen Medien Sie denn. Hat schon jemand reagiert?
Nein. Poschardt hat ’nen schlechten Witz gemacht. Sonst reagiert niemand. Gehört wird das sicher. Aber ignoriert. Die wollen das halt durchstehen. Halt doch! MEEDIA hat sich gemeldet.
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Glauben Sie, die Ignoranz wäre ähnlich, wenn nicht eine Satireseite auf den Fehler aufmerksam machen würde?
Ich glaube, das ist wurscht. Die hätten das auch bei anderen so ignoriert.
Ganz grundsätzlich: Haben Sie das Gefühl, dass die vermeintlichen Qualitätsmedien mittlerweile mehr Fehler machen und mehr Quatschmeldungen übernehmen als früher?
Puh. Schwer zu sagen. Ein Grund könnte aber sein: Der falsche Artikel in der Augsburger Allgemeinen hat bald 10.000 Likes und verbreitet sich wie ein Lauffeuer. Da haben die sicher nix dagegen.

+++

Auf MEEDIA-Anfrage antwortete die Chefredaktion der Augsburger Allgemeinen, dass man die Kritik wahrgenommen habe, derzeit den Fall prüfe und gegebenenfalls transparent korrigieren werde.

Die NOZ legte bereits an ihrem Artikel zu dem Thema Hand an. Darunter findet sich nun der Hinweis: „Eine vorherige Version dieses Artikels enthielt sachliche Fehler. Wir haben ihn an entscheidenden Stellen geändert.“

Auch die dpa reagierte auf die Vorwürfe von Sichermann. Gegenüber MEEDIA erklärte ein Sprecher (Anmerkung: am Ende des Textes folgt noch einmal das ganze Statement), dass sich die dpa-Meldung nicht nur mit Schweden, sondern auch mit Dänemark und Norwegen befasst hat und nicht auf einem anderen Artikel beruht. Die dpa zu MEEDIA: „Klar ist aber: Es soll nicht mehr ausreichen, dass der eine Partner irgendwie (passiv) davon ausgeht, dass der andere Partner schon auch will, wenn er/sie einfach nur nicht Nein sagt. Er muss sich vergewissern. Und das hat dpa auch geschrieben. dpa wird das Thema sachgerecht und differenziert auch in den kommenden Tagen noch einmal aufgreifen.“

Die Reaktionen auf die Korrektur-Versuche von Sichermann könnten empörter kaum sein. So kommentiert beispielsweise Thomas Knüwer in Richtung der Redaktionen: “Hey, Klassikmedien! Eine Satireseite korrigiert euch! Eine SATIRESEITE! Muss man noch mehr über euren Zustand wissen?”. Zuvor twitterte Mario Sixtus bereits: “Seit zwei Tagen müht sich die Satire-Seite Postillon, auf eine sich selbst replizierende Falschmeldung in deutschen Qualitätsmedien hinzuweisen.”

Update: Hier noch einmal das vollständige Statement der dpa in der Sache:
„Die dpa-Meldung, die sich im übrigen nicht nur mit Schweden, sondern auch mit Dänemark und Norwegen befasst, ist natürlich nicht aus einem anderen Artikel entstanden. Die Passage zu Schweden lautet: ‚Schweden will per Gesetz festlegen, dass man künftig aktiv um Erlaubnis für Geschlechtsverkehr bitten muss. Sonst droht eine Verurteilung wegen Vergewaltigung, auch ohne erkennbare Auseinandersetzung oder Gewalt. Das neue «Einverständnis-Gesetz» soll im Juli in Kraft treten.‘
Schwedens Regierungschef Stefan Löfven hatte wörtlich gesagt: ‚Im Grunde ist die Botschaft einfach: Man erkundigt sich (oder „bringt in Erfahrung“), ob der, mit dem man Sex haben will, auch Sex haben will. Ist das unsicher, lass es sein.‘
Löfven spricht also klar von einem aktiven Handeln. Wie das in der Praxis ernsthaft umgesetzt werden soll, wie genau die einzuholende Zustimmung aussehen soll, diskutieren die Juristen derzeit noch. Das könnte dann ein ausdrückliches ‚Ja, ich will‘ ebenso sein wie eine unmissverständliche Geste o.ä.
Klar ist aber: Es soll nicht mehr ausreichen, dass der eine Partner irgendwie (passiv) davon ausgeht, dass der andere Partner schon auch will, wenn er/sie einfach nur nicht Nein sagt. Er muss sich vergewissern. Und das hat dpa auch geschrieben. dpa wird das Thema sachgerecht und differenziert auch in den kommenden Tagen noch einmal aufgreifen.“
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Alle Kommentare

  1. Und noch was zum ersten Kommentar. Die Klage auf Verleumdung/Falschaussage ist somit unmöglich da man gegen die Anschuldigungen vom Staat klagt. Kleiner Nachteil für die Lügnerin, sie kann ihren Vortrag nicht zurück nehmen wenn es zu eindeutig ist, dass sie (wie so oft) gelogen hat. Gleiches gilt für die einseitige Bestrafung bei in Anspruchnahme einer Prostituierten. Sie bleibt stehts straffrei auch wenn sie sich eindeutig freiwillig angeboten hat.

  2. Ein derartiges Gesetz gibt es in Schweden bereits seit 1999. Es geht dabei „eindeutig“ immer gegen den Mann. Das ist Fakt. Das ist Staatsfeminismus. Das neue Gesetz will das nur noch verstärken. Der Clou, „der Täter“ ist „immer“ „der Mann“, das Opfer immer die Frau. Der Ankläger ist „immer“ der Staat, nicht die Frau (das Opfer). Sie berichtet nur was vorgefallen ist und der Staat erstattet die Anzeige. In Deutschland erstattet die Frau die Anzeige und die Polizei, bzw. die Staatsanwaltschaft übernimmt die Ermittlungen. Kleiner feiner Unterschied mit sehr grossen Auswirkungen. Der Mann geht zuerst „immer“ in den Bau, egal ob und was vorgefallen ist, Assange!
    Verstanden?
    Danach kommt der Sozialdienst und der beginnt das Leben des Mannes um zukrempeln, STASI-Methoden.

  3. Ohne Vertrag, ist jegliche Debatte um das Thema, ein Pseudo-Gesetz auszurufen , wertloser Nonsens. Der Vertrag ist die einzige Variante, um sicher zu stellen, ob man den Sex wollte, oder nicht. Alles andere führt dazu, dass Aussage gegen Aussage steht und praktisch damit, hat sich absolut gar nichts verändert. Wenn sie meint, er hat sie dazu gezwungen und wollte es nicht, muss sie es erstmal beweisen. Es wird dann wieder genau so enden, wie beim Kachelmann-Fall, er ist seinem Ruf los und geächtet und es wird auf die Wahrheit gespuckt.

    Falls jemand in Schweden wirklich so ein Bullshit-Debatte ins Leben gerufen hat, beweist dies die Unfähigkeit, mit der steigenden, sexuellen Gewalt umzugehen.

  4. Die meisten Verträge sind auch in Deutschland formlos möglich, also mündlich. Allerdings gibt es meist ein Schriftstück, aus Gründen der leichteren Beweisbarkeit – was nicht immer funktioniert. Das Problem bleibt allerdings, wenn aus dem Ja im laufe der Nacht ein Nein wird. Bin gespannt über die ersten Beweiserhebungen …

  5. Zu den Islamophobikern: Wie man hier lesen kann, sind die Vorstellungen mancher Inländer nicht weniger mittelalterlich als die mancher Ausländer, nur in unterschiedlichen Zusammenhängen.

    Was das schwedische Gesetz angeht, so finde ich, dass es eigentlich eine Selbstverständlichkeit regelt und sich die deutschen Journalisten absichtlich dumm stellen, um einen Aufreger für die Klickzahlen zu haben.

    1. So sehe ich es auch. Übrigens wurde in den österreichischen Medien eine ähnliche Strategie angewandt.

      Einige Kommentare sind schon deprimierend.
      Glücklicherweise stellen die Menschen, die Probleme damit zu haben scheinen einvernehmlichen Sex auszuüben, immer noch die Minderheit. Dafür erregen sie sich in den Medien und Sozialen Netzwerken um so intensiver zum Thema. Geflüchtete dafür verantwortlich zu machen, dass in unserer Gesellschaft sexuelle Gewalt praktiziert wird, ist grotesk.

      Ich mutmaße, dass die Neue Rechte sich größtenteils aus Männern im mittleren Alter rekrutiert, die nicht in der Lage sind, eine einvernehmliche intime Partnerschaft mit einer Frau zu unterhalten und anstatt sich Hilfe zu holen und das zu lernen, ihren ganzen selbstverantworteten Frust auf vermeintlich Minderwertige projizieren. Wir haben es hier mit biodeutschen Problembären zu tun.

      1. Für die Begrenzung von einvernehmlichem Sex, der nicht nur ihnen vorzuschweben scheint benötigt man keine Mutmaßungen hinsichtlich des Alters, der politischen Orientierung, der sexuellen Gesundheit oder einer ethnischen Zugehörigkeit.

        Dazu reicht ein die heutigen Zeiten prägender Trieb, seine spärliche Lust daraus beziehen zu müssen, möglichst vielen etwas vor den Latz knallen zu können.

        Dies scheint geradezu das Merkmal unserer post- demokratischen Gesellschaft zu sein, die dadurch allerdings jedes gegenseitig respektvolle Grundverständnis aufgegeben hat.

        Dieses verschwindet mit den alten Männern und an dessen Stelle tritt zunehmend erkennbar ein Vertragsverständnis der Frau.

      2. Nein, Du hast es mit sexistischen und diskriminierenden Mutmaßungen zu tun. Und zwar Deinen eigenen.

      3. Apropos „Vertragsverständnis“: Metoo hat sichtbar gemacht, dass ein beträchtlicher Teil der Frauen der Männerwelt einen informellen Gesellschaftervertrag aufgekündigt zu haben scheint.

        „Vergewaltigungsmythen sind Konsequenzen eines gesellschaftlich anerkannten Verständnisses einer unterschiedlichen männlichen und weiblichen Sexualität. Männern wird demnach Triebhaftigkeit unterstellt und Frauen die Verpflichtung der Kontrolle eigener und männlicher sexueller Aktivität auferlegt. Vergewaltigungsmythen sind also sozial etablierte Meinungen zu Vergewaltigungsdelikten, die auf soziokulturell tradierte moralische Normvorstellungen, auf biologisch-deterministische Menschenbilder oder auf rechtsinadäquate Vorstellungen zurückzuführen sind.“
        Quelle: Wikipedia, Vergewaltigungsmythos

    2. @Rolf Mueller

      Islamophobie ist es nur dann, wenn man Angst vor dem Islam hat. Sagt man aber, dass islamisch-geprägte Personen eine völlig andere Kultur ins Land bringen und einige von ihnen, keinen Wert auf Moral und Ethik legen, dann ist es schlicht, die Wahrheit. Pauschalisieren tut man auch nur dann, wenn man Alle damit meint. Dabei ist es natürlich so, dass es nur „einige“ sind. Aber selbst einer, ist schon einer zu viel – der Gewalt anwendet/kriminell ist. Wenn man den Begriff, Islamophobie, immer weiter relativieren benutzt, für alles, was auch nur an Islamismus-Kritik ran kommt. Verharmlost man den Islamismus.

      @Angelika Oetken

      Was für eine widerliche Relativierung, werden erstmal Alle pauschal als Person dargestellt, die angeblich ein Problem damit hätten, einvernehmlichen Sex zu haben, nur weil jene Kritik üben. Und natürlich würde dieses Pseudo-Gesetz, nichts bringen. Denn man kann nur dann beweisen, unfreiwilligen Sex gehabt zu haben, wenn man Beweise hat. Ein „Ja“ oder „deutliche Gesten“ haben 0 Beweiskraft. Da ist es dann immer noch, Aussage gegen Aussage.

      Und, denken sie auch, dass Islamkritik pauschal, Islamhass darstellt? Dann haben sie keine Ahnung vom Islam. Das die Sex-Debatte in Schweden statt fand (vielleicht) hat natürlich etwas mit der Flüchtlingswelle zu tun. Darum war es vorher auch so gut wie nie ein Thema. Und die Probleme durch Flüchtlinge damit zu relativieren, dass es schon immer Vergewaltigung gab, macht Nichts besser. Es verschlechtert nur das Klima in der Gesellschaft, denn man kehrt Probleme unter den Teppich.

      #metoo Hat gezeigt, was passiert, wenn man unkontrolliert, diesen Hashtag verwendet. Mittlerweile werden nun chauvinistische Sprüche, mit Vergewaltigung gleichgesetzt. Der ursprüngliche Aspekt dieser Kampagne ging damit verloren.

  6. Was für ein Quatsch!

    Die muslimischen Vergewaltiger verstehen doch eh kein Schwedisch. Die fragen nicht und es ist ihnen auch egal.
    Da können die schwedischen „Christen-Schlampen“ schon froh sein, wenn sie nach der Gruppen-Vergewaltigung nicht noch angezündet werden…

    Aber das ist den meedia.de Red. ja egal… So lange, bis es sie selbst erwischt!

    1. Den Zusammenhang zwischen der legislativen Entscheidung in Schweden und Ihrer Islamophobie will mir noch nicht ganz einleuchten.

      1. Da gibt es schon einen Zusammenhang. Erst lässt man zahlreiche Männer mit mittelalterlichen Wertevorstellungen uns Land, worauf mich sich in die Spitzenposition in Sachen Vergewaltigungen schiesst und als Antwort darauf verlangt man von Herrn Gustavson, dass er es sich schriftlich bestätigen lässt, dass er seine Frau besteigen darf. Irgendwie absurt Das Ganze, oder erwa Nicht?

  7. Nachtrag:
    In dem zitierten Artikel der Augsburger Allgemeinen steht m.E. korrekt: „In Schweden müssen Frauen zukünftig ihrem Partner nicht mehr mit einem verbalen „Nein“ oder körperlich deutlich machen, wenn sie keinen Sex möchten. Es obliegt dem Mann, die Frau aktiv um Erlaubnis zu bitten. Sonst droht eine Verurteilung wegen Vergewaltigung. Auch, wenn es zu keiner Auseinandersetzung, Gewalt oder anderweitiger Bedrohung vor oder beim Sex kam. Eine mündliche Genehmigung soll ausreichen. Wer aber sicher gehen will, sollte sich etwas Schriftliches geben lassen, kommentierten einige Nutzer in Internetforen. Schließlich stünde sonst ja Wort gegen Wort….“
    Link: http://www.augsburger-allgemeine.de/panorama/Schweden-Partner-muessen-Sex-Genehmigung-einholen-id43589536.html

    Es wird darin gar nicht behauptet, das Einverständnis müsse schriftlich erfolgen. Es wird angesichts des Klimas von vielen bloß so interpretiert, dass ein schriftliches Einverständnis besser wäre.

  8. Soweit ich dieses schon sprachlich unerträgliche Geschwurbel verstehe, setzt meedia.de sich für die schwedische Neuregelung ein (sollte das Gegenteil der Fall sein, bitte Text ändern). Am Schluss wird eine Aussage des schwedischen Regierungs-Darstellers zitiert, welche nichts anderes besagt, als dass einer der spannendsten Vorgänge im Liebesleben jedes Menschen, nämlich die Verführung, auf dem Gesetzesweg abgeschafft werden soll. Und meedia.de will diese Frage „der Diskussion von Juristen“ überlassen! Selbst dieser zweifelhaften Zunft entstammend fehlen mir die Worte ob einer solchen Unbedarftheit.

    Aber viel mehr als solchen Schwachsinn habe ich hier auch noch nicht gelesen.

    1. Sie finden also, das bei einer Verführung niemals (auch nicht verführerisch) danach gefragt werden darf, ob der Partner denn jetzt auch Sex haben wolle? Dann hoffe ich mal, das wir uns nie begegnen, auf eine „Verführung“ bei der meine Wünsche hinsichtlich des Ausgangs nicht zählen kann ich nämlich gut verzichten.

      1. @Isabel Carrasco

        Das man eine Frau fragt/ihr zu verstehen gibt, ob sie Sex haben will, ist doch normal. Da braucht man keine, völlig nutzlosen, pseudo-gesetzlichen Ausführungen. Am Ende ist das „Ja“ nichts mehr Wert, wenn die Frau vor Gericht zieht, weil der Partner, doch nicht so gut um Bett ist. Wie üblich, steht dann wieder Aussage, gegen Aussage.

        Wie stehts dann mit, dass beide besoffen sind, oder nur einer von beiden? Da kann die Frau auch nicht konkret Ja sagen. Aber selbst wenn sie Ja sagt, kann sie am ende immer noch behaupten, sie wollte das gar nicht. Am besten niemals wieder Sex, im berauschten Zustand.

        Und die Verführung ist ein Mittel zum Zweck. Also klar, dass es da um Sex geht. Da braucht man Nichts mehr zu sagen. Da reicht es auch, wenn sie kein Nein sagt. Diese Art von Sex, ist normal, machen Millionen Menschen, hat Nichts mit einer Vergewaltigung zu tun. Es wäre nur dann eine, wenn sie keinerlei Chance hat, Nein zu sagen, durch zB KO-Tropfen.

  9. Normalerweise wäre das Prinzip „Nur ein Ja heißt Ja“ akzeptabel, nur leider sind die Zeiten nicht normal. Wenn Männer mit dem Vorwurf des sexuellen Missbrauch konfrontiert werden, der zum Teil Jahrzehnte zurückliegt und die Anschuldigungen obendrein anonym erfolgen, stellt sich unwillkürlich die Frage der Beweisbarkeit. Klar kann ich fragen: Willst Du mit mir Sex haben? Doch leider könnte ich in die Verlegenheit kommen, das Einverständnis nach Jahren noch nachweisen zu müssen.

  10. „Muss man noch mehr über euren Zustand wissen?”. Schreibt mal sein Alter dran wann er den Zustand der Presse (und hoffentlich der Politik) endlich mal erkannt hat. Hatte er nicht schon den neuen Markt miterlebt ? Dann kann man die Kommentare zu seinem Blog durchgehen und sehen wann ihm – vermutlich schon vor Jahren – die Wahrheit verklickert wurde. Lösungen (kostenlos dank Digitalisierung) sind wohl auch nicht so wichtig. Kachelmann ist der einzige, der Deutschland voran bringt, weil er kein Angst haben muss, das er schikaniert wird oder keine Rente oder medizinische Behandlung bekommt oder wie Mollath jahrelang weggesperrt wird. http://meedia.de/2017/10/06/deshalb-sterben-weiter-menschen-joerg-kachelmann-empoert-sich-bei-twitter-und-facebook-ueber-xavier-berichterstattung/

    Eine Presse der 20% Plagiatoren egal sind http://www.spiegel.de/lebenundlernen/uni/eine-professorin-auf-plagiat-jagd-der-grosse-online-schwindel-a-221507.html , lässt das Land untergehen und hat die Zentral-Redaktionalisierung verdient. Sind überwiegend sowieso Agentur- und PR-Mitteilungen ohne viel Eigen-Recherche wie dieses Thema beweist.

    Wer die USA-Scheidungs-Aussagen unzufriedener Ex-Frauen liest, fährt vielleicht besser nicht nach Schweden um von der Ex-Freundin in den Knast geschickt zu werden. Oder siehe auch Assange.
    Oder hat Lindner jemals zugegeben, das Leistungs-Schutz-Recht seiner Koalitionsbeteiligung wäre „handwerklich schlecht“ oder hat er jemals den Klimawandel oder Erfolg des Mindestlohnes zugegeben. Laut Politiker sind die Gesetze immer glasklar und keiner (von der Opposition) hat darauf hingewiesen, das das Mietpreisbindungsgesetz wohl mit möblierten Wohnungen ausgehebelt werden kann. Komischerweise müssen 2(?)% oft erst nach Jahren wegen Verfassungs-Urteilen nachgebessert werden oder auch NPD-Verbots-Anträge scheitern und wohl sogar zwei mal usw. Da erkennt man die Qualität der Partei-Juristen und der Gesetzgebung. http://www.golem.de/news/verhandlung-zum-leistungsschutzrecht-das-ist-ein-sehr-schlecht-gemachtes-gesetz-1702-126051.html http://www.mdr.de/nachrichten/studie-nebeneinkuenfte-bundestag-abgeordnete100-downloadFile.pdf

    Vielleicht habe ich es überlesen aber man hätte klarer erklären können, wo das Problem der Berichterstattung liegt und bei anderen und offensichtlicheren Fehl-Berichten oder schlechtem Wording („in die Fresse“=gute Opposition, „Flammenwerfer“ oder „jagen“=schlecht, fast alle Anti-Trump-Titelseiten=gut, Twesten-Foto-Dämonisierung(1)=schlecht, Anti-Trump=gut, Anti-Super-Lindner-Kritik=schlecht und voll falsch) wird oft weggeschaut und Verkürzungen auf der Titelseite sind auch nicht unüblich. Mit sowas kann man aber natürlich bequem von wichtigeren Themen ablenken. Wo beispielsweise bleibt die von AfD-Fans und Lindner und Nahles versprochene Opposition ? Und Schweden hat laut CNBC – inzwischen vermutlich schon 1-2 Jahre(?) – ein „Reparieren-statt-Wegwerfen“-Gesetz was ich auch hier begrüßen würde, weil man für Home-Control/Smart-Home alte Handies weiterbenutzen will oder muss, weil viele Router nicht mal Bluetooth haben. Und wer als Armuts-Rentner jährlich mit Elster Steuererklärung machen muss, hat das Menschenrecht, seinen ur-alten Windows-XP-PC/Laptop noch 20 Jahre lang zu benutzen. Denn wer braucht noch einen neuen PC seit es iPad und SmartTV gibt ? Na also.

    (1) http://meedia.de/2017/08/08/in-ein-ganz-schlechtes-licht-gerueckt-die-fotografische-daemonisierung-der-elke-twesten/

    1. Später hat man Aussage gegen Aussage. Wer Licht, Pizza, Waschmaschine per Handy managed, müsste Schweden eine Sex-App vorschreiben. Dann kann keiner unerlaubt ehe-brechen (Kirchensteuerzahler,…) und die frischen Gesundheitstests werden für Swingerclub-Besucher und Sex-Industrie-(ist in Schweden glaube ich verboten)-Arbeiter frisch vom Labor eingetragen und jeder kann/muss/wird ein(ge)tragen ob er monogam ist oder nicht oder infiziert. In Südkorea muss jeder Bürger eine bestimmte Windows-Software benutzen. Wäre also kein Problem. Digitales Vertragsrecht nennt man sowas bald. Dann gibts auch keine Diskussionen über angebliche Ehe-Versprechen oder ob man parallel weitere Partner haben durfte. Ehebruch führt zu „90%-99% gehört der Ex-Frau“ in manchen USA-Bundesstaaten. Florida ist bei manchen deutschen Promi-Frauen ein beliebtes Scheidungs-Land. Und man will ja nicht zum nächsten Anthony Weiner werden: http://www.spiegel.de/politik/ausland/anthony-weiner-muss-wegen-sexting-in-haft-a-1169836.html Wenn man sofort beweisen kann ob man Single ist oder nicht, fischt man nur noch dort, wo man hin gehört oder (als Christ oder Islamist) gar nicht mehr bzw. bleibt zu Hause bei seiner Großfamilie. Das man mit Surface-Windows-KI/AI-Geräten (Hawaii5-0 vor ein paar Wochen) Lügerei und Ehebruch erkennt, ist der Partei der Selbständigen (AFD) auch für die Gegner problemlos möglich und Moral wird normal (reimt sich). Wegen Aussage gegen Aussage müsste Schweden es als Standard einführen.

      Nachtrag: Im deutschen TV wurden vor ein paar Jahren typisch amerikanische(?) Kneipen/Clubs/Theken gezeigt wo die fertige Formulare für vereinbarten Sex ins die Kamera hielten. Die Grundlage (Urteil, Gesetz, Volks-Abstimmung,…) weiss ich nicht mehr. Vielleicht erinnert sich ja jemand und kann Google-News oder RTL/N24/ntv-news-Archiv(falls es die gibt)-Videos verlinken.
      Das Thema gabs dort also schon vor ein paar Jahren und mal wieder anscheinend keiner aus den deutschen TV-News-Redaktionen hat sich erinnert.

  11. Na, dann ist ja das Problem von massenhaften Vergewaltigungen in Schweden gelöst. Wobei: ob sich die Hauptätergruppe – junge zugewanderte Männer aus dem islamischen Kulturkreis an die Vorgaben halten werden? Man darf gespannt sein.

    1. Haupttätergruppe aus dem islamischen Kulturkreis? Wenn schon uninformiert und polemisch orientiert, dann bitte nicht jeden Artikel kommentieren.

      1. Swana S,

        Sie glauben also, daß Leute aus dem islamischen Kulturkreis ein derartiges Kulturverständnis in ihren eigenen Lebensbereich übernehmen und mit ihren Damen vorab das geforderte Einverständnis herbeiführen?

        Falls nicht, so dürfte dies zukünftig als Vergewaltigung gelten.

        Glaube ich, daß eine derartige Klarstellung Leuten wie Ihnen auf die Sprünge helfen wird ?

        Ebenfalls nein.

      2. @Swana S.

        Da sie keinerlei Beweise vorlegen können, können sie etwas auch nicht als uniformiert und polemisch darstellen. Also, erst Beweise liefern, dann reden. Sonst macht man sich auch lächerlich. Oder schlimmer, verharmlost ein Problem.

  12. Schwedens Regierungschef Stefan Löfven so: „Man erkundigt sich (oder „bringt in Erfahrung“), ob der, mit dem man Sex haben will, auch Sex haben will.“

    Deutsche Medien so: Mann (oder Frau) holt sich die Genehmigung für den Sex.

    Also: Was genau ist jetzt das Problem des Postillon? Und was genau ist das Problem von Meedia? Manchmal wäre es ganz schön, wenn die Erregungsrepublik Deutschland sich mal lieber um die wirklich wichtigen Dinge kümmern würde…

    1. Es gibt kein Problem, Meedia und der Postillion regen sich über Nichts auf. Fast wie, als würde man von wichtigeren Themen ablenken wollen.

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